Neuwagenportale stechen Handel mit Rabatten aus
Der Autokauf im Internet kann sich finanziell für Kunden lohnen. Ein ADAC-Test ermittelte im Durchschnitt 18 Prozent Rabatt. Dem stationären Handel bleibt vor allem das Service-Argument – denn Beratung und eine Probefahrt gibt es nur vor Ort.

Neuwagen sind einem Test des ADAC zufolge im Internet oft günstiger zu haben als im stationären Handel. Im Durchschnitt sind Fahrzeuge demnach online rund 18 Prozent günstiger als der ausgewiesene Listenpreis. Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse des aktuellen ADAC-Tests der zehn größten Neufahrzeug-Onlineplattformen in Deutschland.
Natürlich gibt auch der Handel Rabatte, aber letztlich aus Kundensicht doch deutlich weniger. Im ADAC-Test boten 50 Autohäuser auf die getesteten fünf Modelle den Testkäufern einen durchschnittlichen Rabatt von gut 12 Prozent an. 20 Autohändler waren zu einem weiteren Nachlass bereit, nachdem sie von den Testern mit den günstigeren Online-Preisen konfrontiert worden waren. Im Schnitt gingen sie noch einmal knapp 1.000 Euro herunter, blieben aber laut ADAC immer oberhalb der Preise im Netz. Die Kehrseite der geringeren Rabatte: Service, Beratung, einen direkten Ansprechpartner und eine Probefahrt bekommen Autokäufer nur vom Händler.

Der ADAC-Test zeigt aber auch, dass die Kunden beim Onlinekauf nicht viel Service erwarten können. Die Qualität der Anbieter ist meist nur mittelmäßig. Nur zwei Onlineportale erhielten die Note „gut“, einer musste ein „mangelhaft“ hinnehmen, der Rest landete im Mittelfeld. Wie bereits im ADAC-Test 2013 wurde Autohaus 24 erneut Testsieger, knapp vor der Carsagentur 24. Schlusslicht ist das Portal APL, das zwar mit hohen Rabatten punktete, aber in puncto Transparenz sehr schlecht abschnitt und weder einen eigenen Konfigurator noch eine benutzerfreundliche Website hat.
Die Transparenz des Kaufprozesses und die Informationen der Kunden über deren Rechte sind allerdings bei vielen Anbietern noch ein Trauerspiel. Die Hälfte der getesteten Vermittler bekam in diesen Kategorien mangelhafte Noten. So wurden Informationspflichten versäumt, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) wurden nicht korrekt bereitgestellt oder fehlten völlig. Einige Anbieter behielten sich vor, diese ohne Angaben von Gründen zu ändern – was sie laut dem ADAC rechtlich gar nicht dürfen.

Auch die Nutzerfreundlichkeit ist nach Ansicht des ADAC auf vielen Portalen noch verbesserungswürdig. In dieser Prüfkategorie vergaben die ADAC-Tester nur dreimal eine „gute“ Bewertung. Kritisiert wurden vor allem die Neuwagen-Konfiguratoren, die nicht das von Hersteller-Websites gewohnte Niveau erreichten. So wurden zum Beispiel nur bei vier Portalen die Nutzer während der Konfiguration deutlich auf Fehler bei der Dateneingabe hingewiesen. Eine lange Fehlersuche in der Eingabemaske ist für den Kunden nicht nur lästig und zeitaufwendig, sondern kann die Lust am Kauf zunichtemachen.
Für den Test wurden fünf Neuwagen mit vorab festgelegter Ausstattung ausgewählt: BMW X3, Audi A4, Skoda Yeti, Opel Corsa und VW Golf Sportsvan. Die Preise für diese Fahrzeuge wurden bei Vertragshändlern in Hamburg, Hannover, Bremen, München, Stuttgart, Dortmund, Berlin, Frankfurt, Köln und Essen erfragt.
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