Neuwagenabsatz in Europa wird 2019 fallen

Autor: Andreas Grimm

Die Konjunkturdaten werden schlecher, ein harter Brexit immer wahrscheinlicher und die Prognosen düsterer: Nach Jahren des Wachstums rechnet der Herstellerverband Acea für dieses Jahr mit weniger Neuzulassungen – und revidiert seine eigene Prognose.

(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Der europäische Neuwagenmarkt steht vor einer Trendwende. Nachdem der Markt in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gewachsen war, rechnet nun selbst der europäische Herstellerverband Acea für 2019 mit rückläufigen Pkw-Absatzzahlen. Damit rückt der Verband von seiner bisher optimistischen Prognose ab: Statt eines Wachstums von einem Prozent erwartet der Verband inzwischen, dass die Verkaufszahlen um ein Prozent sinken werden. Das geht aus eine Acea-Mitteilung vom Donnerstag hervor.

Derzeit rechnet der Verband für 2019 mit einem Gesamtabsatz von knapp 15,5 Millionen Fahrzeugen in den EU- und Efta-Staaten bis Ende dieses Jahres. Zuletzt waren die Auslieferungen in Europa seit September 2018 rückläufig gewesen – nur im Mai 2019 war die Entwicklung minimal positiv.

„Abgesehen von der Unsicherheit aufgrund des Brexits und der sich ändernden makroökonomischen Bedingungen stellt dies eine natürliche Stabilisierung des Marktes dar“, kommentierte Acea-Generalsekretär Erik Jonnaert die Anpassung der Prognose. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die abgesenkte Prognose der Europäischen Kommission hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts in der EU.

Der Brexit selbst stellt laut Jonnaert „eine ernsthafte Bedrohung für die Beschäftigung und das Wachstum in der Autoindustrie“ dar, sowohl in Großbritannien als auch in der EU. In Europa werden pro Jahr derzeit 19,2 Millionen Kraftfahrzeuge produziert – über ein hochintegriertes und komplexes Netzwerk an Fabriken auf dem ganzen Kontinent. Der Brexit erhöhe in diesem Geflecht die Gefahr zusätzlicher Hemmnisse, Kosten und Verzögerungen.

Damit hat der Brexit das Potenzial, die wirtschaftliche Entwicklung in Europa zu stören. Immerhin bietet der Automobilsektor laut Acea 13,8 Millionen Arbeitsplätze, was 6,1 Prozent der Gesamtbeschäftigung in der EU entspricht. Die fünf wichtigsten Länder in der Automobilfertigung sind Deutschland (870.000 Arbeitsplätze), Frankreich (223.000), Polen (203.000), das Vereinigte Königreich (186.000) und Rumänien (185.000).

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«