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Neue Seat-Verträge sollen schon im Herbst vorliegen

| Autor: Andreas Grimm

Mit der Entscheidung für neue Vertriebsverträge hat sich Seat lange Zeit gelassen. Dafür muss es nun schnell gehen. Intensive Verhandlungen wie bei VW oder Skoda scheinen trotz der erwartbaren Unruhe im Netz nicht vorgesehen zu sein.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Neufassung der Seat-Händlerverträge sorgt für Unruhe im deutschen Netz des spanischen Fabrikats. Das zeigen verschiedene Rückmeldungen an diese Redaktion, vor allem aber an den Seat-Partnerverband. Von vielen eingegangenen Händleranfragen, die ihren Befürchtungen und Ängsten bezüglich der Zukunft mit Seat Ausdruck verleihen, ist in einem Rundschreiben des Händlerverbands vom 22. Juni die Rede, das »kfz-betrieb« vorliegt.

Ob eine erste Stellungnahme von Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer an die Händler die Sorgen gemildert hat, bleibt abzuwarten. In einem Schreiben an die Händler, das am 19. Juni im Partnernetz verschickt wurde und das »kfz-betrieb« ebenfalls vorliegt, verdeutlicht Bauer, „bis zum Herbst dieses Jahres nun neue Händlerverträge ausarbeiten“ zu wollen.

Angesichts dieses sportlichen Zeitplans – zum Vergleich: bei Skoda spricht man bereits seit Oktober 2017 über die neuen Vertragsinhalte – könnte man seitens Seat konkrete Vorstellungen erwarten. Entsprechende Nachfragen von »kfz-betrieb« blieben allerdings unbeantwortet. „Wir werden Ihre Fragen nicht beantworten“, hieß es dazu lapidar von der Seat-Pressestelle.

Größeren Verhandlungsspielraum für die deutschen Verträge wird es wohl nicht geben, auch wenn Deutschland nach Stückzahlen der wichtigste Markt für Seat ist. Die Inhalte müssten vielmehr „inhaltlich und konzeptionell auf europäischer Ebene synchronisiert“ werden, schreibt der Seat-Deutschland-Chef an die Vertriebspartner.

Reaktion auf „Herausforderungen des Marktes“

Gleichzeitig betont Bauer, man habe noch bis vor einigen Tagen „mit der entschlossenen Absicht agiert, neue Verträge zu vermeiden und alle nötigen Anpassungen über einen so genannten Side-Letter zum bestehenden Händlervertrag umzusetzen“. Was letztlich das Umdenken ausgelöst hat, lässt das Schreiben von Seat Deutschland ebenso offen wie die Frage nach dem künftigen Zuschnitt des Netzes. Dazu heißt es lediglich, man wolle „mit einem starken und profitablen Händlernetz den Herausforderungen des Marktes begegnen“.

Konkreter wird dagegen das Schreiben des Händlerbeirats an seine Verbandsmitglieder. Darin heißt es, Bauer habe bekräftigt, dass es nicht um eine Umstrukturierung des Netzes gehe, sondern um Faktoren wie das Agenturgeschäft im Fleetbereich und die Vermarktung des Urban-Car – das kommende erste E-Fahrzeug von Seat.

Die letztlich festgestellte Notwendigkeit neuer Verträge verargumentiert Seat dabei ähnlich wie die anderen Konzernmarken, die schon länger in Vertragsverhandlungen stecken (VW, Audi, Skoda). So könne der Vertrieb des Urban Car über ein Agenturmodell zu stabileren Preisen sowie abgesicherten Renditen und Restwerten führen. Das Flotten-Agentur-Modell habe sich zudem bereits bei den anderen Konzernmarken bewährt. „Dies ist ohne Zweifel allein deshalb schon sinnvoll, da die Nachlässe bei größeren Fuhrparks ohnehin die Möglichkeiten, die durch das Margensystem gegeben sind, überschreiten“, heißt es in dem Partnerschreiben.

Als direkte Vorteile neuer Verträge stellt Bauer für die Partner die Möglichkeit in Aussicht, „gemeinsame Prozesse zu vereinfachen und existierende Standards und ihre Kosten zu reduzieren“. Entsprechende Vorschläge werde der Importeur dem Händlerbeirat „nach der anstehenden Ferienzeit“ vorstellen – dem Vernehmen nach ist das nächste Treffen für Mitte September angesetzt.

Viel Zeit zum Verhandeln bleibt dann bis zum angestrebten Vertragsabschluss – „im Herbst“ – allerdings nicht mehr.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«