Opel-Partner: Gute Geschäfte, mäßige Aussichten

Autor: Jens Rehberg

Das Aftersales-Geschäft der Opel-Partner brummt, PSA ist grundsätzlich willkommen. Wenn die trüben Rahmenbedingungen am Horizont nicht wären, könnte es so schön sein.

Firmen zum Thema

Die Igedos-Jahrestagung fand auch in diesem Jahr in Niedernhausen bei Wiesbaden statt.
Die Igedos-Jahrestagung fand auch in diesem Jahr in Niedernhausen bei Wiesbaden statt.
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Opel-B-Händler und -Servicepartner haben ein gutes Jahr hinter sich, denn insbesondere der Aftersales des Rüsselsheimer Herstellers hat 2016 Rekordzahlen geschrieben. Um weitere 20 Euro konnten die Servicepartner im vergangenen Jahr den durchschnittlichen Teile- und Zubehörumsatz pro Fahrzeug auf aktuell 370 Euro pro Einheit steigern.

Dessen ungeachtet ist in den Kreisen der Werkstattpartner derzeit der Verkauf von Opel an PSA das alles überlagernde Thema. Den Eigentümerwechsel bei dem deutschen Traditionshersteller bewerteten die Vertreter des Verbandes der Opel-Spezialisten Igedos anlässlich ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch in Niedernhausen durchaus positiv.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Damit schließt sich die Interessenvertretung der Ansicht des A-Händlerverbands VDOH an, wonach Opel unter einem europäischen Eigentümer deutlich bessere Entwicklungschancen zugebilligt werden als bislang unter Führung des US-amerikanischen General-Motors-Konzerns. Die Erleichterung darüber, dass die Zeit des Kopfschüttelns über nicht nachvollziehbare strategische Entscheidungen aus Detroit vorüber ist, ist den meisten Opel-Partnern im Gespräch deutlich anzumerken.

Skepsis und Sorgen bereiten darüber hinaus weniger die Stolpersteine im Tagesgeschäft als vielmehr die mittelfristigen Perspektiven. Denn vor allem vor den vermutlich anstehenden zahlreichen Systemwechseln im Tagesgeschäft graut es den Unternehmern. „Wenn es schlecht läuft, ist viel technisches Know-how quasi über Nacht dahin,“ warnt Igedos-Vorstandssprecher Rolf Höschele im Hinblick auf den irgendwann zwangsläufig anstehenden Wechsel von Teilen der IT-Infrastruktur auf Systeme des PSA-Konzerns. „Das wird wahrscheinlich sehr umfassend werden – Teilenummern, technische Daten, Garantiesysteme und so weiter“, sagte Höschele am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Abgesehen von dem „enormen Schulungsbedarf“ stünden den Partnern hier mühsame und zeitraubende Umstellungsphasen bevor.

Unsicherheit durch E-Mobilität

Gedanken machen sich die Händlervertreter zudem über den bevorstehenden großen Umbruch in der Servicewelt durch die Elektromobilität: „Viele Autohersteller haben im letzten Jahr unumkehrbar den Schalter umgelegt.“ Im Zuge der sich verändernden Fahrzeugtechnik drohe langfristig ein bedeutendes Volumen an Wartungs- und Reparaturarbeiten wegzufallen. Auch die anstehenden hohen Investitionen in Werkstattausrüstung – bedingt durch sich verändernde gesetzliche Rahmenbedingungen aber auch gestiegene Anforderungen von Opel – beunruhigt die Partner nachhaltig.

Hinzu kommt die sich immer weiter zuspitzende Problematik bei der Personalplanung: „Abgesehen von den Problemen bei der Rekrutierung verlieren wir immer wieder Leute, die von der Industrie abgeworben werden“, so Höschele.

(ID:44592362)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Teamlead Newsdesk / Content Pool