M-Roadster: Der sportlichste BMW Z4

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Praktikant AM

Der Sound in der Garage ist ohrenbetäubend. Dann drei faszinierende Runden im neuen BMW M-Roadster auf der Grand-Prix-Rennstrecke von Jerez. Adrenalin pur.

Die Luft ist im Süden Spaniens gerade einmal 11,5 Grad Celsius warm, aber die Reifen sind bereits durch den Ritt auf den Landstraßen der Umgebung von Jerez auf Temperatur gebracht. Der bullige Sechszylinder röhrt vollmundig aus der vierflutigen Edelstahl-Auspuffanlage. Am Ende von Start und Ziel geht es zunächst in eine scharfe Rechtskurve. Der Tourenzähler zeigt 6.800 Umdrehungen pro Minute – der Z4 kann 7.900. Beim Anbremsen zeigt sich das Heck stoisch ruhig. Dann eine kurze Gerade und wieder eine scharfe rechts – ohne Probleme.

Der dritte Gang bleibt stehen und eine Spur zu mitteltourig geht es in einen leichten Linksbogen. Die 343 PS des 3,2 Liter-Aggregats holen einen mit rund 400 Nm aus dem Drehzahlkeller heraus. 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden interessieren im Renntempo wie im Straßenverkehr niemand. Die ehemalige Formel-1-Rennstrecke von Jerez ist schnell und der M-Roadster mag sie ganz offensichtlich. Die Lenkung ist unglaublich präzise und von dem schweren Sechszylinder auf der Vorderachse ist nichts zu spüren.

Die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h

Die nächste Rechtskurve hängt leicht nach außen; trotzdem fühlt sich der 1,5 Tonnen schwere Bayer pudelwohl und donnert willig um die Ecke. Dieser Kurs will rund gefahren werden. Wer es zu kantig angehen lässt, kommt hier auf keine gute Zeit. Doch die erste Runde ist sowieso zum Herantasten. Vor der nächsten Rechtskurve wird per Tastendruck der Sportmodus gewählt. Das bringt ein paar Touren mehr und eine direktere Lenkung. Passt gut zur Strecke und zum Auto. Denn nach ein paar Sekunden blickt man auf die schnelle Bergab-Passage an der Südseite des Kurses. Geradeaus und gnadenlos schnell. Der Tacho der leicht modifizierten M-Instrumente zeigt 220 km/h bis es am Bremspunkt wieder voll in die Eisen geht. Wäre die Gerade länger gewesen, hätte man sich von der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h überzeugen können.

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Gut zu wissen: Die Bremsanlage genügt allen Motorsportansprüchen, muss auf dem schnellen Track von Jerez jedoch kräftig arbeiten. Sie quietscht, das nervt – schon seit den ersten Kilometern auf der Landstraße. Das laute Gequieke hört man auch von anderen Testwagen. Hier muss BMW zum Serienstart noch nachbessern. Das dürfte beim Verbrauch kaum gelingen. Statt der versprochenen 12,1 Liter Super-Plus genehmigte sich der sportliche Zweisitzer auf 100 Kilometer durchschnittlich knapp 16 Liter - selbstverständlich ohne Rennstrecke.

Der sportlichste BMW Z4

Nach der scharfen Rechtskurve erblickt man eine schnelle Doppel-Links-Passage und die Einfahrt ins „Rechteck“. Das Fahrwerk des sportlichsten BMW Z4 hat einmal mehr keinerlei Mühe; die etwas zu hohe Kurvengeschwindigkeit gleichen Anti-Schlupf-Regelung und Stabilitätsprogramm kaum spürbar aus. So sportlich der M-Roadster auch ist – man kann ihn jedem an die Hand geben und auch locker cruisen. Wer es auf einer Rennstrecke so richtig fliegen lassen möchte, muss nicht einmal DSC (ESP) ausstellen. Es ist prächtig abgestimmt und lässt dem Piloten alle Möglichkeiten.

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