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Peugeot Österreich kündigt Händlerpräsidenten

| Autor: Christoph Baeuchle

Peugeot Österreich wirft den Verbandspräsidenten Bernhard Kalcher aus dem Händlernetz. Der Vertrag ist gekündigt. Kalcher ist sich keiner Schuld bewusst. Dabei ist er nicht der einzige österreichische Händler, den dieses Schicksal ereilt.

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Peugeot Österreich zeigt Krallen und hat dem Verbandspräsidenten seinen Händlervertrag gekündigt.
Peugeot Österreich zeigt Krallen und hat dem Verbandspräsidenten seinen Händlervertrag gekündigt.
(Bild: Peugeot)

Peugeot Österreich hat Bernhard Kalcher, dem Präsidenten des österreichischen Peugeot-Partnerverbands, den Händlervertrag gekündigt. Er habe eine ordentliche Kündigung mit einer zweijährigen Kündigungsfrist erhalten, bestätigte Kalcher auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Nicht betroffen ist der Servicevertrag.

Grundsätzlich sieht die Gruppenfreistellungsverordnung vor, dass Hersteller und Importeure ihren Partnern ohne eine Begründung ordentlich kündigen können. Kalcher wollte sich in seinem Fall nicht konkret dazu äußern: „Wir sind uns keiner Schuld bewusst.“ Peugeot Österreich wollte sich auf Anfrage von »kfz-betrieb« dazu nicht äußern.

Kalcher steht seit Jahren an der Spitze des Händlerverbands. Dabei ist der österreichische Unternehmer keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Er setzte sich stark für die Peugeot-Partner im Netz ein und prangerte die Missstände beim Importeur an.

Er kritisierte beispielsweise die häufigen Personalwechsel im Vorstand des österreichischen Importeurs. Nach Olivier Gandolfo (April 2016 bis Juni 2017) und Mathias Gabler (Juni 2017 bis März 2018) ist Ian Hucker (seit März 2018) der dritte Chef innerhalb von zwei Jahren. Auch andere Mitglieder wechseln zum Teil so schnell, dass der Importeur nicht einmal mit der Aktualisierung seiner Website hinterherkommt.

Netz ist um ein Viertel geschrumpft

Mit Kalcher erhält nun einer der großen Peugeot-Partner die Kündigung. Nach eigenen Aussagen war er zuletzt unter den Top Ten in Österreich. Er verkauft jährlich rund 450 Peugeot-Neuwagen. Neben der Löwenmarke vertritt das Autohaus auch noch die Marken Ssangyong und Honda sowie die Leichtkraftfahrzeugmarken Microcar und Ligier.

Laut Händlerverband ist Kalcher der dritte Partner, dem in diesem Jahr vom Importeur gekündigt wurde. Damit zählt das österreichische Peugeot-Netz noch 35 Händler. In den vergangenen 24 Monaten hat der Importeur sein Netz um ein Viertel verkleinert.

In den ersten zehn Monaten 2018 hat Peugeot in Österreich knapp 9.500 Neuwagen verkauft, zwei Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei liegt der Neuwagenmarkt mit 298.000 Einheiten in den ersten zehn Monaten auf Vorjahresniveau.

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