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Mobile Zukunft braucht Vielfalt

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Sich allein auf eine Antriebstechnologie zu konzentrieren, ist gefährlich. Stattdessen ist für eine erfolgreiche mobile Zukunft Technologieoffenheit gefragt. Darin waren sich die Teilnehmer des 12. Berliner Automobildialogs einig.

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12. Berliner Automobildialog: (v. li.) Veranstalter Christoph Konrad (ZDK) mit den beiden Referenten Christoph Bender (Mineralölwirtschaftsverbands Deutschland) und Oliver Gutt (Hyundai Motor Deutschland).
12. Berliner Automobildialog: (v. li.) Veranstalter Christoph Konrad (ZDK) mit den beiden Referenten Christoph Bender (Mineralölwirtschaftsverbands Deutschland) und Oliver Gutt (Hyundai Motor Deutschland).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Sich allein auf die Antriebstechnologie zu versteifen, könnte für eine erfolgreiche Zukunft zu wenig sein. Darin waren sich die Teilnehmer des 12. Berliner Automobildialogs, den der ZDK im Meistersaal des Zentralverbands Deutsches Handwerk veranstaltete, einig. Unter dem Titel „Kraftstoffe neu denken“ nannten verschiedene Vertreter aus Politik und Industrie ihre Standpunkte. In der Forderung nach einer technologieoffenen Förderung waren sich alle einig.

Daniela Kluckert, die für die FDP im Bundestag sitzt, sprach von einem notwendigen Wandel in der Mobilität, der aber Probleme mit sich bringen werde. Zu lange bestimme die Dieseldebatte bereits die Diskussion um die Mobilität. Sie forderte, den Blick nach vorne zu richten. Dieselfahrverbote seien ein sehr harter Eingriff in den Besitz und in die Mobilität der Bevölkerung – ferner würden sie die Emissionen nur verlagern. Auch könnten E-Autos allein keine Lösung sein, um die Klimaziele zu erreichen. Das elektrische Auto sei nur ein Teil in einem künftigen Mix in der Mobilität.

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Für den Bundestagsabgeordneten Arno Klare (SPD) ist die Brennstoffzelle ein Teil der mobilen Zukunft. Einen weiteren Anteil könnten synthetische Kraftstoffe leisten. Die Politik sei gefordert, ihre Industriepolitik in Deutschland auf den Aufbau eben dieser neuen Antriebsformen und der dafür notwendigen Energiegewinnung auszurichten. „Das können andere Länder dann bei uns kaufen.“

Kare schränkte ein, dass es in Deutschland nicht genug Wind und Sonne gebe, um den Strom umweltfreundlich zu erzeugen. „Aber es gibt andere Länder, die genug Sonne und Wind haben.“ Der Strom könne dann als Wasserstoff nach Europa kommen.

Fokus auf synthetischen Kraftstoffen

Der Bund der Deutschen Industrie fordert, synthetische Kraftstoffe in Deutschland zu entwickeln. Jürgen Hasler machte deutlich, dass die Motorentechnik in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht habe. Durch den steigenden Verkehr sei der CO2 Ausstoß aber in Summe nahezu gleich geblieben. Abhilfe könnten hier synthetische Kraftstoffe bieten. Aus Haslers Sicht sind die Klimaziele bis 2030 nur durch eine Mischung bei den Antrieben, verteilt auf Gas, Elektro und CO2-neutrale Kraftstoffe, zu erreichen.

Diese Kraftstoffe will auch die Mineralölwirtschaft anbieten. Der Vorteil: Das bestehende Tankstellennetz kann dafür genutzt werden. Christoph Bender vom Mineralölwirtschaftsverband stellte klar: „Auch die Zeit, um den Tank zu füllen, bleibt gleich.“ Das Netz an Wasserstofftankstellen soll ausgebaut werden. Von der Politik fordert die Mineralölindustrie die passenden Rahmenbedingungen.

Hyundai denkt als Automobilhersteller in alle Richtungen. Der koreanische Hersteller will die Verbrennungstechnik verbessern, die Hybridfahrzeuge weiter voranbringen. Eine wichtige Rolle, sagte Oliver Gutt, spielt hier das 48-Volt-Bordnetz. Bei reinen Elektrofahrzeugen will der Hersteller Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeuge anbieten.

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