Lincoln Continental: Rückkehr des Chauffeur-Traumwagens

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Keine andere US-Limousine wurde so oft in die Länge gezogen wie der Lincoln Continental, der auf der Stretchbank zum Town Car wurde. Jetzt ist er nach 15 Jahren wieder da.

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Ford-Tochter Lincoln belebt die Limousine Continental wieder.
Ford-Tochter Lincoln belebt die Limousine Continental wieder.
(Bild: Ford)

Amerika und seine Autos! Wenn man sich anschaut, wo die Amis hingekommen sind, dann kann man den Zorn von US-Präsident Donald Trump über die Verwerfungen in der automobilen Plattentektonik durchaus verstehen. Schließlich ist von Glanz und Gloria der Großen Drei nicht mehr viel übrig. Allerdings sollte sich der böse Blick aus dem Weißen Haus nicht auf Deutschland richten, sondern nach Detroit. Denn dort haben sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten einfach zu viel Masse produziert, als dass dabei noch Klasse hätte herauskommen können.

Nirgendwo wird das deutlicher als in der Luxusliga. Während die Amerikaner dort im letzten Jahrhundert mit Marken wie Duesenberg, Cadillac oder Packard noch in der gleichen Liga gespielt haben wie Rolls-Royce oder Maybach, müssen sie sich mittlerweile von Mercedes, BMW und Audi eine lange Nase drehen lassen.

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Cadillac kann man dabei wahrlich keinen Vorwurf machen. Die nobelste aller GM-Töchter kämpft redlich gegen die Übermacht aus dem Ausland, schickt unverdrossen neue Luxuslimousinen ins Rennen gegen S-Klasse, Siebener und A8 und stellt tapfer den Regierungsfuhrpark bis hinauf zur Präsidentlimo „The Beast“, deren Neuauflage gerade die letzten Runden auf der Teststrecke dreht.

Doch Chrysler hat sich mit dem New Yorker schon seit Jahrzehnten aus dem Oberhaus verabschiedet und der feine Ford-Ableger Lincoln zuletzt irgendwie die Richtung verloren. Denn obwohl die früher – nomen es omen - nicht minder präsidiale Marke mit dem Continental und dem von ihm abgeleiteten Town Car über Jahrzehnte zumindest den wichtigen Markt für Chauffeurs- und Limousinendienste dominiert hat, haben die Amis plötzlich nur noch auf protzige SUV und verstörend uncoole Crossover gesetzt.

Nicht minder stolz als ein Maybach

Doch damit ist es jetzt vorbei. Seit ein paar Monaten ist der legendäre Continental zurück und kämpft sich so langsam wieder auf die Bühne des automobilen Oberhauses. Die neue Auflage knüpft nach 15 Jahren Pause zwar an die Tradition der stolzen Stretchlimousinen an, gibt sich aber betont seriös und souverän. Das gilt für ihr Design mit einem neuen Grill, der nicht minder stolz ist als bei einem Maybach oder einem Siebener, einer schnörkellosen Silhouette und einer modernen Grafik für die LED-Leuchten. Und es gilt mehr noch für die Technik unter dem feinen Smoking aus Blech.

Nicht umsonst hat Lincoln für den Lulatsch von 5,12 Metern eine neue Plattform entwickelt, die modernesten Motoren aus dem Ford-Regal geholt und das Flaggschiff mit aller Finesse ausgestattet, die der Konzernbaukasten so hergibt – ein imposantes Infotainment-Center samt großzügiger Panorama-Kamera, ein adaptives Fahrwerk, das sich 23.000 Mal in der Sekunde neu einstellt, alle gängigen Assistenzsysteme und prozessorgesteuerte Türgriffe inklusive.

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