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Mitsubishi will Diesel-Krise ohne Nachbesserungen durchstehen

Autor: Christoph Seyerlein

Die Diesel-Diskussion stand im Zentrum der Mitgliederversammlung des Mitsubishi-Partnerverbands. Mitsubishi Deutschland schilderte den Händlern das geplante weitere Vorgehen des Autobauers.

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(Foto: Mitsubishi / BY 3.0)

Der Mitsubishi-Handel sorgt sich um die Folgen der Dieselkrise für das eigene Geschäft. Gut die Hälfte der rund 200 Händler auf der Mitsubishi-Händlerversammlung am Donnerstag in Flörsheim spürt Auswirkungen der Diskussion auf das eigene Unternehmen. Entsprechend ausführlich ging Guido Riemann, Sprecher des Händlerverbands, in seiner Begrüßung auf das derzeitige Brennpunktthema der Branche ein.

Der Partnerverband hatte den Importeur auf die Schwierigkeiten der Partner aufgrund der zunehmenden Skepsis von Kunden gegenüber dem Selbstzünder hingewiesen. Die Folge war die Diesel-Prämie im August, Mitsubishi bietet bis Ende des Jahres zusätzlich zu den 1.500 E-Auto-Prämie vom Staat weitere 8.500 Euro Nachlass auf den Plug-in-Hybrid Outlander an. „Nicht alle Gespräche waren ein Wunschkonzert, aber es ging sehr konstruktiv zu“, sagte Riemann. Er selbst bezweifelt allerdings, dass die getroffenen Maßnahmen ausreichen werden, um Kunden die Skepsis gegenüber den Dieseln zu nehmen. Wichtig seien beispielsweise besser ausgestattete Benziner als Alternative.

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Vertreter von Mitsubishi Deutschland gingen auf die Sorgen ein. Service-Chef Peter Beck sagte, dass man sich mit der Diesel-Nachrüstung auseinandersetze, bislang aus Japan aber keine Signale erhalten habe. Man warte derzeit die weiteren politischen Entscheidungen ab. Laut Vertriebsleiter Jens Schulz ist Mitsubishi in Japan nach intensiven Tests zu dem Ergebnis gekommen, dass die Modelle alle Grenzwerte einhalten. Deshalb wird es bis auf weiteres keine Software-Updates von Mitsubishi geben. Im Moment geht Mitsubishi Deutschland davon aus, dass alle Euro-5- und Euro-6-Modelle der Marke auch eine mögliche blaue Plakette bekommen.

Neuigkeiten gab es zum Thema CI: Jörg Lenz, im Händlerverband für Marketing und Vertrieb zuständig, kündigte den Start der digitalen Preisauszeichnung über Displays in den Mitsubishi-Schauräume für die nächsten Monate an. Zudem wies er daraufhin, dass sich die Partner stärker mit dem Versicherungsgeschäft auseinandersetzen sollten. Knapp die Hälfte der Fabrikatshändler vermittle bislang keine Policen der Anbieter TLP und TVP. Das müsse sich schnell ändern, „bevor der Kunde woanders hingeht“.

„Service darf nicht zu kurz kommen“

Jörg Lessing, Service-Verantwortlicher im Vorstand des Partnerverbands, warnte, dass bei allen aktuellen Erfolgen im Vertrieb der Service bei den Mitsubishi-Partnern nicht zu kurz kommen dürfe. Er forderte, die Service-Mannschaft in der Mitsubishi-Organisation auszubauen. Zudem hofft er, dass sich Mitsubishi Deutschland durchringt, Schulungen nicht mehr allein in Flörsheim oder nach dem Umzug in Friedberg anzubieten, und weitere Optionen schafft. Die Sorge eines Händlers, dass neue Standorte für Schulungen höhere Kosten und mehr Standards bedeuten könnten, sah der Vorstand des Händlerverbands als unbegründet an.

Gaby Breitenwischer fasste die aktuelle Situation in der Lkw-Sparte Fuso zusammen. Derzeit sei die neue Signalisation im Handel in der Umsetzung. Außerdem stehe ein Vermittlermodell für Servicebetriebe kurz vor dem Abschluss. Das hatte der Händlervertrag bislang nicht zugelassen. Großes Sorgenkind bei Fuso sei die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Fuso selbst verspreche Besserung, ganz überzeugt ist Breitenwischer aber nicht. „Wir warten mal ab“, sagte sie. Nach dreijährigem Testlauf bringt Fuso außerdem nun den Elektro-Lkw E-Canter auf den Markt. Noch in diesem Jahr soll das Fahrzeug an Kunden in Europa ausgeliefert werden. „Fuso will Marktführer im Geschäft mit Elektro-Lkws werden. Das hoffen wir natürlich auch“, so Breitenwischer.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«