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Micare: Neuartiger Diebstahlschutz für Oldtimer

Autor: Steffen Dominsky

Systeme, die den Diebstahl eines wertvollen Klassikers verhindern sollen beziehungsweise den vermeintlichen Weg des Fahrzeugs aufzeigen können, gibt es viele. Einen völlig neuen Ansatz verfolgt jetzt „Micare“. Dabei werden winzig kleine NFC-Chips im Oldie versteckt platziert.

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Mittels kleiner NCF-Chips lassen sich Oldtimer unsichtbar markieren.
Mittels kleiner NCF-Chips lassen sich Oldtimer unsichtbar markieren.
(Bild: Micare)

Hunde- und Katzenbesitzer kennen es seit vielen Jahren: das „Chippen“. Dem Haustier wird dabei ein winzig kleiner Transponder unter die Haut gepflanzt. Mithilfe eines entsprechenden Lesegeräts kann man die in ihm gespeicherten Informationen über eine Distanz von wenigen Zentimetern auslesen und so die Identität von Waldi und Miezi im Handumdrehen feststellen. Genau das Prinzip der RFID-Technologie* (Radio Frequency IDentification = Identifizierung mittels elektromagnetischer Wellen) macht sich jetzt auch das Unternehmen Micare zunutze.

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Schließlich erleben Young- und Oldtimer seit einigen Jahren einen wahren Boom: Die Preise stiegen bis vor Kurzem zum Teil in ungeahnte Höhen und bewegen sich vielfach nach wie vor nach oben. Begehrlichkeiten entstanden dabei und deshalb nicht nur bei seriösen Mitbürgern: „Die Anzahl der Diebstähle von Oldtimern im Wert von 25.000 bis 150.000 Euro nimmt immer weiter zu“, erklärt Micare. Die noch junge Firma will den Dieben vor allen klassischer Fahrzeuge das Handwerk legen. Am April stellte sie dazu ihre Datenbanklösung „Micare PS“ vor, mit deren Hilfe geklaute Fahrzeuge beziehungsweise Teile davon anhand detaillierter Beschreibungen identifiziert werden können.

Einen Schritt weiter geht nun das „NFC-ID-Set“ von Micare. Dabei erwirbt der Oldiebesitzer ein Set kleiner Chips, die auf der NFC- und damit auf der RFID-Technik basieren (Near Field Communication = Nahfeldkommunikation). Zum Auslesen benötigt man allerdings kein spezielles Lesegerät, es reicht ein Smartphone plus die kostenlose Micare-NFC-App. Auf den Chips ist eine einmalige URL (Link zur Website von Micare) gespeichert, die sich scannen lässt und direkt zu dem Fahrzeug im Register führt. So können laut Micare Fahrzeuge oder einzelne Teile, die nach einem Diebstahl wieder gefunden werden, schnell und eindeutig ihrem Besitzer zugeordnet werden.

Konzept funktioniert auch präventiv

Üblicherweise trennen Autodiebe die Fahrgestellnummer („FIN“) eines gestohlenen Fahrzeugs heraus oder verändern diese. „Gut durchgeführt macht eine solche Manipulationen die juristisch zweifelsfreie Identifizierung eines Fahrzeugs auch für Gutachter nahezu unmöglich“, weiß Martin Stromberg, selbst Gutachter und Geschäftsführer des bekannten Marktbeobachters „Classic Data“. Dieses Problem lösen die NFC-Chips. Darüber hinaus wirken sie auch präventiv: Zwar verhindern sie einen Diebstahl nicht „mechanisch“, der Hinweis auf ihre Verwendung, zum Beispiel mittels gut sichtbarem NFC-Aufkleber am Fahrzeug, schreckt Kriminelle ab, ist man bei Micare überzeugt.

Der Oldtimerbesitzer erwirbt dazu zum Preis von 69,90 Euro ein individuell codiertes Set mit zehn selbstklebenden Chips, die er an verschiedenen Stellen und Bauteilen im und am Wagen platziert. „Ein einfaches ‚Von-außen-Erkennen‘ eines ‚gechippten‘ Wagens ist nicht möglich. Ein Dieb kann nicht einfach mit dem Smartphone am Auto vorbeigehen, um mögliche Chips zu orten, denn für einen Scan muss man das Handy schon wenige Zentimeter nah heranhalten. Denn anders als die RFID funktioniert NFC-Technologie nur auf sehr geringe Distanzen und das Signal durchdringt z. B. auch kein Stahlblech“, erklärt Micare-Geschäftsführerin Antonia Stumpfernagel. „Und die genaue Position der Verstecke kennt schließlich nur der Fahrzeugeigentümer.“

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Die Missing Car Register GmbH („Micare“) mit Sitz in Heppenheim an der Bergstraße wurde im März 2017 gegründet. Sie ist spezialisiert auf das langfristige Sammeln, Dokumentieren und Speichern von Daten über den Diebstahl von Kraftfahrzeugen. Das Portal richtet sich an Privatpersonen, Händler, Auktionshäuser, Leasingunternehmen, Gutachter, Clubs, internationale Verbände und Versicherungen.

*RFID ist eine Technologie, die das automatische und berührungslose Identifizieren und Lokalisieren von Objekten und Lebewesen mittels Radiowellen ermöglicht. Das System besteht aus einem Transponder, der sich am oder im Gegenstand beziehungsweise Lebewesen befindet und einen kennzeichnenden Code enthält, sowie einem Lesegerät zum Auslesen dieser Kennung. Dieses sendet magnetische Wechselfelder oder hochfrequente Radiowellen, die nicht nur dem Datentransfer dienen, sondern zugleich der Stromversorgung – der Transponder enthält keinen Akku oder dergleichen. Zum Einsatz kommt die auf RFID basierende NFC-Technologie unter anderem bei modernen Bezahlsystemen per Bankkarte oder Smartphone.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group