KÜS: Oldtimernabnahme H-Kennzeichen

Ziel mit Hürden

03.05.2010 | Autor: Steffen Dominsky

„Einmal H bitte“: Triumph TR6 beim KÜS-Partner „Kuba“ zur H-Kennzeichen-Abnahme.
„Einmal H bitte“: Triumph TR6 beim KÜS-Partner „Kuba“ zur H-Kennzeichen-Abnahme.

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Da steht er nun, der Traum in Rot. So sieht es zumindest der Besitzer des alten Triumph. Das gute Stück macht auf den ersten Blick auch wirklich was her. Jeder, der den TR6 auf und abseits der Straße sieht, dreht sich nach ihm um und mustert Fahrzeug und Fahrer anerkennend. Also kein Problem, eine Zulassung als „historisches Kulturgut“ zu bekommen – möchte man meinen.

Doch halt: Ganz so einfach ist es nicht. Musste ein Fahrzeug im Rahmen der alten StVZO zur Erlangung eines H-Kennzeichens lediglich ein Mindestalter von 30 Jahren vorweisen, so sieht die Sache seit dem 1. März 2007 schon deutlich anders aus. Seit diesem Zeitpunkt regelt die neue Fahrzeug-Zulassungsverordnung, kurz FZV, die Anerkennung als Kulturgut und fordert die Erfüllung eines zusätzlichen Kriteriums: das des Zustands.

Im Detail: Musste der rüstige Oldie bisher lediglich seine Sicherheit im Rahmen der allgemeinen Hauptuntersuchung (HU) unter Beweis stellen, so muss es fortan außerdem einem „besseren“ Zustand als „3“ (siehe Tabelle rechts „Mehr zum Thema“) entsprechen – soll heißen, der Wagen muss nicht im „gebrauchten“, sondern im „gepflegten“ Zustand sein – und damit quasi eine „3+“ vorweisen.

Problem: gesetzliche Regelung

Die Eigenschaften, die ein Fahrzeug haben musste bzw. durfte, waren im § 21c der StVZO geregelt. Das Problem: Der Gesetzgeber hat diesen Paragraf nicht in die neue FZV mit übernommen, einen neuen schuldet er seitdem. Im Klartext bedeutet das: Den Prüforganisationen stehen streng genommen keine rechtlich gültigen Maßstäbe für die Begutachtung eines Fahrzeugs nach H-Kriterien zur Verfügung. Ihnen bleibt in der Praxis nichts anderes übrig, als die in § 21c festgelegten Anforderungen weiterhin anzuwenden.

„Daran wird sich so schnell auch nichts ändern“, beschreibt Cristoph Diwo von der Prüforganisation KÜS die Situation. „Das Thema Oldtimer gehört sicher nicht zu den dringendsten Aufgaben der neuen Regierung, die es zu lösen gilt.“ Die Mitte des Jahres aufgekommene Hoffnung, hier zeitnah eine Lösung zu bekommen, mussten die Beteiligten bald wieder begraben.

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