Maybach Vision 6: Fährst du noch oder segelst du schon?

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Schon zum zweiten Mal enthüllt Mercedes-Designchef Gorden Wagener beim Concours d’Elegance in Pebble-Beach eine spektakuläre Maybach-Studie. Zwar wird das Sechs-Meter-Cabrio wohl nie in Serie gehen. Doch transportiert es trotzdem ein paar wichtige Botschaften.

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Die offene Version des Maybach Vision 6 ist eine Weiterentwicklung des Coupés aus dem vergangenen Jahr.
Die offene Version des Maybach Vision 6 ist eine Weiterentwicklung des Coupés aus dem vergangenen Jahr.
(Bild: Daimler)

Showtime auf dem vielleicht vornehmsten Golf-Platz der Welt: Kurz bevor in Pebble Beach das Schaulaufen der Oldtimer beginnt, hat Mercedes ein lustvolles Versprechen auf die Zukunft des Autos enthüllt. Denn am Rande des Concours d’Elegance hat Daimler-Designchef Gorden Wagener das Tuch vom Mercedes-Maybach Vision 6 Cabrio gezogen – einem fast sechs Meter langen Sonnenfänger für zwei Superreiche, der perfekt in die Szenerie der automobilen Hochkultur zwischen Carmel Valley und Monterey Peninsula passt.

Zwar ist das nautikblaue Cabriolet nur eine Weiterentwicklung aus dem vergangenen Jahr, wo der Maybach noch als feuerrotes Coupé auf dem Green glänzte. „Doch das Auto sah schon als kleines Modell offen so klasse aus, dass wir es einfach noch einmal in groß bauen mussten“, sagt Wagener. Und das Raunen der Reichen bei der Premiere gibt ihm recht.

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Selbst ein Rolls-Royce Dawn wirkt irgendwie plump und popelig neben der ebenso filigranen wie faszinierenden Luxusyacht für die Straße, die mit ganz wenigen Linien auskommt und allein auf die Überzeugungskraft ihrer ungewöhnlichen Proportionen setzt: Die vermutlich längste Motorhaube der Welt, eine extrem flache Silhouette und das Heck eines Segelboots – fertig ist die Reinkarnation der legendären Art-Deco-Schönheiten, die hier in Pebble Beach vor 80 Jahren als Neuwagen präsentiert wurden und jetzt um die begehrten Concours-Trophäen ringen.

Die Idee ist alt, aber die Ausführung könnte moderner kaum sein. Das gilt insbesondere für das Interieur. Denn wenn sich die von Fäden in Roségold durchwirkte und ansonsten blütenweiße Stoffmütze nach hinten faltet, blickt man in eine Luxuslounge aus Lack und Leder, in der sich selbst Captain Future zu Hause fühlen würde: Die kristallweißen Fauteuils schweben förmlich über einem gläsernen Mitteltunnel, und rund um die beiden Passagiere ziehen sich blau hinterleuchtete Displays für Navigation und Infotainment, die brillanter sind und aufwändigere Grafiken zeigen, als je zuvor.

Retro auch im Cockpit

Aber auch hier verliert Wagener die Vergangenheit nicht ganz aus dem Blick: Als gewollten Bruch mit dem digitalen Zauber im Cockpit pflanzt er deshalb klassische Analoginstrumente hinters Lenkrad. Schließlich trägt auch die Generation Smartphone wieder mechanische Uhren und entdeckt gerade die Schallplatte neu.

Auch unter dem Blech ist der offene Luxusliner zukunftsfest. Nicht umsonst fährt er mit einem – nun ja – vernünftigen und zeitgemäßen Elektroantrieb. Nur dass der bei einem Maybach eben ein bisschen mehr Leistung hat und die vier Motoren auf stolze 750 PS kommen. Das reicht für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in weniger als vier Sekunden und danach locker für ein standesgemäßes Spitzentempo von 250 km/h.

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