MG-Submarke Preise für IM-Modelle stehen

Quelle: sp-x 4 min Lesedauer

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Die zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Automarke strebt nun auch hierzulande nach Höherem. Ab Herbst sollen eine Businesslimousine und ein SUV die technologische Speerspitze Richtung Premium bilden.

Das Platzangebot des IM6 ist aufgrund des fast drei Meter langen Randstands üppig und wird subjektiv durch das riesige Panoramadach noch verstärkt.(Bild:  MG)
Das Platzangebot des IM6 ist aufgrund des fast drei Meter langen Randstands üppig und wird subjektiv durch das riesige Panoramadach noch verstärkt.
(Bild: MG)

Erfolg macht mutig und erhöht bisweilen die Risikobereitschaft. Zu beobachten ist dies derzeit bei MG. Die einst britische Marke – sie gehört seit fast 20 Jahren zum chinesischen Autokonzern SAIC – tummelte sich bislang im Markt der sogenannten Brot-und-Butterautos, und dies recht vielversprechend. Voriges Jahr verkaufte SAIC über 4,5 Millionen Autos. Der MG4 EV, ein Kompaktmodell in Golf-Größe, avancierte bei uns in kurzer Zeit zum meistverkauften Elektroauto aus chinesischer Produktion. Mittlerweile zählen auch zwei recht attraktive SUVs, der S5 EV und der S6 EV, zum europäischen Portfolio.

Jetzt plant man den Aufstieg in die Premium-Klasse, gründete hierzu schon vor über fünf Jahren die Submarke „IM“. Die Buchstaben – ausgesprochen Ei-Emm – stehen für die englische Bezeichnung „Intelligence in Motion“. Untermauert werden soll der Premiumanspruch durch neu entwickelte Technologien. So sind die 4,93 Meter lange Businesslimousine MG IM5 und das technisch identische SUV IM6 (4,90 Meter) die ersten Elektromodelle für Europa, die auf einer 800-Volt-Architektur basieren, Heck- oder Allradantrieb sowie Allradlenkung haben.

Trotz üppiger Ausstattung und hochwertiger Qualität im Interieur will MG sich preislich auf moderatem Niveau bewegen, zielt hierzulande wie schon im Heimatland hauptsächlich auf Tesla. Doch auch Xpeng, Xiaomi und Zeekr, eine Premiummarke von Geely, dürften zum IM-Umfeld zählen. Weniger im Fokus hat man dagegen die deutlich teureren Modelle von BMW, Audi und Mercedes. Für den IM5 sind mindestens 53.990 Euro fällig. Das SUV IM6 startet bei 56.990 Euro. Um mit solchen Preisen noch Gewinne zu erwirtschaften, braucht es zum einen die günstige Produktion in China, zum anderen einen schon etablierten Vertrieb in Europa. Der ist vorhanden. IM wird damit weder eigene Showrooms noch exklusive Händler erhalten, sondern vollständig ins bestehende Netz eingebunden.

Die Mehrzahl der Kunden dürfte sich auch bei uns für die praktikablere SUV-Variante entscheiden. Das Platzangebot ist aufgrund des fast drei Meter langen Randstands üppig und wird subjektiv durch das riesige Panoramadach noch verstärkt. Hinter den Rücksitzen bleibt Raum für 665 Liter an Gepäck, liegen die Lehnen flach, sind es bis zu 1.640 Liter. Wert hat MG auch auf den Komfort gelegt. Eine doppelte Verglasung soll die Fahrgeräusche merklich mindern, eine optionale Luftfederung den Reisekomfort erhöhen.

Im Boden steckt ein Akku mit einer Kapazität von 100 kWh. MG gibt eine WLTP-Reichweite 625 Kilometer (Heckantrieb) und 545 Kilometer für die Version mit zwei Elektromotoren (Allrad) an. Während der Heckantriebsvariante eine Leistung von 300 kW/407 PS und ein Drehmoment von 500 Newtonmeter zur Verfügung steht, wird es beim IM6-Allrad schon richtig knackig: 553 kW/751 PS und 802 Nm Drehmoment. Das technische Datenblatt weist 3,5 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h auf. Bei 220 km/h wird das SUV abgeregelt.

Stolz sind die chinesischen IM-Entwickler auf die Ladetechnik. An DC-Schnellladesäulen sollen bis zu knapp 400 kW möglich sein. Im optimalen Umfeld könnte so der Akku von zehn auf 80 Prozent seiner Kapazität in 17 Minuten gebracht werden und hätte dann genügend Energie für die nächsten 355 Kilometer.

Weit vorne fühlt man sich bei MG auf jeden Fall in Sachen Konnektivität, Fahrassistenz und Infotainment. Das Cockpit ziert ein langgezogenes Panoramadisplay, in der Mitte darunter sitzt zusätzlich ein vertikaler Bildschirm, über den nahezu sämtliche Bedienung läuft. Sogenannte Hard Keys, also physische Schalter, sind weitestgehend verbannt. Damit geht MG genau den umgekehrten Weg, wie er gerade bei den deutschen Autobauern stattfinde – dort heißt es weg von zu viel Touch.

Neu im Cockpit beider IM-Modelle ist ein sogenannter Rainy-Night-Mode. Er hilft bei Regen und Dunkelheit in unübersichtlichen Situationen (Abbiegen, Fußgänger, Fahrradfahrer etc.), den Durchblick zu wahren. Das Verkehrsgeschehen wird auf dem Display angezeigt. Ebenfalls neu ist der One-Touch-iAD-Parkassistent. Ein Fingertipp auf das Symbol im Display genügt, und der Wagen parkt automatisch längs oder quer ein und kann sogar bis zu 100 Meter von alleine rückwärtsfahren, falls man sich einmal in einer engen Sackgasse verirrt hat.

Mit den gleichen technischen Features ist der MG IM5 ausgestattet, auch was Batterie und Motoren angeht, herrscht Identität. Die Fünfmeter-Limousine im Fastback-Look schafft dank ihrer besseren Aerodynamik gegenüber dem SUV sogar eine Reichweite von bis zu 710 Kilometer (Heckantrieb). Die Version mit Allrad kommt auf 575 Kilometer und kann dank der Leistung von 553 kW (751 PS) ihre Passagiere auf Porsche-Turbo-Niveau in die Sitze drücken: Nach 3,2 Sekunden fällt die 100-km/h-Marke. Auch mit der Höchstgeschwindigkeit geizen die Chinesen nicht, regeln den IM5 erst bei 268 km/h ab. Es könnte sogar noch schneller gehen, der limitierende Faktor sind in diesem Fall die Reifen.

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