Hyundai „Mehr Geld in der Kasse“

Das Gespräch führten Andreas Wehner und Wolfgang Michel

Die Neuzulassungen bei Hyundai sind 2021 gestiegen, die Händlerrendite sank dagegen leicht. Kein Problem, sagt Hyundai-Geschäftsführer Jürgen Keller, denn dank immer höherwertiger Fahrzeuge steigen die Umsätze. Am Ende bleibt mehr übrig.

Jürgen Keller: „Wir werden unseren Wachstumsweg weiter verfolgen.“
Jürgen Keller: „Wir werden unseren Wachstumsweg weiter verfolgen.“
(Bild: Wehner/Vogel Communications Group)

Redaktion: Hyundai hat im vergangenen Jahr bei den Neuzulassungen zugelegt, der Marktanteil ist gewachsen. Und das in einem in vielerlei Hinsicht verrückten Jahr. Wie haben Sie das geschafft?

Jürgen Keller: Dafür gibt es drei Gründe. Der erste ist unsere Produktpalette. Wir haben 2020 alle wesentlichen Modelle erneuert. 2021 kamen dann wichtige neue Varianten wie die Plug-in-Hybride bei Tucson und Santa Fe oder die N-Modelle von i20 und Kona dazu. Vor allem aber haben wir unsere Palette im vergangenen Jahr erweitert und mit dem Bayon, dem Staria und dem Ioniq 5 drei neue Modelle auf den Markt gebracht. Der zweite Grund: Wir sind gerade da stark, wo die Nachfrage am größten ist – nämlich bei den SUVs und bei den alternativen Antrieben. Das macht sich in einem insgesamt schwachen Jahr für uns positiv bemerkbar. Und der dritte Grund ist unsere Stärke bei der Verfügbarkeit unserer Fahrzeuge im Handel. Zugegeben, die ist bei uns auch nicht immer perfekt, aber besser als bei vielen anderen.

Welche Rolle spielt denn die Chipkrise gerade?

Die Chip- oder Lieferkrise betrifft uns auch. Aber deutlich weniger als andere. Hyundai hat frühzeitig viele Prozesse über Joint Ventures oder Töchter ins eigene Haus gezogen. Hinzu kommt, dass unser Hersteller generell sehr nah an den Lieferketten in Korea dran ist. Die Art, mit Zulieferern umzugehen, ist zudem eine Kulturfrage. Es gehört in Korea einfach dazu, dass man fair mit Geschäftspartnern umgeht, was in der Branche in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen sein mag. Und wenn dann Produkte knapp werden, wird sich der Lieferant genau überlegen, wer sie bekommt.