Mit Volldampf in die Zukunft

In zahlreichen Kfz-Innungen erhielten Junggesellen ihre Briefe

| Autor: Holger Zietz

Wie die Kfz-Innung Unterfranken feierten zahlreiche Innungen in den vergangenen Wochen ihre Freisprechungen.
Wie die Kfz-Innung Unterfranken feierten zahlreiche Innungen in den vergangenen Wochen ihre Freisprechungen. (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Wer in seinem Betrieb gute Fachkräfte will, der bildet sie am besten selbst aus. Getreu diesem Motto haben sich im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Autohäuser und Werkstätten engagiert und jungen Menschen den Start ins Berufsleben ermöglicht. Das Ergebnis sehen die Betriebe am Ende der Ausbildungszeit. Es zeigt: Landauf, Landab gibt es Grund, zu feiern.

Bei der Freisprechungsfeier der Kfz-Innung München-Oberbayern erhielten 500 Gesellen ihren Brief. Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern, freute sich über die vielen erfolgreichen Prüflinge. In seiner Rede beglückwünschte er die jungen Leute zu ihrer Entscheidung, im Kfz-Gewerbe ins Berufsleben zu starten. „Sie haben gelernt, sich auch von schwierigen Aufgaben nicht abschrecken zu lassen und im Team zu arbeiten. In unseren mittelständischen Betrieben ist diese besondere Form der Kollegialität ganz wichtig“, so Vetterl.

Und der Münchner Obermeister Johann Bader lobte die Leistung der Jugendlichen: „Das Kfz-Gewerbe ist mehr als nur ein sicherer Arbeitsplatz. Unser Kfz-Gewerbe ist Leidenschaft, Freude und Zukunft!“ Für ihre herausragenden Leistungen ehrte die Innung einige Absolventen besonders: Tobias Wolz, Autohaus Hornung (Mechatroniker Schwerpunkt System- u. Hochvolttechnik), Paul Fröhlich, Bertrandt GmbH, Dominik Degenmeier, Berufsfeuerwehr Stadt Ingolstadt, und Sebastian Krell, Landes Adolf GmbH, (jeweils Kfz-Mechatroniker Schwerpunkt Pkw). Bei den frischgebackenen Automobilkaufleuten schnitten Mikolaj Rybak (Autohaus Ortner), Elena Wallner (Autohaus Wallner) und Laura Köhler (Autohaus Köhler) am besten ab.

Grund zu feiern hat auch die Kfz-Innung Schwaben: Im Rahmen der Gesellenfreisprechfeier erhielten 422 junge Männer und Frauen ihren Brief. Alexander Weißhaar (Autohaus Medele-Schäfer) war Jahrgangsbester. Obermeister Alois Huber und Modestus Dörle, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, gratulierten und überreichten einen Fortbildungsgutschein.

„Der Gesellenbrief ist die Belohnung für 3,5 Jahre Ausbildung und der Beleg dafür, dass Sie eine Fachkraft mit fundierter Ausbildung sind“, sagte Obermeister Alexander Schmalz bei der Freisprechung der Kfz-Innung Ziegenhain. Die Ausbildung im Betrieb, unterstützt durch die Berufsschule, sei ein Erfolgsgarant für gute Ausbildung. Ein besonderes Lob erhielt Nico Studer (Autohaus Wahl Mittelhessen), der die beste Gesellenprüfung ablegte.

Neben der persönlichen Leistung sei auch das positive Lernumfeld entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung, sagte Obermeister Rudi Hupfeld bei der Feier der Kfz-Innung Melsungen. Das Kfz-Handwerk biete zudem eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten, die mit Blick auf die Zukunft gute Perspektiven eröffnen. Er lobte das Engagement der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschule sowie die Leistungen der jungen Mechatroniker, vor allem der Prüfungsbesten Klaus Kevin Kreutzer und Maurice Pascal Völker (beide Autohaus Ostmann Melsungen) und Markus Wrba (Edeka-Handelsgesellschaft Hessenring).

Bei der Freisprechungsfeier der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land erhielten 41 Junggesellen ihren wohlverdienten Gesellenbrief. Als Innungsbeste wurden Kevin Kirchmann (Albert Bauer GmbH), Poul Schröder und Felix Bernhard Fröhlig (beide Rudax Kfz-Meisterbetrieb) ausgezeichnet. „Sie haben alle Höhen und Tiefen der Ausbildung erlebt. Nicht immer war es einfach, aber mit Fleiß und Ehrgeiz haben Sie Ihr persönliches Ziel erreicht: endlich Geselle“, erklärte Obermeister Günther Görrissen. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche sollte das Lernen aber nicht aufhören. „Ich vergleiche das immer mit dem Sport. Wer nicht laufend trainiert, verliert den Anschluss. Im Beruf erfolgreich sein heißt immer weiter lernen und sich auf den neuesten Stand der Technik bringen.“

Bei der Kfz-Innung Mittelrhein betonte Obermeister Hans-Werner Norren, dass auf die jungen Menschen nun auch mehr Verantwortung zukomme. Es gelte nun, jeden Tag aufs Neue zu belegen, „dass Sie kompetent und effizient arbeiten können. Denn was die nun anbrechende Epoche in Ihrem Leben ausmacht, ist die steigende Verantwortung“. Nun könne man sich bei einem Fehler nicht mehr darauf zurückziehen, „nur“ Lehrling zu sein. „Sie sind dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug sicher auf der Straße unterwegs ist und die Mängel fachgerecht behoben sind. Doch viele von Ihnen haben dieses Verantwortungsbewusstsein ja bereits gezeigt – und sicherlich wurde es honoriert.“

Bei der Kfz-Innung Unterfranken wurden in diesem Jahr 331 Junggesellen freigesprochen. Rund 900 Teilnehmer kamen zur Feier. „Die Freisprechungsfeier ist die schönste Veranstaltung des Jahres im Innungskalender“, freute sich Obermeister Roland Hoier. Die Anzahl der weiblichen Absolventen 2019 habe sich mit 16 im Verhältnis zum Vorjahr verdoppelt.

Bei der Kfz-Innung Region Stuttgart wurde 250 Azubis in den Gesellenstand erhoben. Für die fünf kreisbesten Kfz-Mechatroniker und den regionsbesten Automobilkaufmann gab’s noch ein Sahnehäubchen obendrauf: Amelie Auer (Autohaus Weeber), Felix Kierspel (Schwabengarage), Jens Greiner (Autohaus Burger Schloz) Alexander Grün (Autohaus Klein), Mike Wende (Autohaus Gross) und Automobilkaufmann Thorsten Sepsei (Autohaus Walter Mulfinger) wurden von der Innung besonders ausgezeichnet und bekamen von Obermeister Torsten Treiber und Geschäftsführer Christian Reher je einen Bildungsgutschein im Wert von 500 Euro überreicht.

Die Freisprechungen beweisen nicht nur das Engagement und den Einsatz der jungen Menschen, sondern auch die ungebrochene Attraktivität und Anziehungskraft der Branche auf den Nachwuchs. So schlossen die Autohäuser und Werkstätten im Jahr 2018 mit 23.415 jungen Menschen Ausbildungsverträge zum Kfz-Mechatroniker ab. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Jahr 2017. Im Ausbildungsberuf Automobilkaufmann wurden 5.445 neue Azubis eingestellt, 2,9 Prozent mehr als in 2017. Damit verzeichnen beide Berufsbilder bereits im fünften Jahr in Folge steigende Ausbildungszahlen. Insgesamt bildet das Kfz-Gewerbe zurzeit 93.350 junge Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen aus.

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