Destatis Kräftiger Anstieg der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe

Von Andreas Grimm

Zum Jahresstart sind mehr Betriebe aus der Kfz-Branche finanziell in die Knie gegangen als im Vorjahresmonat. Trotz eines starken Anstiegs ist die Situation im Kfz-Gewerbe noch relativ entspannt. Doch die Lage droht sich zu verschlechtern.

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In der Kfz-Branche wächst die Zahl der Betriebe mit massiven Liquiditätsproblemen.
In der Kfz-Branche wächst die Zahl der Betriebe mit massiven Liquiditätsproblemen.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die Tendenz steigender Insolvenzzahlen im Kfz-Gewerbe hat sich zum Jahresstart deutlich fortgesetzt. Wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht, sprang die Zahl der Firmenpleiten in der Branche im Januar um zwei Drittel nach oben (+65 %). Insgesamt wurden im ersten Monat des Jahres 33 Firmenpleiten im Kfz-Umfeld gezählt.

Im historischen Vergleich ist das jedoch ein niedriger Wert. Zum Jahresstart in der Zeit vor der Coronakrise mussten regelmäßig zwischen 40 und 60 Betriebe ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen. Generell ist die Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe ausweislich der Destatis-Statistik seit Jahren rückläufig.

Vergleicht man die Januar-Entwicklung mit der gesamtwirtschaftlichen Tendenz, schneidet das Kfz-Gewerbe schlecht ab. Über alle Branchen hinweg sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 4,6 Prozent auf 1.057 Fälle im Vergleich zum Januar 2021. Für die kommenden Monate erwartet das Destatis generell eine steigende Zahl an Pleiten, da zuletzt deutlich mehr Anträge auf Regelinsolvenz bei den Gerichten eingegangen sind. Diese Daten lassen sich aber noch nicht auf die einzelnen Branchen herunterbrechen.

Im Januar 2022 stieg die Zahl der Pleiten durchweg in fast allen Bereichen der Kfz-Branche. Am wenigsten auffällig war dabei die Entwicklung im Bereich des Kfz-Service: Hier mussten im Berichtszeitraum 11 Betriebe Insolvenz anmelden, zwei mehr als ein Jahr zuvor. Deutlich schlechter entwickelte sich die Lage dagegen im Kfz-Handel mit 15 statt zuvor 7 Pleiten (+114 %). Ob sich darin die mangelnde Fahrzeugverfügbarkeit niederschlägt, geht aus der Statistik nicht hervor.

Prozentual am stärksten gestiegen sind die Fallzahlen im Teilehandel, wo 6 statt zuletzt 2 Betrieben das Geld ausging (+200 %). Allerdings fallen bei derart niedrigen Zahlen geringe Veränderungen prozentual stark ins Gewicht. Das gilt auch für die Motorradbetriebe, wo sich die Fallzahl von 2 auf 1 halbierte.

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