Mazda CX-30: Rein in die Lücke

Debüt des neuartigen Antriebs Skyactiv-X

| Autor: Julia Mauritz

Der neue CX-30 kostet mindestens 24.290 Euro.
Der neue CX-30 kostet mindestens 24.290 Euro. (Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Braucht es angesichts eines Mazda CX-5 und eines Mazda CX-3 wirklich noch ein drittes SUV-Modell? Diese Frage ist angesichts des überschaubaren Modellportfolios des japanischen Herstellers durchaus berechtigt. Die Antwort ist: Ja. Die Lücke ist groß genug für ein Modell, das genügend Platz für das Gepäck und Passagiere bietet, ohne für den urbanen Einsatz überdimensioniert zu sein. Folglich hoch sind auch Mazdas Verkaufserwartungen für das mindestens 24.290 Euro teure Modell, das am letzten Septemberwochenende seine Handelspremiere feiert. 4.000 Einheiten will der Leverkusener Importeur noch in diesem Jahr verkaufen. Für 2020 sind 16.000 Neuzulassungen geplant. Zum Vergleich: Vom CX-3 wurden 2018 hierzulande gut 16.500 Stück auf die Straße gebracht, der CX-5 kam auf gut 20.000 Einheiten. Gemeinsam generieren die beiden SUVs hierzulande damit mehr als die Hälfte der Gesamtverkäufe von Mazda.

Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Kaplan rechnet mit einer Eroberungsquote von knapp 70 Prozent. Gleichzeitig geht er davon aus, dass auch einige CX-3-, Mazda-3- und CX-5-Fahrer zum CX-30 wechseln werden. Vor allem junge Familien hat der japanische Hersteller mit dem nach dem Mazda 3 zweiten Vertreter der neuen Modellgeneration im Visier. Nennenswerte Lieferengpässe seien zumindest in der Startphase des neuen Modells nicht zu erwarten.

Ins Rennen schickt Mazda, der in Sachen Antriebstechnik gerne seine eigenen Wege geht, sein jüngstes SUV mit gleich drei verschiedenen Motortypen, die allesamt gut zum CX-30 passen: Neben dem 90 kW/120 Ps starken Einstiegsbenziner, dem der Hersteller eine 24-Volt-Mildhybridtechnik verpasst hat, und einem erstaunlich spritzigen 85 kW/116 PS starken Vierzylinder-Diesel, debütiert im CX-30 endlich der schon vor geraumer Zeit angekündigte Skyactiv-X-Motor – ebenfalls mit Mildhybridtechnik. Die Besonderheit des 132 kW/180 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziners, der ab Ende Oktober ausgeliefert wird, ist dessen neuartiges Brennverfahren: Er leitet die Verbrennung wie ein Dieselantrieb mittels Kompressionszündung ein, wobei die Zündkerze den richtigen Zeitpunkt steuert. Das Ergebnis: Der Verbrauch soll auf Dieselniveau liegen.

Skyactiv-X ist 2.500 Euro teurer als 122-PS-Benziner

Auf dem kurzen Loop, auf dem der Skyactiv-X zur Probefahrt bereitstand, konnte der neue Motor sein Können leider nicht richtig ausspielen, sodass ein Aha-Erlebnis ausblieb. Der neuartige Antrieb entpuppte sich als durchaus kultiviert und laufruhig, allerdings hatte der Dieselantrieb in puncto Kraftentfaltung im unteren Drehzahlbereich die Nase vorn. Der 180 PS starke Skyactiv-X-Antrieb, der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert 2.500 Euro mehr kostet als der der 122-PS-Benziner und 700 Euro mehr als der Diesel, braucht 8,2 Sekunden, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Das Drehmoment beträgt 224 Nm bei 3.000 U/min. Den Durchschnittsverbrauch gibt Mazda mit 4,6 bis 5,6 Litern an. Auf der kurzen Testfahrt schluckte der neue Antrieb, je nachdem, wie präzise man sich an die Schaltempfehlung hielt, zwischen 5,8 und 6,2 Liter Benzin. Zum Vergleich: Der 90 kW/120 PS starke Skyactiv-G-Benziner brachte es auf einer deutlich längeren Testroute, die über Landstraßen und Autobahnpassagen führte, auf ebenfalls durchaus annehmbare 6,3 Liter Verbrauch.

Folglich verwundert es nicht, dass Mazda dem Benziner auch den größten Verkaufsanteil zutraut: 57 Prozent der Kunden werden sich nach Ansicht des Leverkusener Importeurs für den Saugbenziner entscheiden, 33 Prozent für den Skyactiv-X. Der Diesel, der die Abgasnorm Euro 6d-Temp rein mit einem NOx-Speicherkatalysator erreicht, spielt indes im Motorenmix mit einem prognostizierten Verkaufsanteil von zehn Prozent lediglich eine Statistenrolle. So ist der Selbstzünder, anders als die Benziner, auch ausschließlich mit Frontantrieb verfügbar. Bei den Benzinern geht der Leverkusener Importeur davon aus, dass sich jeder dritte Kunden für eine Allradvariante entscheiden wird.

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