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Mann + Hummel optimiert Filter Cubes am Stuttgarter Neckartor

Autor: Ottmar Holz

Seit Dezember 2018 verbessern 17 Filtersäulen die Luftsituation an Deutschlands Feinstaub-Hotspot Nummer eins, dem Stuttgarter Neckartor. Ab jetzt geht es dort auch den Stickoxiden an den Kragen.

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Die Filter-Cubes senken ab sofort auch die Belastung der Atemluft am Stuttgarter Neckartor mit NOx.
Die Filter-Cubes senken ab sofort auch die Belastung der Atemluft am Stuttgarter Neckartor mit NOx.
(Bild: Mann + Hummel)

Mann + Hummel hat die am Stuttgarter Neckartor installierten 17 Filter Cubes III am Mittwoch mit einer Technologie nachgerüstet, die neben der Feinstaub- auch die Stickstoffdioxid-Konzentration senkt. Im Februar hatte der Filtrationsspezialist die neue Technik zur Reduzierung von Stickstoffdioxid (NO2) an belasteten Orten in seiner Firmenzentrale in Ludwigsburg vorgestellt.

Die Innovation trägt laut Firmenangaben zum Gesundheitsschutz von Menschen bei und könnte Fahrverbote in Innenstädten überflüssig machen. Bereits seit Ende letzten Jahres senken die Filtersäulen die Feinstaubbelastung am Stuttgarter Neckartor. Die ersten Auswertungen des Projekts zeigen einen wesentlichen Beitrag der Filter Cubes zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. Sie senken die Partikelkonzentration vor Ort um 10 bis 30 Prozent. Das entspricht 40 Prozent aller Feinstaubpartikel, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden. Die positiven Zwischenergebnisse der Feinstaubfiltration kann man laut Firmenangaben analog auf die Wirksamkeit der Technologie zur Senkung der Stickstoffdioxid-Konzentration übertragen. Das sollen Simulationsergebnisse eines unabhängigen Ingenieurbüros bestätigen.

Ausgestattet fangen die Filter Cubes III jetzt nicht nur Feinstaub, sondern auch Stickstoffdioxid aus der Luft auf. Bei der Nachrüstung mit einem von Mann + Hummel neu entwickelten Kombifiltermedium handelt es sich um eine vorübergehende Lösung. Damit will der Filtrationsspezialist möglichst schnell zur Senkung der Stickstoffdioxid-Belastung am Stuttgarter Neckartor beitragen. Im August 2019 werden alle 17 Filter Cubes III durch weiterentwickelte Systeme mit größerer Filterfläche und stärkeren Lüftern ersetzt. Zudem erhöht Mann + Hummel die Gesamtzahl der Anlagen von 17 auf 23. Die Maßnahmen sollen die Wirkung im Vergleich zur vorübergehenden Lösung noch weiter steigern.

Geringer Druckverlust senkt Energiebedarf

Nach dem Austausch der Anlagen im August erwartet Mann + Hummel sowohl für Feinstaub als auch für Stickstoffdioxid eine Reduzierung von 10 bis 30 Prozent der lokalen Konzentration. Das entspricht 40 Prozent aller Stickstoffdioxid- und Feinstaubemissionen, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden. An der Messstelle „Am Neckartor“ wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid (40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel) bisher regelmäßig überschritten.

Die Kombifilter verfügen entsprechend den bereits bekannten Produkten für Pkw-Klimaanlagen neben einer Filterlage für Partikel über zusätzliche Aktivkohlelagen, die Stickstoffdioxid adsorbieren. Der Ludwigsburger Filterspezialist setzt hochporöse Aktivkohlemedien ein, die durch ihre große Oberfläche sehr effektiv Stickstoffdioxid aufnehmen. Bei der Aufnahme finden verschiedene Prozesse statt; hierzu zählen physische Adsorption, chemische Bindung und katalytische Reduktion. Die Technologie zeichnet sich laut Hersteller durch einen besonders geringen Druckverlust aus, der es ermöglicht, die Luft bei sehr geringem Energieeinsatz effektiv zu reinigen.

In den Filter Cubes sind neben den Kombifiltern Ventilatoren eingebaut, die Umgebungsluft anziehen. Der Filter bindet über 80 Prozent des Stickstoffdioxids und des Feinstaubs aus der angesaugten Luft. Über eine Steuerungselektronik lässt sich der Betrieb der Filter bedarfsgerecht einstellen. Damit kann optimal auf die aktuelle Luftqualität reagiert werden. Sensoren erfassen Luft- und Wetterdaten, die in einer Cloud zusammengeführt und analysiert werden.

Auch Ludwigsburg setzt auf neue Filter Cubes

Im vierten Quartal 2019 beginnt in Ludwigsburg der Einsatz weiterer, mit Kombifiltern ausgestatteter Filter Cubes. Auf Basis eigener Berechnungen und einer Simulation des unabhängigen Ingenieurbüros geht Mann + Hummel davon aus, dass 23 Filter Cubes III auch die Schadstoffkonzentration an der Ludwigsburger Friedrichstraße, einer der Hauptverkehrsadern der Stadt, nachweislich verbessern werden. Auch an der dort gelegenen Messstation wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in den letzten Jahren überschritten.

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 Ottmar Holz

Ottmar Holz

Redakteur Service und Technik