Köpper punktet mit Oldtimerfahrzeugen

Autor: Joachim von Maltzan

Mit viel Herzblut betreibt die Köpper-Mannschaft einen eigenen Store für historische Fahrzeuge in Dorsten. Das große Engagement für den Vertrieb von altem Blech überzeugte die Jury des Vertriebs Awards in der Kategorie Classic.

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Hier ist der Oldtimerfan richtig: das Klassikcenter von Auto Köpper in Dorsten.
Hier ist der Oldtimerfan richtig: das Klassikcenter von Auto Köpper in Dorsten.
(Bild: v. Maltzan)

Das klassische Autohausgeschäft wird sich in den nächsten Jahren deutlich ändern. Dessen ist sich Markus Pettendrup, Geschäftsführer des Mercedes-Benz-Betriebs Köpper in Dorsten, sicher. „Die E-Mobilität wird ihre Spuren in unserem Werkstattgeschäft hinterlassen. Wir müssen uns im Service auf deutlich sinkende Umsätze und Erlöse einstellen. Elektromotoren sind verschleißärmer, benötigen also weniger Wartung, und sie brauchen auch kein Öl. Unser wesentlichster Ertragsbringer wird stark unter Druck geraten“, betont er.

Pettendrup dachte gemeinsam mit seiner Führungscrew nach, wie das Unternehmen diese drohenden Mindereinnahmen auffangen könnte. Dabei entstand die Idee, einen neuen Geschäftsbereich mit Oldtimerfahrzeugen aufzubauen.

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Pettendrup erläutert: „So etwas kann man aber nicht nebenher im bestehenden Betrieb machen. Das geht schief.“ Er installierte unter dem Label „Köpper Klassik“ eine komplett neue Abteilung mit eigener Mannschaft und eigenen Räumen. Eine ehemalige Reifenhalle baute Pettendrup zum Klassiker-Showroom um und ordnete ihm eine eigene Werkstatt zu. Ein großes Angebot älterer und historischer Fahrzeuge in allen Preiskategorien präsentiert die Mannschaft hier. Stilecht dekorierte Vitrinen mit Accessoires von anno dazumal ergänzen die Ausstellung. Und auch in der Werkstatt finden sich Geräte, die aus den modernen Werkstätten längst verschwunden sind und mit denen heutige Mechatroniker meist nicht mehr umgehen können.

In der Ausstellung findet der Interessent aber nicht nur rare und teure alte Fahrzeuge, sondern auch alltagstaugliche Fahrzeuge, die erst seit Kurzem ein H-Kennzeichen führen dürfen, also gerade einmal 30 Jahre alt sind. Und nicht jedes kostet gleich ein Vermögen. Die Preise beginnen bei rund 12.000 Euro – nach oben hin sind die Grenzen allerdings offen.

Aber egal, wie alt diese Autos sind und wie viel sie kosten – die Kunden, die diese Wagen kaufen, sind in der Regel anspruchsvoller als die klassischen Neu- oder Gebrauchtwagenkunden. Sie erwarten nicht nur erstklassigen Service und einen erfahrenen Umgang mit der alten Technik – das ist eine Selbstverständlichkeit. Sie erwarten auch, dass die Mitarbeiter ihre Begeisterung für alte Fahrzeuge mit ihnen teilen.

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Im Oldtimergeschäft spielt der menschliche Faktor eine besondere Rolle. Die Oldtimerkunden wollen erst Vertrauen fassen, bevor sie ein Fahrzeug erwerben oder bereit sind, ihre Schätze jemand anderem zu überlassen. Schließlich handelt es sich in einigen Fällen um wirklich kostbare Autos, deren Wert den Anschaffungspreis von so manchem Neuwagen bei Weitem übersteigt. Wichtig ist, dass die Oldtimerinteressenten im Autohaus nicht nur die Autos finden, die sie ansprechen, sondern auch die passende Umgebung und die Menschen, mit denen sie über ihre alten Lieblinge fachsimpeln können.

Einen solchen Ruf kann man sich nicht über Nacht erarbeiten. Dazu gehört viel Arbeit. Wichtig ist es, auf den einschlägigen Messen, Ausstellungen und Oldtimerrallyes in der Region präsent zu sein, um mit den Interessenten ins Gespräch zu kommen. In der Regel finden viele dieser Veranstaltungen an Sonn- oder Feiertagen statt, wie beispielsweise in diesem Jahr eine Oldtimerrallye am Karfreitag. Das Autohaus braucht also Mitarbeiter, die bereit sind, an solchen Tagen zu arbeiten und die für solche Veranstaltungen notwendige Begeisterung mitbringen.

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Über den Autor

 Joachim von Maltzan

Joachim von Maltzan

Leiter Ressort Management & Handel