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Lincoln Navigator: Mehr Schiff als SUV

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Lincoln kämpft um jüngere Kunden. Die Neuauflage des Riesen-SUVs Navigator soll nun vor allem Familien locken. Doch einige Ausstattungsdetails verraten, wen die Ford-Tochter eigentlich als Käufer im Hinterkopf hat.

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Nach 15 Jahren hat Lincoln den Navigator neu aufgelegt.
Nach 15 Jahren hat Lincoln den Navigator neu aufgelegt.
(Bild: Lincoln)

Der nautisch angehauchte Name ist kein Zufall: Der neue Lincoln Navigator ist ein echtes Schiff. Mit rund 5,35 Meter (Langversion: 5,67 Meter) Länge überragt er seinen Vorgänger noch einmal deutlich, Europas SUV-Riesen Porsche Cayenne und Audi Q7 wirken neben dem zwei Meter hohen und nahezu drei Tonnen schweren Kasten fast schon zierlich. Kein Wunder, stammt die Plattform doch vom Pick-up-Truck Ford F-150, dessen Ladefläche größer ist als die Grundfläche mancher Kleinstwagen.

Entsprechend geräumig geht es innen zu, wo dank dritter Sitzreihe neben dem Fahrer bis zu fünf Passagiere richtig viel Platz haben. Weil auf Raumökonomie kaum Rücksicht genommen werden musste, gibt es vor allem für Fahrer und Beifahrer extra mächtige Sessel wie in der Flugzeug-Business-Class: mit dicken Polstern und 30 elektrischen Einstellmöglichkeiten. Die Insassen dahinter freuen sich über Rear-Seat-Entertainment, 10-fach W-Lan und eigene USB-Ports.

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Lincoln will mit dem erstmals seit 15 Jahren rundum erneuerten Navigator nicht zuletzt wohlhabende Familien ansprechen. Die Edelmarke des Ford-Konzerns leidet seit Jahren an behäbigem Image und überalterter Kundschaft. Mit der kürzlich präsentierten Limousine Continental und vor allem dem neuen Groß-SUV soll sich das ändern.

So ganz traut man in Michigan der neuen Zielgruppe aber offenbar nicht, wie zwei ungewöhnliche Posten der Ausstattungsliste zeigen. Denn die breite Trittstufe, die beim Öffnen der Tür aus dem Seitenschweller herunterfährt, dürfte vor allem ältere Herrschaften ansprechen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis dieser Klientel werden wohl auch die speziell beworbenen Bewegungssensoren entgegenkommen, die Alarm schlagen, sobald sich jemand Zutritt zum Fahrzeug verschaffen will.

Sechszylinder mit ordentlich Power

Vergleichsweise neu ist der Motor, auch wenn er bereits seit 2015 für den Vorgänger zu haben war. Dort ergänzte der 3,5-Liter-Turbo-Sechszylinder das traditionell durstige V8-Programm um ein modernes Downsizing-Aggregat, das wahlweise alle vier oder nur die hinteren Räder antreibt. An Kraft dürfte es dem Ford-Triebwerk dank 331 kW/450 PS Leistung nicht mangeln. Auch nicht im Wettbewerb mit dem Hauptkonkurrenten Cadillac Escalade, der unverändert auf acht Zylinder setzt.

Die beiden großen SUV kämpfen seit kurz vor dem Jahrtausendwechsel um die Krone in der obersten Dickschiff-Liga der USA. Hatte anfangs der Lincoln die Nase vorn, musste er die Alternative von General Motors zuletzt ziehen lassen. Von rund 30.000 Einheiten ist der jährliche Absatz zuletzt auf etwa 12.000 gesunken. Der Neue soll nun wieder für Schwung sorgen und der Marke Geld in die Kassen spülen. Die Gewinnmarge im Segment der Luxus-SUV auf Truck-Plattform gilt als eine der größten überhaupt. Trotzdem oder gerade deshalb: Einen Preis nennt Lincoln noch nicht.

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