Neuer Opel-Vertrag: Van Eupen hat genug

Schließung für kommendes Jahr geplant

| Autor: Jens Rehberg

Der Traditionsbetrieb van Eupen ist bereits seit über 90 Jahren eng mit Opel verbunden.
Der Traditionsbetrieb van Eupen ist bereits seit über 90 Jahren eng mit Opel verbunden. (Bild: van Eupen)

Die Lueg-Tochtergesellschaft Autowelt van Eupen GmbH plant, ihre beiden Opel-Betriebe in Essen und Mülheim im Frühjahr 2020 zu schließen. Mitte letzter Woche hatte Geschäftsführer Michael Speh seine Mitarbeiter über die Entwicklung informiert. Betroffen von der bevorstehenden Betriebsaufgabe sind rund 100 Mitarbeiter.

Grund für die Pläne sei jedoch keineswegs eine sich anbahnende finanzielle Schieflage des Unternehmens, so der Geschäftsführer im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Vielmehr bestehe unter den Bedingungen des neuen Opel-Händlervertrags schlicht keine Aussicht mehr auf eine angemessene Rendite.

Auch andere Opel-Partner kritisieren die neuen Regelungen. Der Hersteller ermöglicht sich darin zahlreiche Freiheiten wie die jährliche Neufestlegung des Margensystems oder einseitige Änderungen aller Standards, gesteht den Händlervertretern aber ein letztlich nur sehr eingeschränktes Mitspracherecht zu. Zwar hat der weitaus größte Teil der Händlerschaft den neuen Vertrag, der im kommenden Jahr in Kraft treten wird, in den letzten Wochen unterschrieben. Doch haben mittlerweile zahlreiche Opel-Partner ihr Geschäft mit einem oder mehreren zusätzlichen Vertriebsverträgen abgesichert. Nicht so van Eupen, die komplett vom Opel-Geschäft abhängen. Zuletzt vermarktete der Händler 1.870 Neu- und 950 Gebrauchtfahrzeuge im Jahr, was rund elf Prozent des Gesamtvolumens der Lueg-Gruppe ausmachte.

Auch im Hinblick auf den noch gültigen Vertrag hatten in der Vergangenheit immer wieder Händler bemängelt, bei Erfüllung aller vertraglicher Pflichten sei es vergleichsweise schwer, mit Opel Gewinn zu erwirtschaften.

„Wir bedauern sehr, dass mit den uns vorgelegten Verträgen keine Aussicht auf eine gesicherte Zukunft für unsere beiden Standorte in Essen und Mülheim besteht", schreibt Michael Speh in einer Mitteilung an die Presse. Für die Mitarbeiter werde nun eine sozialverträgliche Lösung für die Auflösung der Beschäftigungsverhältnisse gesucht.

Rüsselheim reagierte unterdessen kühl auf den angekündigten Ausstieg des seit 1927 vertraglich verbundenen Partners: „Generell haben wir im Ruhrgebiet zahlreiche Vertragspartner, die auch weiterhin die umfassende Betreuung unserer Kunden gewährleisten werden“, sagte ein Opel-Sprecher auf Anfrage. Der neue Händlervertrag werde gut angenommen. Gerade für leistungsstarke Händler sei das neue Vertragswerk eine Chance, da es diesen Möglichkeiten für zusätzliche Gewinne biete.

Die Brüder van Eupen hatten ihre Unternehmung ursprünglich 1872 gegründet – ab 1920 handelte die Firma mit Autos. Die Bochumer Lueg-Gruppe, einer der größten deutschen Vertragspartner der Daimler AG, übernahm den Opel-Händler van Eupen 2004. In der Folge wurde das Filialnetz des Unternehmens in mehreren Schritten ausgedünnt, zuletzt gab man vor fünf Jahren zwei kleinere Standorte in Essen-Rüttenscheid und Gevelsberg auf.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45845314 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo elektrifiziert konsequent sein Modellportfolio. Der Wermutstropfen für die Händler ist: Bei den Stromern und Plug-in-Hybriden sinkt die Grundmarge. Geschäftsführer Thomas Bauch schildert, wie er das wettmachen will, und warum sich der Importeur strukturell neu aufstellt. lesen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Jeder Betrieb braucht eine sinnvoll geregelte Finanzierung, um das tägliche Geschäft betreiben zu können. Dabei sollte man nach Ansicht des Unternehmensberaters Carl-Dietrich Sander einige wichtige Grundsätze beachten. lesen