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Opel: Händler sollen für erfolgreiche CO2-Steuerung belohnt werden

Autor: Jens Rehberg

Im Sommer hatte es noch so ausgesehen, als ob Opel einen zu hohen CO2-Ausstoß im Verkaufs-Mix seiner Händler mit Bonuskürzungen sanktionieren wolle. Opel-Deutschland-Chef Ulrich Selzer ist nun offenbar umgeschwenkt.

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Ulrich Selzer: „Wir haben die Herausforderungen, auch den Handel einzubinden, frühzeitig erkannt und – anders als andere Wettbewerber - einen Plan, wie wir diese Transformation auch gemeinsam mit unseren Partnern erfolgreich gestalten können.“
Ulrich Selzer: „Wir haben die Herausforderungen, auch den Handel einzubinden, frühzeitig erkannt und – anders als andere Wettbewerber - einen Plan, wie wir diese Transformation auch gemeinsam mit unseren Partnern erfolgreich gestalten können.“
(Bild: Andreas Liebschner/Opel)

Opel-Deutschland-Chef Ulrich Selzer hat seinen Handelspartnern in Aussicht gestellt, bei Erfüllung ihrer künftigen CO2-orientierten Vorgaben zusätzliche Marge zu bekommen. Im Hinblick auf das ab 2020 geltende neue Vergütungssystem böten „die neuen Zielvorgaben die Möglichkeit, bei entsprechender Performance spürbar mehr zu verdienen als in der Vergangenheit“, so Selzer laut einer Erklärung, die der Hersteller am Donnerstag der Fachpresse übermittelte. Dazu müssten die Opel-Händler „die Elektromobilität erfolgreich leben und die CO2-Emissionen unter den Zielvorgaben halten.“

In der vergangenen Woche hatte Opel seinen Vertriebspartnern in einer Videokonferenz das neue Margensystem vorgestellt. Wie ein Händler auf Anfrage von »kfz-betrieb« sagte, liege die neue Regelung noch nicht schriftlich vor, daher könne das System als Ganzes aufgrund seiner Komplexität noch nicht bewertet werden. Unter anderem soll es für jeden Vertriebspartner individuelle monatliche CO2-Ziele bezüglich seines Neuwagen-Mixes inklusive Vorgaben für ein bestimmtes Elektrovolumen geben.

Der Opel-Händlerverband (VDOH) hat seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in zwei Wochen zusammengerufen, um den Partnern das neue Vergütungsmodell aus Sicht der Händlervertreter zu erläutern.

In der Erklärung des Herstellers stellte Ulrich Selzer klar, dass, um die E-Mobilität nach vorne zu bringen, aus seiner Sicht alle Akteure gefordert seien. „Jeder Händler wird klare Zielvorgaben für die CO2-Emissionen seiner verkauften Fahrzeuge und für die Anzahl der zu verkaufenden Elektrofahrzeuge erhalten.“ Das erfordere ein Umdenken bei den Händlern.

Im Interview mit »kfz-betrieb« im September auf der IAA hatte Selzer bekräftigt, für die neuen Zielvorgaben müssten die Händler ihren Modell-Mix im Verkauf in der Regel nicht wesentlich umstellen.

In seinem aktuellen Statement betonte der Opel-Deutschland-Chef, der Hersteller stehe hinter den CO2-Zielen, die ab 2020 in Europa gelten. „Wir tragen unseren Teil bei und werden uns nicht aus unserer gesellschaftlichen Verantwortung kaufen, sondern die gesetzten Ziele erreichen.“ Alles andere sei auch ethisch nicht vertretbar.

VDOH: „Verhandlungen laufen noch“

Der Vorstandssprecher des Opel-Händlerverbandes Peter Müller sagte am Donnerstag im Anschluss an einen Verhandlungstag in Rüsselsheim auf Anfrage, die Händlervertreter seien derzeit mit Opel noch im Gespräch zu den Details des neuen Vergütungsmodells. Auch er wollte daher die neue Vergütungsregelung zunächst nicht weiter kommentieren.

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 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«