Omnibusse Mit dem Bus ins Bad

Von Steffen Dominsky

Normalerweise findet es alle vier Jahre statt. Pandemiebedingt kamen dieses Mal zwei weitere Jahre hinzu. Doch nun treffen sich im malerischen Bad Mergentheim wieder zahlreiche Besitzer historischer Oldtimerbusse zum großen Stelldichein.

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Nach sechs Jahren Pause treffen sich im unterfränkischen Bad Mergentheim wieder zahlreiche Teilnehmer zum 8. Internationalen Oldtimer-Bustreffen.
Nach sechs Jahren Pause treffen sich im unterfränkischen Bad Mergentheim wieder zahlreiche Teilnehmer zum 8. Internationalen Oldtimer-Bustreffen.
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Die nostalgische Innenstadt des unterfränkischen Bad Mergentheim ist in diesem Jahr wieder Kulisse und Austragungsort für das „8. Internationale Oldtimer-Bustreffen“, das vom 13. bis 15. Mai stattfindet. Zu dem Event, das es nur alle vier Jahre gibt, zuletzt 2016 und pandemiebedingt 2020 nicht, haben sich Bus-Veteranen und Gäste aus ganz Europa angekündigt. Die Veranstalter rund um Kersten Hahn, Verkehrsdirektor der Stadt Bad Mergentheim, rechnen mit rund 60 historischen Fahrzeugen aus den unterschiedlichsten Epochen.

Highlight der Veranstaltung ist die Präsentation mit Preisverleihung und Gewinnspiel in der nostalgischen Innenstadt von Bad Mergentheim, wo man sich in der „guten Stube“ auf dem historischen Marktplatz, vor Fachwerkhäusern oder dem Alten Rathaus trifft. Hier, und durch den blühenden Kur- und Schlossgarten, fahren die Oldtimerbusse am Sonntag entlang. Bei Musik, regionaler Kulinarik und guter Laune werden sie von etwa 3.000 Besuchern erwartet. Treffpunkt und Zeit: von 9.30 Uhr und bis 16 Uhr, in der Innenstadt (Marktplatz und umliegende Straßen).

Geschichte mit Hintergrund – ein Rückblick

Die Bus-Historie im Taubertal basiert auf der Gründung der „Kraftpostlinie“ im Jahr 1898. Die Fahrt von Bad Mergentheim über Dörzbach nach Künzelsau im Auftrag der Württembergischen Post galt seinerzeit als technische Revolution. Die „Tour de Taubertal“ startete drei Jahre nachdem der weltweit erste mit einem Motor angetriebene Omnibus 1895 in Nordrhein-Westfalen zur Jungfernfahrt aufgebrochen war. Mit Briefen und Paketen sowie zehn Personen an Bord tuckerte der Bus der Daimler-Morgen-Gesellschaft mit einem von Wilhelm Maybach konstruierten Phoenix Zwei-Zylinder mit zehn PS und Spritzdüsenvergaser durch die romantische Wein-Region. Die Kraftübertragung erfolgte durch ein Drei- oder Viergangschaltgetriebe über Ritzel auf die Hinterräder – das modernste Triebwerk, das die Motortechnik aufzubieten hatte. Für die etwa 30 Kilometer benötigte der Post-Express seinerzeit zwei Stunden und 15 Minuten.

Erstmals erinnerte Bad Mergentheim, das an der Kreuzung von Romantischer Straße und Württemberger Weinstraße liegt, 1998 mit einer großen Feier an das historische Ereignis „100 Jahre Kraftpostlinie“ und führte fortan einen Gedenktag ein. Seither reisen Busse und Fahrer älteren Semesters alle vier Jahre mit Modellen bekannter Marken wie Neoplan, Borgward, Setra, Mercedes Benz oder Volvo zum Oldtimerbus-Bustreffen an. Die Busse kommen aus Österreich, der Schweiz und zuletzt sogar aus Schweden. Ein grüner „International Harvester“ aus dem Jahr 1923 ist in den Geschichtsbüchern als bislang ältestes Fahrzeug vermerkt, das in Bad Mergentheim vorfuhr.

Konrad Auwärter persönlich treffen

Renommiertes Bindeglied zwischen der Stadt Bad Mergentheim und der Bus-Branche ist Konrad Auwärter. Der 81-jährige Pionier kennt die deutsche Szene aus dem Effeff, hat er sie doch quasi mit aus der Taufe gehoben. Konrad Auwärter machte die Marke „Neoplan“ zu dem, was sie heute ist. Ursprünglich war Neoplan der Markenname, unter dem die 1935 gegründete Gottlob Auwärter GmbH & Co. KG ab 1953 selbsttragende Omnibusse herstellte. 2022 ist Neoplan eine Omnibus-Marke der MAN Truck & Bus AG. Im bayerischen Pilsting betreibt Konrad Auwärter einen Automobil-Park mit einem vielbeachteten Oldtimer-Museum.

Beim Oldtimer-Bustreffen in Bad Mergentheim am zweiten Mai-Wochenende wird Bus-Pionier Konrad Auwärter auf zahlreiche Nostalgiker treffen. Einer davon ist Josef Albrecht. Der leidenschaftliche Sammler aus Aalen besitzt fünf Oldtimer-Busse aus verschiedenen Epochen – einen rot-weiß gestreiften Mercedes-Bus aus dem Jahr 1963 zum Beispiel. Der Bus mit Namen „Sonja“ hat 110 PS, 34 Sitzplätze und ist schon alleine wegen der großen Fenster ein Hingucker. Nach Bad Mergentheim reist Albrecht mit „Pia“, einem dunkelgrünen Renault aus dem Jahr 1926. Das Fahrzeug hat 67 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit „von 40, vielleicht mal 42 Stundenkilometern“, so Albrecht. Wer Josef Albrecht und seine Pia on tour sehen möchte, hat am Samstag, 14. Mai, die Gelegenheit dazu. Weitere Informationen finden Sie hier.

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