Ford Nutzfahrzeugtochter „Ford Pro“ startet in Europa

Ford betreibt sein Nutzfahrzeuggeschäft in Europa künftig über das Tochterunternehmen „Ford Pro“. Unter dessen Dach will der Hersteller die Elektrifizierung und Vernetzung der Transporter mit zahlreichen Services beschleunigen.

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Ford Pro startet in Europa – nahezu zeitgleich mit dem E-Transit.
Ford Pro startet in Europa – nahezu zeitgleich mit dem E-Transit.
(Bild: Ford-Werke)

Ford bringt seine Nutzfahrzeugtochter „Ford Pro“ in Europa an den Start. Erstmals angekündigt hatte der Hersteller die Gründung der eigenen, globalen Einheit im vergangenen Mai. Unter ihrem Dach bündelt Ford künftig seine Nutzfahrzeugpalette sowie unter anderem Software, Beratung, digitale Dienstleistungen und Finanzierungsangebote rund um das Transportergeschäft.

Die Erwartungen des US-Herstellers an das Tochterunternehmen sind hoch: Ab 2025 soll Ford Pro einen jährlichen Beitrag von rund 45 Milliarden US-Dollar zum globalen Unternehmensergebnis leisten. „Das digitale Zeitalter eröffnet neue Lösungen. Gleichzeitig wird aber der wirtschaftliche Betrieb einer Nutzfahrzeugflotte so komplex wie nie zuvor“, erläutert Ted Cannis, Vorstandsvorsitzender (CEO) von Ford Pro, die Motivation zur Gründung der Einheit.

Die Angebote sollen sich an Flottenkunden mit kleinen und großen Fuhrparks richten. Ford Pro möchte ihnen anstatt einzelner Lösungen ein zentrales Fuhrpark-Managementsystem bieten. Dieses greift auf Echtzeitdaten zurück und bündelt Informationen des Fahrzeugs, von Telematikdiensten, Ladestationen und Dienstleistern auf einer Plattform.

Zu den Bausteinen gehört beispielsweise die Software „Ford Pro Telematics 3“, die unter anderem die Echtzeit-Ortung von Fahrzeugen ermöglichen soll. Den Fahrer soll sie mit Warnmeldungen schützen, zum Beispiel wenn bei Reichweite und Ladezustand ein vorgewählter Schwellenwert unterschritten wird. Die Software funktioniert markenübergreifend – so können auch Fahrzeuge anderer Hersteller verwaltet werden.

Digitale Nachrüstungen

Zusätzlich zu Aus- und Umbauten will Ford künftig digitale Nachrüstungen anbieten. So sollen Bedienungs- und Kontrollelemente für Systeme von Drittanbietern in den bordeigenen Touchscreen integriert werden können.

Fahrzeugdaten will Ford über eine Onlineverknüpfung dem Händlernetzwerk zur Verfügung stellen. Auf die Weise soll Reparaturbedarf frühzeitig erkannt werden, bevor es zu Ausfallzeiten kommt. Europaweit seien bereits jetzt 620.000 Ford-Nutzfahrzeuge mit dem „Ford Liive“ genannten System vernetzt. Nach Berechnungen des Herstellers habe das zu 125.000 zusätzlichen Betriebstagen der Fahrzeuge geführt. Derzeit zählt Ford europaweit 800 Transit-Center, hinzu kommen über 4.500 autorisierte Servicebetriebe, die Arbeiten am E-Transit ausführen dürfen.

Fünf Elektronutzfahrzeuge geplant

Dessen Marktstart steht kurz bevor: Der vollelektrische E-Transit startet im Mai am deutschen Markt. Europaweit lagen für ihn nach Angaben des Herstellers bereits 5.000 Bestellungen vor, bevor die ersten Einheiten im türkischen Kocaeli vom Band rollten.

In den kommenden zwei Jahren will Ford in Europa zudem vier weitere Elektronutzfahrzeuge auf den Markt bringen: 2023 den Transit Custom und den Tourneo Custom als Personentransporter und 2024 die nächste Generation des Transit Courier und des Tourneo Courier.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Services rund um das Stromtanken an Relevanz. Das System „Ford Pro Charging“ soll daher für Kunden die effektivste Ladestrategie für den Fuhrpark ermitteln. Es ermöglicht zudem europaweit den Zugang zu mehr als 300.000 Ladepunkten und übernimmt dabei die zentrale Rechnungsstellung.

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