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Krise zwischen Peugeot und dem Händlerverband

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Kommunikation zwischen Peugeot Deutschland und dem Händlerverband funktioniert nicht mehr. Stattdessen richtet sich der Importeur direkt an die Partner, von denen mehrere aus dem Verband ausgetreten sind. Nun fürchten vor allem die kleinen Betriebe eine Zweiklassengesellschaft.

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(Foto: Peugeot)

Zwischen Peugeot Deutschland und dem Peugeot-Partnerverband (VPPD) kriselt es kräftig. Die Kommunikation zwischen VPPD und der Geschäftsleitung des Importeurs ist im Allgemeinen zurzeit nicht die beste, teilte der VPPD im Nachgang zu seiner Mitgliederversammlung in Schweinfurt, zu der keine Pressevertreter eingeladen waren, mit.

Jüngstes Beispiel: Importeur und Verband machten am gleichen Tag eine Veranstaltung für die Händler. Das sei natürlich nicht beabsichtigt gewesen, versicherte Peugeot-Deutschlandchef Steffen Raschig laut Mitteilung. Die Folge: Es kamen noch weniger Teilnehmer zur Mitgliederversammlung als in den vergangenen Jahren. Aus Branchenkreisen hieß es, dass sich in Schweinfurt gerade noch „40 Servicepartner und eine Handvoll Händler eingefunden“ hätten.

Was in der Terminkollision deutlich zum Ausdruck kam, setzt sich im Alltag zwischen Importeur und Verband fort. So hat sich beispielsweise der Arbeitskreis „Vertrieb und Marketing“ seit acht Monaten mit Peugeot Deutschland nicht mehr getroffen. Zudem seien alle Schreiben zuletzt vom Importeur nicht mehr beantwortet worden.

Zur derzeitigen Situation hat wohl auch der Verband kräftig beigetragen. Die Unstimmigkeiten innerhalb des Gremiums sind bereits im vergangenen Jahr deutlich geworden. Viele große Händler sehen sich vom Verband nicht mehr vertreten und äußerten dies entsprechend. Ihnen fehlen die Veränderungen und der Aufbruch innerhalb der Organisation. In der Folge kam es in den vergangenen Monaten zu diversen Austritten großer Peugeot-Partner aus dem Händlerverband.

Forderung nach intensiverem Diskurs

Das schwächt den Verband. Die Befürchtung der in Schweinfurt anwesenden Mitglieder ist eine Zweiklassengesellschaft: Es sei keine Lösung, wenn der Importeur beispielsweise anstehende Vertriebsthemen lediglich mit von ihm ausgesuchten Händlern bespricht, die in allererster Linie nur ihre eigenen Interessen im Auge hätten, so der VPPD. Und weiter: Damit, so die übereinstimmende Auffassung der Anwesenden, würden jene nämlich weder den Kollegen noch unter dem Strich sich selbst einen guten Dienst erweisen.

Die in Schweinfurt anwesenden Peugeot-Partner zeigten sich über diese Entwicklungen äußerst besorgt und forderten die Peugeot-Vertreter auf, den Diskurs mit dem Verband wieder zu intensivieren.

Fragt man bei den großen Handelsgruppen nach, läuft die offizielle Kommunikation. „Manchmal müsste man nachhaken, aber grundsätzlich gibt es da keine großen Probleme“, berichtet der Geschäftsführer einer großen Autohausgruppe, der nicht genannt werden will.

Dabei wäre gerade jetzt ein starker Händlerverband von Nöten. Wie »kfz-betrieb« aus Branchenkreisen erfuhr, verhandelt Peugeot mit seinen Händlern auf europäischer Ebene über die Anpassung der Verträge. Mit dabei: Albert Schwinn. Er steht nicht nur als Präsident an der Spitze des deutschen Partnerverbandes, sondern auch des europäischen Partnerverbandes AECP.

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