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Kfz-Zulassungen: „Die aktuelle Lage ist sehr unübersichtlich“

| Autor: Julia Mauritz

Philipp Kroschke, Geschäftsführer des Zulassungsspezialisten Christoph Kroschke, schildert, wie schwierig die aktuelle Situation ist, und wo Autohäuser und Privatkunden sehen können, ob ihre Zulassungsstelle geöffnet hat.

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Philipp Kroschke, Geschäftsführer des Zulassungsspezialisten Christoph Kroschke, informiert tagesaktuell, welche Zulassungsstellen geöffnet haben.
Philipp Kroschke, Geschäftsführer des Zulassungsspezialisten Christoph Kroschke, informiert tagesaktuell, welche Zulassungsstellen geöffnet haben.
(Bild: Lars Franzen)

Mit jedem Tag, der vergeht, wird es für Händler und Privatkunden schwieriger, ein Fahrzeug auf einer Zulassungsstelle anzumelden. Ein großes Ärgernis ist, dass zahlreiche Zulassungsstellen nicht darüber informieren, ob sie geöffnet haben oder nicht. Wie dramatisch die Lage ist, belegt der Statusbericht des Zulassungsdienstleisters Christoph Kroschke, der aufgrund der hohen Dynamik zweimal täglich aktualisiert wird. Die Erhebung belegt: Gerade einmal in bundesweit rund 15 Zulassungsstellen läuft das Geschäft normal weiter. In rund 60 Ämtern ist der Service eingeschränkt, ebenso viele beschränken ihr Angebot auf Gewerbekunden. Hunderte haben entweder ganz geschlossen oder kommunizieren nicht ihren aktuellen Status. Christoph-Kroschke-Geschäftsführer Philipp Kroschke bewertet die aktuelle Lage.

Redaktion: Wie viele Zulassungsstellen haben aktuell noch geöffnet?

Philipp Kroschke: Da sich diese Situation quasi stündlich ändert, haben wir einen Link eingerichtet, unter dem wir eine Status-Liste mit allen Zulassungsstellen hinterlegt haben. Wir aktualisieren sie täglich. Die momentane Lage ist leider sehr unübersichtlich. Es herrscht große Verunsicherung. Tatsächlich gibt es noch einige Zulassungsstellen, die in begrenztem Umfang offen haben. Teilweise mit Terminen oder aber für Gewerbekunden. Wir versuchen die Chancen für unsere Kunden zu nutzen und halten unsere Pforten noch so lange offen, wie Zulassungen möglich sind. Wichtig ist dabei, dass wir möglichst kontaktlos agieren können. In vielen Fällen ist die Abgabemenge in den Zulassungsstellen eingeschränkt. Doch letztlich muss man froh sein, das es überhaupt noch Möglichkeiten gibt, ein Fahrzeug anzumelden. Wie die Lage aussehen wird, wenn es eine komplette Ausgangssperre gibt, kann ich aktuell nicht einschätzen. Wir versuchen überall für die kontaktlose Zulassung zu werben. Denn wir glauben, dass insbesondere die Individualmobilität in Zeiten dieser hohen Ansteckungsgefahr unbedingt sichergestellt werden muss.

Schon seit Oktober 2019 sollte es möglich sein, Fahrzeuge online zuzulassen. Doch aufgrund von IT-Problemen wurde die Frist auf den Sommer 2020 verlängert. In wie vielen Städten und Gemeinden gibt es diese Möglichkeit schon?

Diese Möglichkeit besteht nach einer Umfrage, die wir Anfang des Jahres durchgeführt haben, bei rund 50 bis 60 Prozent der Zulassungsstellen – mehr oder weniger funktionsfähig. Da aber in der Stufe drei die Zulassungen noch nicht vollautomatisiert durchgeführt werden können, nutzt das im Falle von geschlossenen oder beschränkt agierenden Zulassungsstellen eigentlich nichts. Wir sind aktuell im Gespräch mit verschiedenen Fachverfahrensanbietern und Zulassungsbehörden, um zu erörtern, wie weit man den Prozess digitalisieren und möglichst kontaktfrei machen kann. Allerdings gibt es noch keine kommunizierbaren Infos dazu.

Kroschke bietet als Service die Kfz-Zulassung in fünf Minuten an. Wie groß ist der Run auf diese Dienstleistung? Ist dieser Service in der aktuellen Lage überhaupt realisierbar?

Leider sind wir komplett an die Öffnungszeiten und die Leistungsfähigkeit der Zulassungsbehörden gebunden. Ja, wir haben tatsächlich ein massiv erhöhtes Aufkommen an Nachfragen. Aber wie gesagt: Der Flaschenhals sind die Zulassungsstellen. Dort wo sie noch arbeiten wie beschrieben, bieten wir natürlich auch unseren Service an. Ich kann nur sagen, dass ich unglaublich stolz auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zulassungsdiensten, den Filialen und der Zentrale bin: Sie versuchen wirklich alles, um die Prozesse, wo es nur geht, aufrecht zu erhalten.

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Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Redakteurin