Suchen

Nutzfahrzeuge: Positive Bilanz mit Warnsignal

| Autor: Andreas Grimm

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt in Europa ist im ersten Halbjahr nochmals deutlich gewachsen. Doch die Entwicklung ist nicht einheitlich. Und in einem entscheidenden Segment zeigten sich zuletzt deutliche Bremsspuren.

Firma zum Thema

(Bild: Renault)

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt wächst noch immer, während im Pkw-Markt die Anzeichen für einen konjunkturellen Abschwung immer deutlicher zu Tage treten. Nach Angaben des Herstellerverbands Acea, sanken die Pkw-Neuzulassungen in Europa (EU- und Efta-Länder) im ersten Halbjahr 2019 um gut 3 Prozent. Dagegen verkauften sich Nutzfahrzeuge in diesem Zeitraum um 5,8 Prozent besser als im Vorjahreszeitraum.

Konkret wurden in den Monaten seit Jahresstart in den 31 Berichtsländern 1,40 Millionen Nutzfahrzeuge erstmals zugelassen. Überdurchschnittliche Zuwächse verbuchte dabei der Handel in Deutschland (+13,9 %) und in Großbritannien (+10,2 %), doch auch die Nachfrage in Frankreich (+6,9 %), dem größten europäischen Nfz-Einzelmarkt, sowie in Italien (+4,8 %) und mit Abstrichen in Spanien (+2,6 %) trug zu dem Wachstum im ersten Halbjahr bei.

Sieben Märkte meldeten für das erste Halbjahr rückläufige Zulassungszahlen. Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Märkte mit geringen Stückzahlen wie Bulgarien oder Estland. Auffällig ist allerdings der Einbruch in Schweden um 36,9 Prozent auf 28.250 Einheiten.

Größtes Nutzfahrzeugsegment ist weiterhin die Klasse bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. In diesem Segment wurden in den EU- und Efta-Ländern seit Jahresstart 1,15 Millionen Einheiten neu zugelassen. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Blickt man allerdings auf die Ergebnisse aus dem Juni, zeigt sich bei den leichten Nutzfahrzeugen ein Rückgang der Erstzulassungen um 4,9 Prozent. Es ist in diesem Segment der erste Rückgang in diesem Jahr.

Ganz anders ist dagegen das Bild bei den klassischen Lkw ab 3,5 Tonnen. Vertreter dieser Gruppe wurden im ersten Halbjahr 235.000 Mal neu zugelassen. Das sind 16,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei sorgte vor allem der Juni für einen starken Schub, da die Zulassungen im sechsten Monat des Jahres um 46 Prozent zulegten.

In dieses Bild fügen sich auch die Bus-Zulassungen ein, die im ersten Halbjahr europaweit um 11,1 Prozent auf 23.600 Einheiten stiegen. Auch in diesem sehr kleinen Segment sorgte vor allem der Juni mit einem Plus von 41 Prozent für den entscheidenden Wachstumsschub.

(ID:46044407)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«