MG Konzept-Fahrzeuge Mit Emotion und Charakter in neue Segmente

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Tradition trifft Moderne – und MG nutzte das Goodwood Festival of Speed für das Debüt seiner Elektro-Studien „Go!“ und „Cyber“. Beide sollen der britischen Automarke wieder längst vergessene Emotionalität verleihen. Speziell beim Go! könnte das sogar gelingen.

Offiziell gilt der GO! zwar als seriennahe Studie. Doch die käufliche Version dürfte sich davon optisch nur in wenigen Details unterscheiden.(Bild:  MG Motor)
Offiziell gilt der GO! zwar als seriennahe Studie. Doch die käufliche Version dürfte sich davon optisch nur in wenigen Details unterscheiden.
(Bild: MG Motor)

Mit Ausnahme des Elektro-Roadsters Cyberster besticht die restliche Produktpalette der britischen Automarke MG nicht gerade durch Emotionalität. Nach der Übernahme durch SAIC legte man im chinesischen Konzern den Fokus bislang eher auf Mainstream. Und dies durchaus erfolgreich. In Deutschland wächst MG kontinuierlich, legte im ersten Halbjahr um 40 Prozent zu und knackte damit erstmals die Ein-Prozent-Marke bei den Neuzulassungen.

Das könnte sich in Zukunft noch beschleunigen. Zündstoff liefert ein etwa vier Meter kurzes Hatchback-Modell, das MG im Juli auf dem Oldtimer-Event Festival of Speed im südenglischen Goodwood vorstellt: das Concept Car „Go!“. Knuffiges Design, knackige Proportionen, cooler Auftritt, einen gewissen Must-have-Faktor kann man dem Go! nicht absprechen. Man fühlt sich irgendwie an den Mini Cooper erinnert. Doch von Kopie will MG nichts wissen. „Wir haben uns an den charakteristischen Linien unseres Klassikers MGB GT orientiert“, sagt Designchef Jozef Kaban: „Das Ziel hieß: Es muss Freude bereiten, auf sein Auto zuzugehen, weil es einfach chic aussieht.“

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Offiziell gilt der Go! zwar „nur“ als seriennahe Studie. Doch die käufliche Version dürfte sich davon optisch kaum unterscheiden. Der sogenannte Design-Freeze ist längst abgeschlossen, die Presswerkzeuge sind im Bau, nachträgliche Änderungen würden viele Millionen Euro verschlingen. Die Produktionsvorbereitungen laufen – Ende 2027 will MG seinen kleinen Stromer auf den Markt bringen. Wie er heißen wird, darüber hüllt man sich noch in Schweigen. Ein möglicher und passender Name wäre MG 2, denn den MG 3 und MG 4 gibt es bereits.

Auch was die technischen Einzelheiten betrifft, sickern Informationen nur spärlich durch. Man kann aber davon ausgehen, dass ein chinesischer Konzern wie SAIC mit seinem Know-how in Sachen Elektroantrieb und Batterietechnologie konkurrenzfähige Technik liefern wird. Unter dem Go! soll eine neu entwickelte Elektro-Architektur stecken. Gemunkelt wird, dass Batterien mit Semi-Feststoff-Elektrolyt zum Einsatz kommen könnten. Es wäre eine kleine Revolution. Diese Zellchemie setzt MG demnächst bei seinen neuen Plug-in-Hybriden ein, SUVs im B-, C- und D-Segment. Vorteile: bessere Leistungsabgabe bei niedrigem Ladestand, temperaturunempfindlicher, schneller zu laden.

SUV für die obere Mittelklasse

Mehr Emotionen, mehr Charakter, diese Kombination will Jozef Kaban auch dem neuen Flaggschiff der Marke einverleiben, dem Cyber. Das vollelektrische SUV soll in der oberen Mittelklasse positioniert werden und einen Ausblick geben, wie es designmäßig weitergeht. Debüt des sportlichen Crossover-Modells: nicht vor 2028. Ob das Dynamik-Outfit oder zumindest Teile davon schon im nächsten Jahr der neue ZS tragen wird, bleibt abzuwarten. Kaban ist erst seit zwei Jahren im Unternehmen, kam damals von Skoda.

Dossier: Chinesische Hersteller

Die Marken und ihre Ziele, Pläne, Strategien

(Bildquelle: VCG)

BYD, MG, Polestar – wie haben sich die bereits etablierten chinesischen Fabrikate entwickelt? Und wofür stehen die Newcomer, mit welchen Autos, Strategien, Chancen und Risiken wenden sie sich an den Handel? In diesem Dossier erfahren Sie, welche Pläne die maßgeblichen chinesischen Marken in Deutschland haben, mit welchen Vertriebsstrategien und Produkten chinesische Hersteller erfolgreich im Markt sein wollen. Zum Dossier Chinesische Fabrikate.

Bekannt dagegen ist zumindest, dass die nächste Generation des ZS einen neu entwickelten Plug-in-Hybrid erhalten wird. Ihn stellte MG kürzlich in London vor. Der Kunde kann zwischen zwei unterschiedlichen Leistungstypen wählen, einmal in Verbindung mit einem 1,1-Liter-Turbo oder kombiniert mit einem 1,5-Liter-Motor. Beide Benziner sollen 90 Prozent ihrer Laufzeit mit einem thermischen Wirkungsgrad von über 40 Prozent arbeiten, einem der höchsten Werte in der Branche. Die Effizienz soll sich gegenüber den von MG heute eingesetzten Plug-in-Hybriden insgesamt um sechs Prozent verbessern.

Eifrig unterwegs sind die chinesischen Entwickler beim Thema automatisiertes Fahren. Ende 2027, so der Plan, wird NOA eingeführt, zunächst für die Autobahn, ein Jahr später auch für den städtischen Verkehr. NOA steht für „Navigate on Autopilot“. Möglich sind automatisierte Ein- und Ausfahrten, Spurwechsel und Überholvorgänge. Den Schlusspunkt sollen letztlich Robotaxis setzen und einen Ausblick auf das nächste Jahrzehnt geben. Die zugehörigen Testfahrten auf Level 4 (hochautomatisiert) unternimmt MG bereits in Deutschland, China und im Nahen Osten.

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