Mercedes E-Klasse T-Modell: Schlauer Luxus-Kombi

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Kein Kombi ist auf dem langen Weg zum autonomen Fahrzeug weiter als das T-Modell der neuen E-Klasse. Um als ein reiner Lademeister mehr zu sein, nimmt die sechste Generation räumliche Einbußen in Kauf.

Kein Kombi ist auf dem langen Weg zum autonomen Fahrzeug weiter als das T-Modell der neuen E-Klasse.
Kein Kombi ist auf dem langen Weg zum autonomen Fahrzeug weiter als das T-Modell der neuen E-Klasse.
(Bild: Daimler)

Der Kombi ist ja eher ein europäisches Phänomen. Mag der automobile Lastesel auf den großen Absatzmärkten in China und den USA nur eine unbedeutende Nebenrolle spielen, auf dem Alten Kontinent, und hier speziell in Deutschland, wird er heiß und innig geliebt. Kein Wunder, dass Mercedes ein halbes Jahr nach der Limousine Ende Oktober auch das T-Modell der neuen E-Klasse ins Rennen schickt.

Dabei haben jetzt auch die Stuttgarter erkannt, dass ein Edel-Laster nicht allein mit den praktischen Vorzügen eines großen Frachtabteils punkten muss, sondern auch der sportliche Charakter nicht zu kurz kommen darf. So steht der neue Kombi der Baureihe 213, der trotz tiefer gezogener Dachlinie die Kopf- und Ellbogenfreiheit der Fondpassagiere nicht beeinträchtigt, deutlich dynamischer auf den Rädern. Dass er zu Preisen ab 48.665 Euro ohnehin nicht auf eine Klientel abzielt, die Farbeimer oder Werkzeugkisten transportiert, ist klar.

Mercedes E-Klasse T-Modell: Neuer und teurer
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Zugegeben, wer bisher seine Mercedes E-Klasse für die Fahrt in den Urlaub mit Sack und Pack bis in die letzte Dachritze vollgestopft hat, der wird sich über die Neuauflage des Premium-Kombis aus dem Sterne-Imperium vielleicht ärgern. Denn tatsächlich ist das Kofferraumvolumen des neuen Edel-Frachters geschrumpft. Um 55 Liter unterhalb der Laderaumabdeckung, um immerhin schon 120 Liter bei umgeklappten Rücksitzen.

Aber mal ehrlich, wer reizt die Ladekapazität denn schon wirklich bis auf den letzten Kubikmillimeter aus. Und vor allem, was ist die Alternative? Ein Volumen von 640 Litern bis zur Fensterunterkante, das bei steiler stehenden Rücksitzlehnen („Cargo-Stellung“) noch weitere 30 Liter aufnimmt oder dank der umklappbaren Rücklehnen gar auf bis zu 1.860 Liter erweitert werden kann, reicht im Extremfall für 19 Mineralwasser-Kisten. Sofern der Platz natürlich nicht für die lieben Kleinen gebraucht wird, für die optional wieder eine dritte Rücksitzbank mit zwei Vorrichtungen für Reboundkindersitze der Klasse 2 und 3 angeboten wird.

Mehr als konkurrenzfähiges Raumangebot

In jedem Fall lässt das T-Modell auch mit der etwas schräger stehenden Heckscheibe immer noch alle Konkurrenten alt aussehen. Auch die in der Premium-Klasse. Hier liegen der Audi A6 Avant (565 bis 1.675 Liter) und der BMW 5er Touring (560 bis 1.670 Liter) ebenso wie der taufrische Volvo V90 (560 bis 1.526 Liter) nach wie vor um Längen zurück. Einzig der Raum-Weltmeister Skoda Superb Combi (615 bis 1.950 Liter) übertrumpft den Mercedes-Laster zumindest beim Maximalwert.

Aber wer in dem fast fünf Meter langen Kombi, der in den bisherigen fünf Generationen seit 1996 über eine Million Mal produziert wurde, erst einmal Platz genommen hat, merkt sofort, dass dieser Luxus-Liner in einer anderen Liga spielt. Von der in allen Regenbogenfarben selbst wählbaren Ambiente-Beleuchtung über edle Materialien, egal ob Nappaleder, feine Magnolienhölzer oder Klavierlack, und aufwendige Massagesitze bis hin zu einem Cockpit mit üppigen, hoch auflösenden Displays quasi in Breitwand-Cinemascope – das ist wirklich großes Kino.

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