Neue Strategie: Hyundai nimmt sich Start-ups als Vorbild

Autor: Andreas Wehner

Der koreanische Autohersteller hat sich für die kommenden Jahre ein Wachstum in verschiedenen Branchen vorgenommen. Hyundai setzt dabei auf Mobilitätsdienstleistungen, aber auch autonomes Fahren. Zudem soll die Zahl der elektrifizierten Modelle bis 2025 massiv steigen.

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Hyundai-CEO Euisun Chung hat eine eigene Elektroplattform angekündigt.
Hyundai-CEO Euisun Chung hat eine eigene Elektroplattform angekündigt.
(Bild: Hyundai)

Die koreanische Hyundai Motor Group will in den kommenden Jahren eine Führungsrolle bei Zukunftstechnologien wie Elektrifizierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen einnehmen. Die „kreative Denkweise“ und der „unternehmerische Wille“ von Start-ups sollen dabei als Vorbild dienen, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und CEO der Hyundai Motor Group, Euisun Chung, laut einer Mitteilung. Mitarbeiter sollten sich nicht einfach als Mitglieder einer großen Organisation sehen, sondern als Start-up-Unternehmer, die ständig neue Herausforderungen suchen.

Ziel der jetzt vorgelegten Strategie bis 2025 sei nachhaltiges Wachstum in verschiedenen Branchen. Umgerechnet 77 Milliarden Euro will Hyundai in den kommenden fünf Jahren in Zukunftstechnologien, aber auch neue Werke und Geschäftsmodelle investieren.

23 batterieelektrische Modelle

„Um unsere Führungsposition bei der Fahrzeugelektrifizierung zu festigen, sollen 44 elektrifizierte Modelle bis 2025 auf den Markt kommen“, kündigte Chung mit Blick auf die beiden Marken Hyundai und Kia an. Darunter sollen 23 batterieelektrische Fahrzeuge sein. „Voraussetzung dafür ist die Entwicklung spezieller Elektro-Plattformen und Kernkomponenten", so Chung. Eine neue Elektro-Architektur soll 2021 eingeführt werden. Zudem sind 13 Hybrid-Modelle, 6 Plug-in-Hybride und 2 Brennstoffzellenfahrzeuge geplant. Bisher umfasst das elektrifizierte Angebot 24 Modelle.

Bereits im Dezember hatte Hyundai angekündigt, 2025 rund 670.000 Elektrofahrzeuge, darunter 110.000 Brennstoffzellenmodelle, verkaufen zu wollen. Damit will der Autobauer unter den weltweiten Top drei der der Hersteller von batterieelektrischen Fahrzeugen und Brennstoffzellenautos landen.

Gleichzeitig wollen die Koreaner das Geschäft mit Brennstoffzellen auf andere Branchen ausdehnen. Dabei arbeitet der Konzern mit dem Motoren- und Generatoren-Hersteller Cummins zusammen. Brennstoffzellen sind vorgesehen für den Transportsektor, Schiffe, Schienenfahrzeuge und Gabelstapler, aber auch für die Stromerzeugung und Stromspeicherung.

Autonome Fahrzeuge als „Herzstück zukünftiger Fahrzeugentwicklung“

Bei den autonomen Antrieben will Hyundai in naher Zukunft selbstfahrende Fahrzeuge mit dem SAE Level 4 und dem Level 5 kommerziell produzieren. „Autonome Antriebe stellen das Herzstück zukünftiger Fahrzeugentwicklung dar“, sagte Chung. Ab 2023 sollen selbstfahrende Fahrzeuge in ausgewählten Regionen unterwegs sein.

Auch in der wachsenden Mobilitätsdienstleistungsbranche will Hyundai weltweit neue Unternehmen gründen, aber auch mit Partnern zusammenarbeiten und strategisch in Mobilitätsplattformen investieren. In diesem Jahr startet Hyundai in Los Angeles seinen Carsharing-Dienst. In Russland sind die Koreaner schon im vergangenen Jahr in das Geschäft mit Auto-Abos eingestiegen. Die Zusammenarbeit mit den Mobilitätsplattformen Ola in Indien und Grab in Südostasien soll ausgeweitet werden.

Bestandteil der Zukunftsstrategie sind zudem neue Mobilitätstechnologien. Dazu zählen neben der Robotik auch die sogenannte Urban Air Mobility (UAM), bei der Personal Air Vehicles (PAV) eingesetzt werden, mit denen Menschen und Waren durch die Luft transportiert werden. Auf der Elektronikmesse CES hatten die Koreaner jüngst ihre Vision eines Flugtaxis vorgestellt und die Kooperation mit dem Uber-Ableger Elevate bekanntgegeben, der ein Flugnetz aufbauen will.

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Redakteur Newsdesk Automotive