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Mercedes-Rückrufe: Rissbildung und Softwarefehler

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jens Rehberg

Bei rund 6.600 Mercedes-Modellen unterschiedlicher Baureihen hierzulande könnte die autonome Teil- oder Vollbremsung nicht funktionieren. Bei einem Teil der 2018er A-Klasse gibt es zudem ein Problem mit einem Abschirmblech.

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Die mittlerweile vierte Generation der A-Klasse setzt auf der MFA2-Plattform für Kompaktfahrzeuge auf.
Die mittlerweile vierte Generation der A-Klasse setzt auf der MFA2-Plattform für Kompaktfahrzeuge auf.
(Bild: Daimler)

„Die Daimler AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der A-Klasse in den Randbereichen des Abschirmblechs unter der Ersatzradmulde Risse entstehen könnten.“ Mit diesen Worten hat ein Konzernsprecher einen Rückruf für 3.647 Fahrzeuge der Mercedes-Baureihe 177 aus dem Produktionszeitraum Januar bis Juli 2018 begründet. Etwas über 1.500 davon sind laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland gemeldet.

Mit fortschreitender Laufleistung könne eine sukzessive Ausweitung der Risse bis hin zu einem vollständigen Durchriss des Bleches im Randbereich nicht ausgeschlossen werden, so der Sprecher. Sollten mehrere Durchrisse im gleichen Randbereich auftreten, sei ein Verlust eines kleinen Teils des Abschirmblechs möglich. Die Vertragswerkstatt tauscht das Abschirmblech daher aus und benötigt dafür laut Hersteller etwa eine Stunde. Die Aktion mit dem Code „6490002“ läuft bereits seit Mitte August.

Zweiter Rückruf betrifft mehrere Baureihen

Nicht nur die A-Klasse, sondern auch zahlreiche andere Baureihen betrifft ein weiterer Rückruf für 17.500 Mercedes-Fahrzeuge, davon 6.626 in Deutschland. Man habe festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen mit Fahrerassistenzpaket die Software für das Radarsensorsteuergerät nicht der Spezifikation entsprechen könnte, begründete der Sprecher die Maßnahme. „In diesem Fall würde zwar die akustische und optische Warnung des Bremsassistenten wie vorgesehen erfolgen, aufgrund des eingeschränkten Radarsensorsignalabgleichs könnte jedoch eine autonome Teil- oder Vollbremsung ausbleiben“, sagte er.

Die Vertragswerkstatt führt bei betroffenen Fahrzeugen eine Softwareaktualisierung des betroffenen Steuergeräts durch. Dies dauert laut dem Sprecher etwa eine halbe Stunde. Auch diese Aktion mit dem internen Code „5490318“ läuft bereits seit Anfang August und richtet sich an Halter der Modelle AMG GT (BR 290) CLA (BR 118), CLS (BR 257), EQC (BR 293), GLC (BR 253), GLE (BR 167), A- (BR 177), B- (BR 247), C- (BR 205), E- (BR 213 und 238) und S-Klasse (BR 217 und 222). Sie stammen aus dem Produktionszeitraum Februar 2017 bis Juli 2019.

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Über den Autor

 Niko Ganzer

Niko Ganzer

Freier Journalist