E-Commerce Mobile.de steigt in den Online-Autoverkauf ein

Von Martin Achter

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Kunden Autos direkt online verkaufen: Einen entsprechenden Service für Händler startet jetzt auch Deutschlands größter Fahrzeugmarktplatz. Allerdings ist auch hier der Vertragspartner für den Kunden nicht der Händler, sondern die Plattform selbst – zumindest vorerst.

Mobile.de bietet Händlern jetzt einen eigenen Service für den Onlineverkauf von Autos.
Mobile.de bietet Händlern jetzt einen eigenen Service für den Onlineverkauf von Autos.
(Bild: Achter – »kfz-betrieb«)

Händler sollen Kunden auf Mobile.de Autos künftig auch direkt verkaufen können. Nach einem Test zu Jahresbeginn mit der Drittanbieter-Plattform Instamotion startet Mobile jetzt einen eigenen Service für den Onlineverkauf von Händlerfahrzeugen, wie die Plattform am Dienstag mitteilte. Das Angebot soll demnach am Donnerstag live gehen. Dabei handelt es sich zunächst um eine Pilotphase mit einer kleinen Anzahl von Händlern.

„Mit dem neuen Zusatzangebot greift Mobile.de ein wachsendes Kundenbedürfnis auf“, erklärte das Unternehmen. In der Pilotphase werde aber nicht der Händler als Vertragspartner des Kunden agieren, sondern die Plattform selbst.

Mittelfristig auch Händler als Vertragspartner

Das heißt: Drückt ein Kunden auf den Sofort-Kaufen-Knopf, kauft Mobile das Fahrzeug kurzzeitig vom Händler an und verkauft es an den Kunden weiter. Die Plattform kümmert sich dann auch um eine Zustellung der Autos an die Kunden – zusammen mit einem Kooperationspartner. „Mittelfristig“ sollen Händler über die Plattform aber unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung Autos verkaufen können.

Nach Angaben der Plattform bedeutet der Online-Autoverkauf für den Händler kaum Mehraufwand. Der Händler müsse lediglich einige zusätzliche Angaben bei der Erstellung der Inserate machen. Komme es dann zum Verkauf, müssten die Autos aufbereitet und Mobile mitsamt Dokumenten zur Verfügung gestellt werden. Die Plattform kümmere sich dann um die Zustellung.

Nur junge Gebrauchtwagen

Der Kunde hat 21 Tage Rückgaberecht. Er kann das einzelne Auto über Mobile sowohl bar kaufen als auch finanzieren. Infrage kommen aber nur Fahrzeuge, die bestimmte Kriterien erfüllten. Es muss sich um junge Gebrauchtwagen handeln, die nicht älter als drei Jahre sind, maximal 60.000 Kilometer Laufleistung aufweisen und maximal 50.000 Euro kosten. Die Wagen müssen zudem unfallfrei sein und dürfen höchstens zwei Haltereinträge haben.

Hinsichtlich der Finanzierung der Fahrzeuge arbeitet Mobile nach eigenen Angaben zunächst mit Santander Deutschland zusammen. Im Bereich Fahrzeuggarantien seien die Anbieter Element und Intec Kooperationspartner. Die Fahrzeugzustellung wickelt Mobile über den Deutschen Auto Dienst ab, einen Service der Kroschke-Gruppe.

Ein Dutzend Händler beim Test dabei

Ajay Bhatia, seit Kurzem Geschäftsführer von Mobile.de, betonte im Gespräch mit »kfz-betrieb«, aus pragmatischen Gründen vorerst nur mit einer kleinen Gruppe von Händlern starten zu wollen: „Wir wollen schnell lernen und schnelle Entscheidungen treffen, um unser Produkt weiterentwickeln zu können. Das geht einfacher, wenn die Anzahl der Teilnehmer in unserer Testphase nicht zu groß ist.“ Der Kreis der am Onlineverkauf teilnehmenden Händler solle aber erweitert werden. Zunächst ist bei dem Test ein Dutzend am Start.

Als Grund dafür, die Vertragsbeziehung zum Kunden zunächst über Mobile zu gestalten, nannte Bhatia die Nutzererfahrung im Vergleich zu reinen Online-Gebrauchtwagenhändlern: „Wir sind uns einer Tatsache sehr bewusst: Wenn wir mit unserem Angebot erfolgreich sein wollen, müssen wir Nutzern eine bessere Erfahrung bieten als die reinen Online-Player. Sonst werden wir mit unserem Angebot am Markt keine Rolle spielen.“ Das schade am Ende den Händlern, die ihre Autos über Mobile zum Kauf anböten. Künftig solle der Kunde die Wahl haben, Autos direkt beim Händler online oder über Mobile kaufen zu können.

Finanzierung in einigen Wochen

Finanzierungen sollen den Kunden demnach einige Wochen nach dem Start des Onlinekaufs auf Mobile möglich sein. Derzeit sei Mobile noch in Gesprächen mit verschiedenen Finanzdienstleistern.

Die Marke und den Namen des einzelnen Händlers werden Kunden beim Onlineverkauf über Mobile zunächst nicht sehen, wie Bhatia bestätigte. Hintergrund sei, dass die Plattform verstehen wolle, unter welchen Voraussetzungen Transaktionen zustande kommen. Offenbar will Mobile mit diesem Schritt der Möglichkeit vorbeugen, dass Kunden die Fahrzeuge an anderer Stelle online entdecken und auf klassischem Weg per E-Mail-Lead kaufen. „Dass wir auf diese Weise agieren, ist aber keine langfristige Entscheidung“, betonte Bhatia.

Die Kosten, die Händler für den Onlineverkauf tragen müssen, wolle Mobile „in Kürze“ kommunizieren. Nach Angaben von Mobile-Chef Bhatia wird es sich um einen prozentualen Anteil des Fahrzeugpreises handeln. Dieser falle nur bei einem erfolgreichen Verkauf an. Die Gebühr werde nach oben gedeckelt sein.

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Mobile hatte bereits zu Beginn dieses Jahres mit dem Onlineverkauf von Autos experimentiert. Dabei hatte die Plattform den Prozess aber über den Wettbewerber Instamotion abgebildet. Der Gebrauchtwagen-Marktplatz Autoscout 24 war bereits vor rund einem Jahr mit seinem E-Commerce-Service Smyle gestartet.

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