Kfz-Innung München startet Pilotprojekt „Abi & Auto“

Initiator Hans Medele: "Das Kfz-Gewerbe braucht kluge Köpfe"

30.06.2009 | Redakteur: Gerd Steiler

„Abi & Auto“: Unter diesem Motto startet die Kfz-Innung München-Oberbayern ein neues Ausbildungsprojekt für Abiturienten im Kfz-Gewerbe.
„Abi & Auto“: Unter diesem Motto startet die Kfz-Innung München-Oberbayern ein neues Ausbildungsprojekt für Abiturienten im Kfz-Gewerbe.

Die Kfz-Innung München-Oberbayern startet unter dem Motto „Abi & Auto“ ein neues Ausbildungsprojekt für Abiturienten im Kfz-Gewerbe. Laut einer Mitteilung vom Dienstag, besteht für Abiturienten ab Herbst dieses Jahres die Möglichkeit, den Weg zur Meisterprüfung innerhalb einer verkürzten Zeitspanne zu absolvieren. Hierdurch sollen besonders leistungsstarke Schulabgänger frühzeitig mit den Karrieremöglichkeiten im Kfz-Handwerk vertraut gemacht werden.

Unternehmen zeigen reges Interesse

Initiator des Projekts ist der Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern, Hans Medele. „Das Kfz-Handwerk ist heute High-Tech. Um in einem zunehmend härteren Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können, braucht das Kfz-Gewerbe kluge Köpfe, die ihren Weg gehen und verantwortungsvolle Tätigkeiten suchen“, so Medele. Mit Hilfe des Projekts „Abi & Auto“ könnten die Betriebe des Kfz-Gewerbes in sehr kurzer Zeit qualifizierte Fachkräfte auszubilden, die mit modernster Diagnose-, Computer-, Antriebs- und Kraftstofftechnik vertraut seien. Zahlreiche Unternehmen hätten bereits ihr Interesse an der Teilnahme an diesem Projekt bekundet.

Die Ausbildung im Rahmen von „Abi & Auto“ dauert den Angaben zufolge insgesamt drei Jahre. Dabei durchlaufen die Teilnehmer eine auf 2 ½ Jahre verkürzte Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (Verkürzung um 12 Monate). Ab dem dritten Ausbildungsjahr erwerben die Teilnehmer ausbildungsbegleitend die notwendigen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse für eine künftige Meisterprüfung. Dadurch wird es möglich, bereits ein halbes Jahr nach der Gesellenprüfung die Prüfung zum staatlich anerkannten Kfz-Servicetechniker abzulegen. „Wenn die Prüfungen des Projekts bestanden werden, kann ein Projektteilnehmer durch den anschließenden Besuch des kfz-theoretischen Teil des Meisterkurses auch noch in kürzester Zeit den Meistertitel im Kfz-Technikerhandwerk erwerben“, so Johannes Lock, Berufsbildungsreferent der Kfz-Innung München-Oberbayern.

Theorie und Praxis eng verzahnt

Um am Projekt teilnehmen zu können, müssen Auszubildende die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife besitzen. Abiturient und Ausbildungsbetrieb gehen für dieses Projekt von Beginn an zwei Verträge ein: Einen Ausbildungsvertrag und einen Qualifizierungsvertrag. Der Kfz-Betrieb übernimmt alle regulären Kosten der Ausbildung, die Übernahme der Kosten der Qualifizierungskurse wird zwischen Projektteilnehmer und Kfz-Betrieb frei vereinbart.

An der Berufsschule Landsberg am Lech wird laut Medele eine spezielle Fachklasse eingerichtet, deren Unterricht speziell auf die neue Schüler-Zielgruppe zugeschnitten ist. Die projektbegleitenden Qualifizierungskurse werden von der Kfz-Innung München-Oberbayern und dem Berufsbildungszentrum Weilheim der Handwerkskammer durchgeführt.

Das bayerische Kultusministerium unterstützt das Projekt „Abi & Auto“ laut Mitteilung, indem es Auszubildenden aus ganz Bayern ermöglicht, sich als Gastschüler an der Berufsschule Landsberg am Lech einzuschreiben. Der dortige Unterricht wird als Blockbeschulung durchgeführt, so dass auch Abiturienten aus entfernten Regionen an dem Projekt teilnehmen können. Zudem stehen in Landsberg zahlreiche Internatsplätze zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Projekt „Abi & Auto“ gibt es im Internet unter www.abi-und-auto.de. Darüber hinaus können auch direkte Fragen an info@abi-und-auto.de gesandt werden.

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