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Ladesäulen: Das sollten freie Werkstätten beachten

| Autor: Jakob Schreiner

Entscheidet sich ein Betrieb dazu, eine Ladestation auf seinem Gelände zu installieren, stehen einige Fragen im Raum – von der Auswahl der Hardware über die Installation bis hin zum Betrieb und den Fördermöglichkeiten. Antworten lieferte der ZDK auf der Tagung der Bundesfachgruppe.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Mit der Wahl des Modells und der Installation ist es längst nicht getan, wenn Kfz-Unternehmen eine Ladestation für Elektroautos aufstellen wollen. Auch über den künftigen Betrieb der Säule sollten freie Kfz-Betriebe nachdenken, wie Niklas Hostnik vom ZDK auf der Tagung der Bundesfachgruppe „Freie Werkstätten“ berichtete. Im Vorfeld sollte beispielsweise geklärt werden, ob die Ladesäule öffentlich oder nicht-öffentlich betrieben werden soll.

Denn ein öffentlicher Ladeplatz muss dann auch die Anforderungen der Ladesäulenverordnung (LSV) erfüllen. Von dieser Entscheidung hängt auch ab, ob eine Förderung aus öffentlicher Hand möglich ist. Der Bund hat dafür vorerst einen Fördertopf von 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, von dem etwa 200 Millionen bereits ausgeschöpft sind.

Gefördert werden neben der Hardware auch die Kosten für den Netzanschluss. Die Summen, die zur Verfügung gestellt werden, variieren je nach Ladeleistung der Säule zwischen 2.500 und 30.000 Euro. Der Netzanschluss wird mit bis zu 50.000 Euro gefördert. Neben der bundesweiten Förderung gibt es auch Unterstützung auf Landesebene. Hier rät Hostnik, die finanziellen Nachteile aus dem Anforderungsprofil der Programme genau zu prüfen und den Fördersummen gegenüberzustellen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf sogenannte „Full-Service-Betreiberkonzepte“ zurückzugreifen. Verschiedene Dienstleister bieten derartige Konzepte an und übernehmen dann – je nach Programm – die Kosten für Hardware, Installation, Service und Betrieb der Ladesäule. Das sei besonders dann sinnvoll, wenn die Anbindung an einen Elektromobilitätsprovider (Fahrstromanbieter) geplant ist.

Entgeltliche oder unentgeltliche Abrechnung

Für den späteren Betrieb ist ebenfalls relevant, ob der Strom entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden soll. Denn hier prallen Eichrecht und Preisabgabenverordnung (PAngV) aufeinander und machen widersprüchliche Angaben. Das Eichrecht besagt, dass seit dem 1. April 2019 Ladesäulen, über die der „Kraftstoff“ verbrauchsabhängig abgerechnet wird, vollumfänglich eichrechtskonform sein müssen. Ausnahmen gibt es dabei allerdings für Ladepunkte mit pauschalen Vergütungssystemen, verbrauchsunabhängige Flatrates oder kostenloser Stromabgabe. Die PAngV hingegen widerspricht dem Eichrecht und sieht eine auf das Kilowatt genaue Abrechnung vor. Beide Vorgaben sind geltendes Gesetz – die zuständigen Behörden bestehen aber noch nicht auf die Umsetzung.

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 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik