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Leasing weiter im Aufwind

| Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Die Leasingbranche wächst im laufenden Jahr stärker als die deutsche Wirtschaft. Das Fahrzeugleasing ist starker Wachstumstreiber im Leasingmarkt.

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Kai Ostermann, Präsident des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), kann gute Zahlen für 2019 vermelden.
Kai Ostermann, Präsident des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), kann gute Zahlen für 2019 vermelden.
(Bild: BDL)

Die Leasingwirtschaft wuchs 2019 deutlich stärker als die deutsche Wirtschaft, ihr Neugeschäft steigerte sich um neun Prozent. Für 74,4 Milliarden Euro realisierten die Leasinggesellschaften in Deutschland Investitionen in Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Equipment und andere Wirtschaftsgüter, davon 9,1 Milliarden Euro mittels Mietkauf. Der Leasinganteil an den Ausrüstungsinvestitionen erhöht sich auf 24 Prozent. Von den außenfinanzierten Investitionen werden rund 54 Prozent aktuell über Leasing realisiert.

Das teilte der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) auf einer Pressekonferenz mit. Verbandspräsident Kai Ostermann erklärte dazu: „In unsicheren Zeiten stellen viele Unternehmen ihre Investitionspläne zurück. Wenn überhaupt investiert wird, nutzen sie verstärkt Leasing.“ Leasing erweise sich somit als Investitionsmotor der deutschen Wirtschaft. Auch für die aktuellen Herausforderungen, wie fortschreitende Digitalisierung, Elektromobilität, Energieeffizienz oder moderne Umwelttechnik, biete die Leasingbranche passende Instrumente an. So unterstütze Leasing die Wirtschaft beim Klimaschutz: Laut EU-Kommission müssen jährlich europaweit zusätzlich 180 Milliarden Euro investiert werden, um die Energie- und Klimaziele der EU zu erreichen.

Fahrzeugleasing als Wachstumstreiber

Treiber des Leasingwachstums sind 2019 vor allem das Fahrzeug- und IT-Leasing. Das Fahrzeugleasing, das mit Pkws und Nutzfahrzeugen einen Anteil von 78 Prozent am Leasingmarkt hält, verzeichnet ein Plus von 9 Prozent. „Das gute Neugeschäft im Fahrzeugsektor ist zum einen auf Nachholeffekte aufgrund des WLTP-bedingten Beschaffungsstaus im zweiten Halbjahr 2018 zurückzuführen“, erklärt der BDL-Präsident. „Zum anderen ist Leasing und vor allem das Fahrzeugleasing für Unternehmen attraktiver denn je.“

Zwei von fünf neu zugelassenen Kraftfahrzeugen sind inzwischen geleast. Neben der Flexibilität, die Leasing bietet, sieht Ostermann in den ergänzenden Services der Leasinggesellschaften wie Wartung, Inspektion, Schadenmanagement etc. entscheidende Kriterien, warum sich Unternehmen für das Leasing von Fahrzeugen entscheiden.

Leasing begleite die Unternehmen auch bei ihren Investitionen in den digitalen Wandel, betonte Ostermann. Die Digitalisierung wirke als Treiber für nutzungsbasierte Abrechnungen beim Leasing, denn sie ermögliche neue Finanzierungs- und Servicemodelle durch die Erfassung und den Austausch nutzungsbasierter Daten.

Stabiles weiteres Wachstum erwartet

Für 2020 erwartet die Branche ein stabiles Neugeschäft. „Größere Wachstumsraten sind angesichts der konjunkturellen Aussichten und der sich weiter eintrübenden Investitionsstimmung nicht zu erwarten“, erklärt der BDL-Präsident. „Investitionen sind jedoch der Schlüssel für Wachstum, Beschäftigung und damit für Wohlstand“, warnt der BDL-Präsident. Deutschland benötige daher dringender denn je eine Investitionsoffensive, um die Investitionsbedingungen von Unternehmen zu verbessern und Anreize für mehr Investitionen am Standort zu setzen.

Aber die Leasingwirtschaft dürfe nicht durch überbordende Bürokratie und regulatorische Pflichten in ihrer Rolle als Investitionsmotor behindert werden. Ein erhebliches Hindernis sei nach wie vor der starke Regulierungsdruck, der auf der Branche laste. „Alle wesentlichen Regulierungsinitiativen richten sich zunächst an international tätige Großbanken. Von diesen Großbanken werden die Standards abgeleitet – letztlich auch für die mittelständische Leasingbranche“, erläutert Ostermann. Leasinggesellschaften seien jedoch keine Banken. „Sie sind kleiner, weniger komplex und tragen ein deutlich geringeres Risiko.“

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