Absatzanalyse Die Eigenzulassungen beherrschen die Entwicklung

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Lange waren die Eigenzulassungen – egal ob im Handel oder durch die Hersteller – rückläufig und für den Absatz unnötig. Im September sah es nun anders aus. Während die Nachfrage lahmt, gehen die Eigenzulassungen durch die Decke.

Die Neuwagennachfrage lahmt, vor allem der Privatkundenmarkt sendet keine Impulse.(Bild:  Schreiner – VCG)
Die Neuwagennachfrage lahmt, vor allem der Privatkundenmarkt sendet keine Impulse.
(Bild: Schreiner – VCG)

Der Aufschwung im Neuwagenhandel jenseits der Sondereffekte ist im September erstmals seit vielen Monaten zum Erliegen gekommen. Wie aus einer Auswertung der Neuzulassungszahlen der Marktforschung Dataforce hervorgeht, sind sowohl die Zulassungen im Privatkundenmarkt, als auch im gewerblichen Sektor rückläufig. Dagegen legten die Eigenzulassungen des Handels und der Hersteller kräftig zu.

Insgesamt verlor der Pkw-Markt um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) registrierte noch 224.502 Erstanmeldungen. Der wesentliche Faktor der rückläufigen Entwicklung ist der Privatmarkt. Dieser Absatzkanal verlor 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es war der erste Rückgang seit diesem Februar. Hier scheint sich nun zu zeigen, worauf der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe schon länger hinweist: der private Auftragseingang ist in den vergangenen Monaten stark rückläufig.

Gewerbekundenmarkt stärker als erwartet

Positiv überrascht zeigt sich Dataforce dagegen vom zweiten echten Nachfrage-Kanal, dem Gewerbekundenmarkt. Dieser habe mit einem Rückgang um 3,3 Prozent „überraschend wenig“ nachgegeben. Angesichts der ausgelaufenen Förderung von E-Fahrzeugen für Gewerbekunden sowie den bereits hohen Zulassungszahlen im September 2022 hatten die Marktbeobachter mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Gleichwohl ist der Elektromarkt im gewerblichen Segment im September eingebrochen. BEVs verloren in dem Kanal um ganze 49 Prozent und erreichten mit 9,1 Prozent ihren geringsten Marktanteil seit April 2021. Dafür gewannen Benziner, Diesel und Hybride erneut an Relevanz. Zusammen wuchsen die drei Kraftstoffarten um 20,1 Prozent. Im Privatkundenmarkt gingen die BEV-Zulassungen um rund 30 Prozent zurück.

Als Folge der schwachen Nachfrage fließt die Produktion nun wieder vermehrt in die Sonderkanäle. Zwar ist das Plus bei den Autovermietern um 7,5 Prozent nicht besonders auffällig – und vor dem Hintergrund einer langen Unterversorgung während der Chip-Krise möglicherweise noch immer ein Aufholeffekt. Jedoch legte die Produktion von Kurzzulassungen kräftig zu. Die Erstzulassungen des Fahrzeughandels stiegen um 19,6 Prozent, dicht gefolgt vom Fahrzeugbau (+18,9 %).

Transportermarkt hat wieder Schwung

Etwas anders ist die Situation im Transportermarkt. Hier untersucht Dataforce die Absatzentwicklung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities. Anders als beim reinen Blick auf die Pkw sind die Erstzulassungen in diesem Bereich in allen Segmenten gestiegen, wenn auch die Eigenzulassungen im Handel am stärksten zulegten (+27 %). Die Vermieter wuchsen ebenfalls stark um 24,5 Prozent, während das Plus im Fahrzeugbau (+7,5 %) moderat ausfiel.

Weniger gut lief es für den Flottenmarkt und den Privatmarkt. Beide Zielgruppenmärkte differenzierten sich deutlich von der Performance der Sondereinflüsse und legten nur um 3,9 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent zu. Der Flottenmarkt ist mit 17.694 Einheiten dabei bei weitem der wichtigste Absatzkanal, der im September mehr als 50 Prozent des Transportermarkts ausmachte.

(ID:49752048)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung