Kia-Werk Zilina: Schlüssel zum europäischen Wachstum

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Kia will mittelfristig in Europa 500.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen. Eine wichtige Voraussetzung ist das Produktionswerk in der Slowakei, das der Autobauer seit 2006 betreibt.

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Im Kia-Werk Zilina laufen fünf verschiedene Modelle vom Band.
Im Kia-Werk Zilina laufen fünf verschiedene Modelle vom Band.
(Foto: Kia)

Kia will weiter nach oben. Der koreanische Autobauer plant, mittelfristig in Europa 500.000 Autos pro Jahr zu verkaufen. 2011 waren es 290.000, für dieses Jahr sind 345.000 angepeilt. Eine wichtige Rolle in diesem Wachstumsprozess spielt das europäische Kia-Werk, das die koreanische Marke 2006 im slowakischen Zilina mit der Produktion der ersten Generation des Kia Ceed in Betrieb nahm.

Inzwischen laufen dort neben den drei Ceed-Varianten auch der Minivan Venga und das SUV Sportage vom Band – auf ein und derselben Produktionslinie. Mit der Einführung des Dreischichtbetriebs Anfang 2012 verfügt das Werk über eine Jahreskapazität von 300.000 Einheiten. In diesem Jahr werden voraussichtlich 285.000 Autos produziert – Kia kommt also nahe an die Auslastungsgrenze heran. Eine Erweiterung ist derzeit allerdings nicht geplant. „Aber der Platz dafür wäre vorhanden“, sagt Pressesprecher Dusan Dvorak.

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Bei Kia selbst arbeiten 3.900 Beschäftigte. Damit gehört das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern der Region. Weitere 10.000 Arbeitsplätze sind bei den Zulieferern entstanden, die sich um das Werk herum angesiedelt haben.

Was beim Werksrundgang auffällt: Es ist unglaublich sauber. Kein Öl, kein Staub, keine herumliegenden Kleinteile. Und selbst wo schon alles glänzt, wird geputzt. Das gehört zum Qualitätsverständnis der Koreaner in einem der modernsten Autowerke Europas.

Die Produktion startet im Presswerk, wo Kia die meisten der verwendeten Karosserieteile selbst herstellt. Auf den beiden größten Pressstraßen lassen sich mehr als 60 verschiedene Stahlprofile produzieren. Jedes Bauteil wird mit Hilfe eines optischen 3D-Systems untersucht, um Beschädigungen auf der Oberfläche zu erkennen. Roboter laden die fertigen Teile auf Paletten, die dann per Gabelstapler zum Karosseriewerk befördert werden. Die Seitenteile werden von einer Elektrohängebahn direkt in ein vollautomatisiertes Lager transportiert.

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