Neue China-Marke Lynk & Co: Airbnb auf vier Rädern

Autor: Andreas Wehner

Der Geely-Konzern lässt die Katze aus dem Sack. Im kommenden Jahr bringen die Chinesen als erstes Fahrzeug ihrer neuen Marke ein Kompakt-SUV auf den Markt. Eine Carsharing-Möglichkeit soll bei jedem Auto bereits integriert sein.

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Alternativ gibt es den 01 in der progressiver gestylten Version „Sport“.
Alternativ gibt es den 01 in der progressiver gestylten Version „Sport“.
(Bild: Lynk & Co)

Unter dem Namen „Lynk & Co“ startet im kommenden Jahr eine neue Automarke. Der chinesische Geely-Konzern, dem unter anderem auch Volvo gehört, will unter der neuen Marke im kommenden Jahr das Kompakt-SUV 01 in China auf den Markt bringen. Später will der Autobauer auch in Europa und den USA Fuß fassen. Am Donnerstag hat das Unternehmen erste Details zu den Fahrzeugen und zum geplanten Geschäftsmodell präsentiert.

Auf ein klassisches Händlernetz will Lynk & Co verzichten. Stattdessen sollen die Fahrzeuge vorwiegend übers Internet verkauft werden. Darüber hinaus soll es Stützpunkte in Städten geben – Tesla lässt grüßen. Laut der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ sind in Deutschland bis zu 100 herstellereigene Standorte angedacht. Für den Service könnte zudem das Volvo-Netz eingebunden werden.

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Für eine solche Lösung spricht die gemeinsame Plattform-Strategie. So basiert der 01 auf der für die Schweden entwickelten CMA-Plattform, auf der künftig auch Volvos kompakte Fahrzeuge wie der kommende XC40 stehen werden. Preise nennt Lynk & Co noch nicht. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die neue Marke vom Niveau her unterhalb von Volvo und oberhalb von Geely bewegen wird.

Dabei setzt das Unternehmen auf eine einfache Preisstruktur. Die Verantwortlichen von Lynk & Co, zu denen unter anderem der langjährige Opel-Manager und frühere Volvo-Vertriebs- und Marketingchef Alain Visser gehört, wollen keine aufpreispflichtigen Optionen anbieten. Der Kunde soll lediglich zwischen vier Ausstattungsvarianten wählen können, die alle Wünsche erfüllen sollen.

Das Auto per App verleihen

Doch Lynk & Co will nicht nur die klassischen Autokäufer für sich gewinnen, sondern auch Verbraucher, die nur gelegentlich ein Auto brauchen. Der 01 soll über eine App unkompliziert zu verleihen sein, der Dienst soll dabei in etwa so funktionieren wie die Wohnungs-Vermietplattform Airbnb. Die Fahrer können einen „Share Button“ drücken, wenn sie das Auto nicht brauchen. Gibt es einen Interessenten, erhält man eine Nachricht aufs Smartphone, kann dessen Profil checken und seine Zustimmung erteilen. Der Mitnutzer erhält einen digitalen Schlüssel und kann losfahren. Die Abrechnung übernimmt Lynk & Co.

Der Hersteller verspricht nicht weniger als das am stärksten vernetzte Auto der Welt. Ein W-Lan-Hotspot inklusive Datentarif ist da selbstverständlich. Ein Concierge-Service und ein Hol- und Bringservice für den Werkstattaufenthalt sind ebenfalls angedacht. Eine offene Entwicklungsplattform soll es praktisch jedermann möglich machen, neue Anwendungen zu entwickeln.

Bei den Antrieben setzt Lynk & Co auf Benzin- und Dieseltriebwerke mit einem Leistungsspektrum von 150 bis 197 PS. Zudem soll es einen Plug-in-Hybrid geben. Die Kraftübertragung übernimmt wahlweise ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe oder eine Sechsgang-Handschaltung.

Dem 01 sollen weitere Modelle folgen. Wie zu erwarten sollen die nächsten Modelle 02 und 03 heißen. Am Ende will Lynk & Co als Vollsortimenter dastehen.

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 Andreas Wehner

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«