Mobile.de: „Preisbewertung wird genauer“

Autor / Redakteur: Martin Achter / Jakob Schreiner

Autohändler kritisierten zuletzt den Preisbewertungsmechanismus von Mobile.de. Der Marktplatzbetreiber will weiter daran arbeiten und sucht dazu den Dialog mit dem Handel. Anpassungen hat es auch bei Motorverkauf gegeben, der Ankaufplattform für Händler.

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Malte Krüger, Geschäftsführer Mobile.de: „Wir werden das Leistungsspektrum der höherwertigen Pakete in diesem Jahr weiter ausbauen.“
Malte Krüger, Geschäftsführer Mobile.de: „Wir werden das Leistungsspektrum der höherwertigen Pakete in diesem Jahr weiter ausbauen.“
(Foto: Achter)

Neues Servicemodell, Ankaufplattform und Preisbewertungen: Mobile.de hat 2017 viel verändert und auch neue Produkte aus der Taufe gehoben. Im Handel sorgte dies teils für erhebliche Kritik. »kfz-betrieb« hat mit Geschäftsführer Malte Krüger darüber gesprochen, was der Marktplatzbetreiber dieses Jahr plant und wie das vergangene aus seiner Sicht gelaufen ist.

Redaktion: Herr Krüger, werfen wir zunächst einen Blick zurück auf das letzte Jahr. Wie hat sich der Marktplatz Mobile.de entwickelt?

Malte Krüger: Auf Mobile.de waren zum Jahreswechsel rund 43.000 Händlerstandorte vertreten, Ende 2016 waren es noch 42.000. Die Zahl der inserierten Fahrzeuge liegt weiterhin bei rund 1,5 Millionen. Besonders gefreut hat uns, dass wir die Reichweite um 5,5 Prozent steigern konnten. Wir senden dem Handel mehr Nachfrage auf den Hof. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Gfk haben unsere Händler rund die Hälfte ihrer Gebrauchtwagen über Mobile.de verkauft.

Bei Mobile.de hat sich 2017 viel getan, es gab viele Neuerungen. Sprechen wir zunächst über Motorverkauf, die Ankaufplattform für Händler. Wie ist die Einführung gelaufen?

Die Plattform wird von Händlern und Verbrauchern sehr gut angenommen. Der Verbraucher will seinen Gebrauchtwagen heute bequem in Zahlung geben können. Über Motorverkauf vereinbaren pro Quartal rund 100.000 Kunden Termine mit Händlern. Die Zahlen liegen über dem Soll, wir wollen uns aber trotzdem weiter steigern. Aktuell arbeiten wir mit rund 500 Partnerhändlern zusammen.

Ursprünglich hatten Sie die Zahl 1.000 im Blick. Das sind also weniger Händler als eigentlich geplant.

Das liegt daran, dass wir bei der Abwicklung des Ankaufprozesses über die Plattform sehr viel Wert auf Qualität legen. Wir haben umfangreiche Vorgaben und Auswahlkriterien, die Händler erfüllen müssen. Zudem haben wir gelernt, dass wir mit 500 Händlern eine deutschlandweite Abdeckung erreichen.

Es gab immer wieder die Kritik, dass Mobile.de Endverbrauchern über Motorverkauf unrealistische Preise für deren Gebrauchtwagen anbiete, die die Händler dann akzeptieren müssen. Was hat Mobile.de auf diese Kritik hin verändert?

Der ideale Preis für Kunde und Händler ist ein Thema, das uns dauerhaft beschäftigt. Wir testen hier viel und sind zuversichtlich, dass wir noch im ersten Quartal ein Ergebnis erzielen, mit dem beide Seiten zufrieden sind – Endkunden und Händlerschaft. Der Ankaufprozess ist eine Herausforderung. Um mehr darüber zu lernen, betreiben wir seit dem Winter gemeinsam mit einem Partner, der die Fahrzeuge ankauft, in Berlin eine Teststation. So erfahren wir mehr über die kritischen Faktoren beim Ankauf und geben dieses Wissen in Form eines verbesserten Ankauftools und Praxistipps an die Händler weiter.

Die Einführung Ihres neuen Tarifmodells Anfang 2017, des sogenannten Servicemodells, hat im Handel für Unruhe gesorgt. Einige Händler kritisierten, damit sei eine verdeckte Preiserhöhung verbunden gewesen. Viel genutzte Services seien in teurere Leistungspakete gesteckt worden. Haben sich die Wogen mittlerweile geglättet?

13.000 von den 43.000 Händlern nutzen heute die höherwertigen Pakete Komfort und Premium. Aus meiner Sicht ist dies der beste Beleg dafür, dass unser Leistungspaket passt. Das heißt natürlich nicht, dass uns alle lieben. Wir stehen als Dienstleister in einer Lieferantenbeziehung zum Handel. Aber anders als früher haben wir jetzt ein leistungsbezogenes Abrechnungsmodell. Wer als Händler mehr Leistung will, muss auch mehr bezahlen. Wir werden das Leistungsspektrum der höherwertigen Pakete in diesem Jahr weiter ausbauen. Konkret wollen wir Händlern mehr Möglichkeiten zur Selbstpräsentation und mehr Nachfrage auf Knopfdruck bieten.

Werden Sie das Servicemodell künftig noch feiner auffächern und beispielsweise fünf statt bisher drei Tarifstufen bieten?

Dazu haben wir aktuell keine Pläne.

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