Licht-Test Oft verstellt und häufig kaputt

Von Steffen Dominsky

Ob die marginal besseren Ergebnisse des diesjährigen Licht-Tests eine Trendwende markieren, bleibt offen. Fakt ist: Nach wie vor weist fast jedes dritte überprüfte Fahrzeug Beleuchtungsmängel auf.

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(Bild: ZDK)

Die Mängelquote beim Licht-Test 2021 hat sich mit 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (28,7 Prozent) leicht verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des „Licht-Test 2021“ wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) jetzt mitteilten. Rund 75.000 Mängelberichte aus Kfz-Betrieben haben die beiden Partner hierzu ausgewertet. Unter dem Motto „Gutes Licht! Gute Fahrt!“ waren im Oktober bundesweit wieder die Halter mehrerer Millionen Fahrzeuge dazu aufgefordert worden, die Beleuchtung ihrer Fahrzeuge überprüfen zu lassen.

Insgesamt wurde 4,5 Millionen Fahrzeugen mit korrekter Beleuchtung eine Licht-Test-Plakette hinter die Windschutzscheibe geklebt. Die tatsächliche Anzahl der durchgeführten Überprüfungen ist in der Praxis noch deutlich höher, worauf der ZDK hinweist – nicht immer wünschen Autofahrer, dass eine Plakette verklebt wird. Bei Verkehrskontrollen signalisiert diese der Polizei: Licht ist geprüft! In diesem Jahr haben laut den Organisatoren des Licht-Tests Polizeidienststellen überdurchschnittlich viele Beleuchtungskontrollen durchgeführt und die Autofahrer für das Thema Fahrzeuglicht sensibilisiert.

Hauptscheinwerfer nach wie vor Hauptproblem

Doch trotz der positiven Tendenz gibt es keine Entwarnung: Mehr als jeder vierte Autofahrer ist mit Beleuchtungsmängeln unterwegs. Der Anteil der Blender, also der Fahrzeuge mit zu hoch eingestellten Scheinwerfern, ist mit 8,9 Prozent ähnlich hoch wie 2020 (9,0 Prozent). Zu niedrig eingestellte Scheinwerfer sind in 8,0 Prozent der Fälle bemängelt worden (2020: 8,4 Prozent). Auch die dadurch verringerte Sichtweite reduziert die Sicherheit. Mit 18,7 Prozent stehen die Hauptscheinwerfer immer noch an erster Stelle der Mängelstatistik (2020: 19,8 Prozent). Bei 3,3 Prozent der Fahrzeuge war ein Hauptscheinwerfer sogar komplett ausgefallen. Hochgerechnet auf den Fahrzeugbestand von 47 Millionen Pkw ergibt das rund 1,5 Millionen Fahrzeuge, die als „Einäugige“ auf den Straßen unterwegs sind. Leicht verbessert hat sich der Zustand der rückwärtigen Beleuchtung, etwa jeder Zehnte hatte damit Probleme (9,4 Prozent; 2020: 10,0 Prozent).

Die gute Beteiligung zeigt, dass der Licht-Test nach wie vor eine überaus wichtige Aktion für Autofahrer und Werkstätten ist, die zur Sicherheit auf allen Straßen beiträgt, so ZDK und DVW. Die Werkstätten bieten die jährliche Überprüfung des Auto-Lichts kostenlos an. Dadurch geben die Kfz-Meisterbetriebe einen dreistelligen Millionenbetrag als geldwerte Leistung an die Autofahrer weiter. Den Licht-Test gibt es bereits seit 1956, Schirmherr ist der Bundesverkehrsminister. Als Partner standen in diesem Jahr Dacia, Osram, die Nürnberger Versicherung, Auto Bild und Hella Gutmann zur Seite.

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