Lada Kalina: Neuauflage als Preisbrecher

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Hinter dem russischen Fabrikat steckt mehr als der Allrad-Klassiker Niva/Taiga. Jetzt bringt Lada die zweite Generation des Kleinwagens Kalina auf den Markt. Wichtigstes Argument ist der Preis.

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Der Lada Kalina kostet in Deutschland nur noch 6.950 Euro.
Der Lada Kalina kostet in Deutschland nur noch 6.950 Euro.
(Foto: Lada)

Lada bringt in Deutschland die zweite Generation des Kalina als Preisbrecher auf den Markt. Wie der Importeur des russischen Fabrikats mit Sitz in Buxtehude mitteilt, steht das Modell nun für 6.950 Euro im Importzentrum bereit. Bisher waren für den Kalina 8.490 Euro fällig. Damit bietet das Fabrikat, das im vergangenen Jahr noch 1.180 Fahrzeuge neu zugelassen hat, den Kleinwagen auf dem Preisniveau des Dacia Sandero (ab 6.890 Euro) an.

Trotz der Neuauflage bleibt der Kalina ein spartanisches Modell, wenn auch nun das ESP endlich in Serie unter dem Blechkeid arbeitet. Ebenfalls neu sind die Sitze und das Lenkrad, das Armaturenbrett wurde überarbeitet und zusätzlich Tagfahrleuchten verbaut. Erhältlich ist der Kalina als 3,89 Meter lange fünftürige Limousine (in der Lada-Nomenklatur der 2192) und als 4 Meter langer Kombi (als Lada 2194) mit Platz für bis zu 670 Liter Gepäck.

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Nichts Neues gibt es zunächst unter der Motorhaube. Hier verrichtet der bekannte 1,6-Liter-Benziner mit acht Ventilen und einer Leistung von 64 kW/87 PS seinen Dienst. Mitte des Jahres soll ein moderner Motor kommen. Als Alternative ist bei Lada zudem immer die Umrüstung auf Autogas verfügbar, die im Importzentrum für rund 2.000 Euro Aufpreis durchgeführt wird.

In der Kombi-Version gibt es den Kalina mit Leichtmetallfelgen, Metalliclackierung sowie Zentralverriegelung mit Fernbedienung für 7.990 Euro. Ob das allerdings reicht, um gegen die etablierte Konkurrenz anzukommen, darf bezweifelt werden. Während der Kalina in Russland einige Zeit lang das meistverkaufte Modell war, läuft das Fahrzeug in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts unter „Sonstige“. 96,5 Prozent der Verkäufe des Vorjahres bestritt der Importeur mit dem Allrad-Modell Niva/Taiga. Die restlichen 3,5 Prozent teilt sich der Kalina wiederum mit der Stufenheck-Limousine Granta.

Dennoch scheint der zur Renault-Nissan-Allianz gehörende Autobauer die europäischen Märkte außerhalb Russlands nicht ganz abgeschrieben zu haben. „Der Importeur bestätigt mit der Preisoffensive eine Neuausrichtung des Lada-Herstellers Avtovaz in Richtung Europa /Deutschland“, heißt es in der Mitteilung von Lada Deutschland.

Dahinter steckt die Marschrichtung von Lada-Chef Bo Anderson, in diesem Jahr angesichts des schwachen russischen Marktes rund 150.000 Neuwagen in den Export zu geben. Lada hatte im Jahr 2014 gut 510.000 Fahrzeuge produziert, aber nur knapp 450.000 Einheiten verkauft, davon 387.000 auf dem Heimatmarkt. Der Verlust war in der Folge von 35 Millionen Euro im Jahr 2013 auf rund 180 Millionen Euro gestiegen.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«