Motorworld Berlin: Rennsport Made in GDR

Autor: Steffen Dominsky

Vom 20. bis zum 24. November steht die „Motorworld Classics Berlin“ ganz im Zeichen klassischer Fahrzeuge. Vor allem mithilfe einer Motorsport-Sonderschau, bei der sich etliches um den Rennsport in der damaligen DDR dreht, möchte die Oldtimermesse in diesem Jahr punkten.

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Interessante Rennfahrzeuge aus der DDR stehen im Mittelpunkt der Motorsport-Sonderschau auf der „Motorworld Classics Berlin“.
Interessante Rennfahrzeuge aus der DDR stehen im Mittelpunkt der Motorsport-Sonderschau auf der „Motorworld Classics Berlin“.
(Bild: Rennstrecke Schleizer Dreieck)

In diesem Jahr öffnet die Oldtimermesse „Motorworld Classics Berlin“ vom 20. bis zum 24. November ihre Tore. Dabei möchte sie sich unter anderem in einen Hotspot für Rennsportfans verwandeln. Eine Motorsport-Sonderschau zeigt außergewöhnliche Rennfahrzeuge und seltene Formelwagen, so der Veranstalter. Mit von der Partie sollen auch legendäre Rennwagen aus der DDR sein, wie z. B. der Melkus RS 1000, der vor 50 Jahren seinen Premiere feierte. Heinz Melkus brachte 1969 den legendären und in Handarbeit hergestellten RS 1000 auf den Markt, den ersten und einzigen Rennwagen der DDR mit Straßenzulassung. Vom ihm wurden lediglich 101 Fahrzeuge gefertigt, von denen heute noch etwa 90 existieren.

Als Special Guest empfängt die Motorworld Classics Berlin am 22. und 23. November um jeweils 12 und 15 Uhr den deutschen Rallyefahrer Armin Schwarz. Besucher dürfen sich außerdem auf einen seiner imposanten Trophy Trucks freuen, den der Rallyepilot zur Sonderschau mitbringt. Im vergangenen Jahr feierte er den Sieg in der „Legends Class“ bei der Baja 1000 in Mexiko, die zu den längsten und härtesten Auto- und Motorradrennen der Welt zählt. 1987 und 1988 wurde Armin Schwarz Deutscher Rallyemeister, 1991 feierte er seinen größten Erfolg als Sieger der Rallye Spanien, zudem wurde er 1996 Europameister.

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Schleizer Dreieck mit MT 77

Auch die Rennstrecke „Schleizer Dreieck“ präsentiert sich auf der Sonderschau und hat einige interessante Fahrzeuge im Gepäck, darunter den Formelrennwagen „MT 77“, ebenfalls aus dem Hause Melkus. Der Wagen wurde 1977 von den Rennfahrern Ulli Melkus und Hartmut Thaßler, dessen Fahrzeug mit der legendären Startnummer 92 zu sehen sein wird, entwickelt und gebaut. Der Fahrzeugname setzt sich aus den Initialen der beiden Fahrer zusammen, die 77 steht für das Erscheinungsjahr. Die Aerodynamik der Karosserie war für die damalige Zeit und die vorhandenen Mittel und Möglichkeiten in der DDR nahezu revolutionär. Antriebsbasis war der modifizierte und auf circa 140 PS gebrachte Motor des Lada 1300.

Als weitere Rennstrecke ist die „Motorsport Arena Oschersleben“ präsent. Mit dabei hat sie zwei echte Hingucker, die von Mücke Motorsport Classic zur Verfügung gestellt werden: zum einen den Alfa Romeo 155 V6 TI DTM. Der 420 PS starke Rennwagen wurde 1994 von dem Rennfahrer Christian Danner gefahren. Zudem wird ein Ford Capri RS 3100 Cosworth, den auch Niki Lauda und Klaus Ludwig zu ihrer aktiven Zeit gefahren sind, aus dem Jahr 1974 zu sehen sein. Darüber hinaus präsentiert sich das Unternehmen „Oldtimer Trackdays“. Wer selbst einmal mit seinem Klassiker auf die Rennstrecke will, ist hier an der richtigen Adresse. Oldtimer Trackdays bietet Besitzern von Oldtimern und Youngtimern die Möglichkeit, sich auf ausgewählten Rennstrecken sportlich zu bewegen. Nach Berlin bringen sie einen Classic Mini Cooper und einen Bergrennwagen-Prototyp mit.

Drei Räder und vier Weltrekorde

Mit dem dreirädrigen Cyclecar von Udo Wollbrink wird ein echtes Weltrekordfahrzeug auf der Sonderschau zu sehen sein. Wollbrink, zwei Tschechen und ein Engländer schrieben mit dem außergewöhnlichen Renngefährt 1989 auf der Rennstrecke im tschechischen Most Motorsportgeschichte. Die vier Männer fuhren mit ihrem bis zu 160 km/h schnellen Fahrzeug insgesamt vier Weltrekorde ein – den sechs-Stunden-, den 12-Stunden-, den 24-Stunden- sowie den 1.000-Kilometer-Weltrekord. Auch wenn es knapp war: Auf nur noch einem Zylinder und lediglich mit einem Glas Benzin im Tank passierten sie die Ziellinie.

Die Motorworld Classics Berlin findet in den Messehallen unter dem Funkturm statt – parallel zur Boots- und Freizeitmesse Boot & Fun Berlin. Die Öffnungszeiten sind Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 16 Euro. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group