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Merkel will Vertrauen für Elektroautos bilden

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt voll auf Elektro. Sowohl Verbraucher als auch Mitarbeiter in der Autobranche will sie für die Elektromobilität begeistern. Kritik kommt von der FDP.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel im VW ID 3.
Bundeskanzlerin Angela Merkel im VW ID 3.
(Bild: Volkswagen)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einem Spitzentreffen mit der Autoindustrie Ziele für die Mobilität der Zukunft genannt. Mobilität solle „klimafreundlich, flexibel, kostengünstig und bequem sein“, sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Sonntag veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast. „Neue Technologien, getrieben durch die Digitalisierung, aber auch neue Antriebstechnologien, verändern die Mobilität in unserem Land gravierend.“

Bei einem Spitzentreffen am Montagabend mit Vertretern der Autoindustrie gehe es zum Beispiel darum, wie alternative Antriebe gefördert werden könnten, sagte Merkel – zum Beispiel über eine Kaufprämie, an der sich Bundesregierung und Autoindustrie beteiligen. Die Koalition hatte bereits angekündigt, die bestehende Prämie zum Kauf von E-Autos zu verlängern und anzuheben.

Es gehe außerdem um den Aufbau einer Infrastruktur für die E-Mobilität – „damit Menschen Vertrauen haben, sich ein E-Auto zu kaufen“, sagte Merkel. Bis 2030 sollten eine Million Ladepunkte geschaffen werden. Die Industrie werde sich daran beteiligen.

Kritik an der Förderpolitik der Bundesregierung kommt von der FDP. Gerade einmal jede sechste Ladestation sei als Schnellladepunkt geplant, sagte die FDP-Verkehrspolitikerin Daniela Kluckert der Deutschen Presse-Agentur. „Obwohl bereits bekannt ist, dass gerade stundenlange Ladezeiten und die geringe Verfügbarkeit von Ladesäulen vom Kauf eines Elektroautos abhalten, wird der sogenannten Reichweitenangst seitens der Regierung nichts entgegengesetzt.“

FDP: Fokus auf Elektromobilität „ist falsch“

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, sind zwar bei einem dritten Förderprogramm des Bundes zur Errichtung von Ladeinfrastruktur 3.511 Ladepunkte bewilligt worden, davon 752 Schnellladepunkte. Errichtet worden sei aber noch kein einziger. Das Programm richtet sich vor allem an Kommunen.

Kluckert sprach von einer „Farce“. Es fehle auch eine Gesamtübersicht in Form einer Ladesäulen-Landkarte. „Für uns ist klar: Die einseitige Förderung von E-Mobilität fruchtet nicht und ist falsch“, sagte die FDP-Politikerin. „Besser wäre eine Fokussierung auf Schnellladesäulen und auf alternative Kraftstoffe und Antriebe, damit neue Mobilität endlich eine Chance bekommt und die Bürger am Ende entscheiden können, welche Mobilitätsform für sie am besten ist.“

Merkel hat Arbeitsplätze im Blick

Merkel will unterdessen im Rahmen des Treffens mit der Industrie auch um die Zukunft der Arbeit in der Branche sprechen. „Wir werden darüber reden, wie Menschen die Transformation von dem klassischen Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität schaffen können.“ Hier helfe etwa die Nationale Strategie Weiterbildung: „Denn wir wollen unsere Fachkräfte mitnehmen auf dem Weg in eine moderne, klimafreundliche Zukunft.“ Die Autobranche steckt mitten einem grundlegenden Wandel, Gewerkschaften befürchten Jobverluste.

Die Mobilität der Zukunft werde außerdem sehr vernetzter gedacht, sagte die Kanzlerin. „Über verschiedene Verkehrsträger hinweg ist die Frage, wie kann ich am klimafreundlichsten und am besten von einem Ort zu einem anderen gelangen. Dazu werden wir auf Plattformen arbeiten in Zukunft, so dass Menschen die verschiedenen Angebote abwägen können und auswählen können.“

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