Lockdown Noch keine Öffnung der Kfz-Verkaufsräume

Autor: Doris Pfaff

Bittere Nachricht für die Händler: Bis zum 7. März geht der Lockdown in die Verlängerung. Öffnungen im Handel soll es erst ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von unter 35 geben. Der ZDK fordert deshalb eine Verlängerung der Corona-Hilfen über den Juni hinaus.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. März.
Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. März.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der derzeitige Lockdown geht vorerst bis zum 7. März in die Verlängerung. Lockerungen gibt es aber für die Friseure. Sie dürfen ab 1. März wieder öffnen. Außerdem einigte sich der Corona-Gipfel darauf, dass weitere Lockerungen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 möglich sind. Dann sollen auch Öffnungen des Einzelhandels möglich sein.

Die harten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bleiben ansonsten solange bestehen. Ob Öffnungen darüberhinaus möglich sind, hängt letztlich von den einzelnen Beschlüssen der Landesregierungen ab. Diese sollen von einem Stufenplan – orientiert am jeweiligen Infektionsgeschehen – abhängig sein. Der Öffnung von Kitas und Schulen räumen Bund und Länder weiterhin Vorrang ein. Auch darüber entscheiden aber die Länder.

Für den Autohandel ist die Nachricht bitter. Denn seit 16. Dezember sind die Verkaufsräume bundesweit geschlossen . Nur in Thüringen dürfen die Kunden weiterhin ins Autohaus. Ein konkreter Öffnungstermin für den Handel ist nicht in Sicht.

ZDK-Schreiben an die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatte der ZDK noch Anfang der Woche an die Politik appelliert, die Verkaufsräume der Autohäuser wieder öffnen zu dürfen. Der Kfz-Handel hoffte, so wie im Frühjahr bei ersten Lockerungen, von der Schließungsverordnung ausgenommen zu werden.

Wiederholt hatte der Zentralverband auf die besondere Situation der Autohäuser und deren großzügige Verkaufsflächen hingewiesen, die im Verhältnis zur Kundenfrequenz und der umfassenden Hygienekonzepte kein Infektionsrisiko darstellten. Damit hatte auch die Politik selbst argumentiert, als sie den Autohandel im Frühjahr früher aus dem Lockdown holte. Bei einer Verlängerung des Lockdowns würden Entschädigungen für den Autohandel erforderlich, hatte Peckruhn im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens gefordert.

ZDK fordert Verlängerung der staatlichen Hilfsmaßnahmen

Das wiederholte der ZDK jetzt nicht. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert aber eine Verlängerung der bestehenden staatlichen Hilfen, die Ende Juni dieses Jahres auslaufen. Denn die Folgen des nun verlängerten Lockdowns werde der Autohandel erst später spüren, weil dann der Verkaufserlös von Fahrzeugen fehlen wird: „Was heute nicht bestellt wird, fehlt uns in einigen Monaten als Umsatz. Das lässt sich auch nicht ausgleichen“, sagt Karpinski.

Der ZDK fordere daher die befristeten staatlichen Corona-Hilfen (Überbrückungshilfe, Schnellkredite, Soforthilfen) über den Juni hinaus zu verlängern. Nur so könnten vor allem kleinere Betriebe vor der Insolvenz gerettet werden. „Auftragseingänge brechen ein, gleichzeitig werden den Händlern aber die Höfe mit Fahrzeugen voll gestellt, die im vergangenen Jahr vor Beginn des Lockdowns bestellt wurden“, so Karpinski. Ungeachtet dieser Forderung werde der Zentralverband weiterhin für eine möglichst baldige Öffnung des Autohandels kämpfen.

VDIK: Einbußen für Autohandel nicht lange durchhaltbar

Enttäuscht reagierte auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) auf das Ergebnis. „Die weitere Schließung der Autohäuser trifft die Branche sehr hart. Eine frühere Öffnung des Kfz-Handels wäre wünschenswert und auch verantwortbar gewesen. Der anhaltende Lockdown wird für die Automobilwirtschaft nun zu einer zunehmenden Belastung. Nach einem bereits sehr schwierigen Jahr 2020 gingen die Neuzulassungen im Januar erneut um 31 Prozent zurück. Solche Einbußen sind nicht lange durchzuhalten", sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik