Nur die leichten Nutzfahrzeuge treiben den Absatz

Autor Andreas Grimm

Die weiter wachsende Nachfrage im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge verbirgt derzeit eine gegenläufige Entwicklung im Markt: Zwei andere Nutzfahrzeugsegmente sind europaweit deutlich im Rückwärtsgang.

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(Bild: MAN)

Über die Sommermonate ist der Nutzfahrzeugmarkt europaweit nochmals heißgelaufen. Nach einem Zulassungsplus im Juli von 6,5 Prozent legten die Verkäufe in den Staaten der EU und der Efta im August sogar um 11,3 Prozent zu, teilte der Herstellerverband Acea nun mit. Damit stiegen die Auslieferungen seit Jahresstart um 6,6 Prozent auf fast exakt 1,8 Millionen Einheiten. Zum Vergleich: Der europäische Pkw-Markt ist seit Jahresstart 3,3 Prozent im Minus.

Waren im Gesamtjahr bislang alle großen europäischen Märkte im Plus, schwächelten einige der Nachfrage-Zugmaschinen im August. Vor allem in Deutschland (+13,0 %) war die Nachfrage noch hoch, in Großbritannien sprang sie sogar stark nach oben (+29,8 %) – möglicherweise als Vorzieheffekt wegen befürchteter Probleme nach einem Brexit. Dagegen war die italienische Nachfrage (+1,9 %) nur noch leicht im Plus, in Frankreich (-1,9 %) und Spanien (-2,6%) sank der Absatz zuletzt sogar.

Trotzdem lief der Absatz in Westeuropa (+11,4 %) unter dem Strich noch deutlich besser als in Osteuropa (+8,1 %). Das stärkste Plus vermeldeten aber die drei Efta-Staaten (18,6 %).

Den größten Anteil am Wachstum hat traditionell das Geschäft mit den leichten Nutzfahrzeugen. Die Transporterklasse legte im August deutlich überproportional um 17,6 Prozent zu, wobei hier die osteuropäischen Länder (+22,6 %) die Entwicklung im Westen (+16,8 %) deutlich übertrafen. In diesem Segment gingen die Neuzulassungen in kaum einem Markt zurück. Allerdings vermeldeten sowohl Spanien als auch Frankreich eine exakte Stagnation der Verkäufe. Deutschland (+19,0 %) und Großbritannien (+41,0 %) legten dagegen erheblich zu.

Ganz anders ist dagegen die Situation in der schweren Klasse. In diesem Nutzfahrzeugsegment weist die Acea-Statistik für fast jeden nationalen Markt einen Zulassungsrückgang aus. Unter dem Strich wurden 20,8 Prozent weniger Lkw neu ausgeliefert. In absoluten Zahlen ist das ein Rückgang von 21.200 auf 16.800 Einheiten. Auch die großen Absatzmärkte machen da keine Ausnahme, wobei der Rückgang in Deutschland (-5,7 %) am schwächsten und in Spanien (-32,2 %) am heftigsten ausfällt.

Dazu passend sind auch die Bus-Zulassungen auf Talfahrt gegangen, die im ersten Halbjahr europaweit noch um 11,1 Prozent gestiegen waren. In diesem Segment kamen im August noch knapp 4.000 neue Busse auf die Straßen, ein Rückgang um 6,3 Prozent.

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