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Neuer VW-Chef Brandstätter fordert vom Handel einen „radikalen Wandel“

| Autor: Christoph Seyerlein

Der neue VW-Markenchef lobt den Handel für seine „tolle Arbeit“. Gleichzeitig fordert Ralf Brandstätter von den Partnern Bereitschaft zur Veränderung. „Autohäuser brauchen zukünftig neue innovative Handelsformate, um wettbewerbsfähig zu sein“, erklärte der 51-Jährige.

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„So wie Volkswagen sich zu einem Tech-Unternehmen wandeln muss, müssen sich auch die Autohäuser an die neue Mobilitätswelt anpassen“, meint Ralf Brandstätter.
„So wie Volkswagen sich zu einem Tech-Unternehmen wandeln muss, müssen sich auch die Autohäuser an die neue Mobilitätswelt anpassen“, meint Ralf Brandstätter.
(Bild: Volkswagen)

Der neue VW-Markenchef Ralf Brandstätter hat sich erstmals seit seinem Amtsantritt am 1. Juli dazu geäußert, was er künftig vom Handel erwartet. In einem Beitrag für das Karrierenetzwerk Linkedin schrieb der Manager, die „Autohäuser seien der zentrale Baustein im Fahrzeugvertrieb“. Deshalb sei es ihm wichtig, sich regelmäßig mit den VW-Händlern auszutauschen.

Zuletzt habe er mehrere Partner besucht. „Mein Eindruck: In den Betrieben wird tolle Arbeit geleistet! Die Identifikation mit Volkswagen und das Engagement für die Marke sind riesig“, so Brandstätter.

Gleichzeitig stimmte der 51-Jährige den Handel allerdings auf herausfordernde Zeiten ein. „Ich bin davon überzeugt: Wir brauchen einen radikalen Wandel. So wie Volkswagen sich zu einem Tech-Unternehmen wandeln muss, müssen sich auch die Autohäuser an die neue Mobilitätswelt anpassen“, erklärte Brandstätter.

Themen wie Digitalisierung und Elektrifizierung würden das Geschäft stark verändern. „Das bedeutet: Die Autohäuser brauchen zukünftig neue innovative Handelsformate, um wettbewerbsfähig zu sein.“ Volkswagen wolle seine rund 7.000 Partner weltweit bei der Neuausrichtung unterstützen, versprach Brandstätter.

Brandstätter lobt das Agenturmodell

Ein „erstes gutes Beispiel dafür“ sei das Agenturmodell, das die Marke beim ID 3 erstmals auch im Privatkundengeschäft in Deutschland ausrollt. Händler treten dabei nur noch als Vermittler auf, den Vertrag schließen Kunden direkt mit dem Hersteller. Dafür erhält der Partner eine Provision, wenn der Käufer ihn zuvor als „bevorzugten Händler“ angegeben hat. In Brandstätters Augen ist das Gesamtpaket stimmig: „Volkswagen übernimmt auch die Finanzierung der Fahrzeuge. Das schafft finanzielle Entlastung und bessere Planungsprämissen für den Handel.“

Nach Angaben des Herstellers haben inzwischen alle deutschen Partner, die einen Agenturvertrag angeboten bekommen haben, diesen auch unterschrieben. Volkswagen wertet das als große Zustimmung für das Modell. Auch die Mehrheit der Händler und der Partnerverband hatten sich in der Vergangenheit für das Agenturmodell ausgesprochen. Eine Ausweitung auch auf Modelle mit Verbrennungsmotoren ist nicht ausgeschlossen.

Völlig unumstritten ist der Ansatz im Händlernetz aber nicht: In Gesprächen mit »kfz-betrieb« zeigten sich mehrere VW-Händler zuletzt besorgt, der Hersteller könnte im Agenturmodell nur einen Übergang für einen Fahrzeugverkauf komplett ohne Handelsbeteiligung sehen.

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