Piëch kehrt in den Automobilbau zurück

Autor: Andreas Grimm

Die Familie Piëch kann nicht vom Auto lassen. Künftig soll der Familienname sogar zum Markennamen werden. Auf dem Genfer Autosalon stellt Piëch Automotive das erste Fahrzeug vor, weitere Modelle sind in Vorbereitung.

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Der Mark Zero ist das erste Modell von Piëch Automotive, das in Genf gezeigt wird.
Der Mark Zero ist das erste Modell von Piëch Automotive, das in Genf gezeigt wird.
(Bild: Piëch Automotive)

Ferdinand Piëch hat sich aus der VW- und Porsche-Welt zurückgezogen, doch der Patriarch der Auto-Dynastie hat ja eine große Familie. Nun kehrt ein Spross des Clans zurück ins Rampenlicht der automobilen Welt: Anton Piëch steht hinter dem jungen Autobauer Piëch Automotive. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz nutzt den Genfer Autosalon (7. bis 17. März) als große Bühne, um ein rein elektrisch angetriebenes Konzeptauto vorzustellen, den zweitürigen Sportwagen Mark Zero.

Nach Informationen der Zeitschrift „Edison“ wird der Mark Zero etwa rund 200.000 Euro kosten. Entsprechend sieht man neben Porsche auch Ferrari, Aston Martin und Lamborghini als direkte Konkurrenten. Das Premierenmodell ist ein reiner Sportler, der an den Porsche 911 erinnern soll und in der gleichen Preisklasse wie der Turbo S liegen wird, sagte Piëch der Zeitschrift.

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Anton Piëch, Sohn des Patriarchen Ferdinand, hatte 2016 zusammen mit Rea Stark Rajcic ein Unternehmen in Zürich gegründet, das mit der Unterstützung von 200 externen Mitarbeitern zunächst eine flexible Fahrzeug-Architektur entwickelt hat. Diese Plattform soll sich für batterieelektrischen Antrieb, Brennstoffzelle, Hybrid und auch Verbrenner eignen. „Wir können sowohl die Software als auch die Hardware beliebig updaten und austauschen. Im Bereich der Benutzeroberflächen ist das relativ einfach. Aufgrund der modularen Bauweise lässt sich auch die Hardware austauschen, wie zum Beispiel die Blöcke der Batteriezellen“, sagte Piëch im Gespräch mit „Edison“.

Die modulare Plattform soll bis zu 60 Modellvarianten und sogar autonomes Fahren ermöglichen, sagte Piëch weiter. Dementsprechend soll der Mark Zero nur der Anfang einer Automarke mit mehreren Modellen sein. Angedacht sind auch Modelle wie ein SUV und eine viersitzige Limousine. Wo genau die Autos gebaut werden und mit welchen Partnern man zusammenarbeitet, bleibt vorerst noch Betriebsgeheimnis. Zum kommerziellen Erfolg des neuen Autobauers soll beitragen, dass Piëch die flexible Plattform vermarkten will. „Wir denken daran, diese modulare Struktur anderen Herstellern anzubieten.“

Eckdaten zum GT Mark Zero

Für den klassisch gezeichneten, zweitürigen GT Mark Zero setzt Piëch Automotive auf einen E-Antrieb mit Batteriespeicher. Der soll dank eines neuen Zelltyps 500 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm erlauben. Zudem verspricht Piëch eine kurze Ladedauer sowie eine geringe Wärmeentwicklung der Zellen, weshalb für das Thermomanagement der Batterie eine Luftkühlung reichen soll. Unter anderem dank des Verzichts auf eine bei Performance-Stromern sonst übliche Flüssigkühlung soll das Gesamtgewicht nur 1,8 Tonnen betragen. Fahrleistungen werden noch nicht genannt, doch der Mark Zero soll sich auf Sportwagenniveau bewegen.

„Wir haben ein Package erarbeitet, das eine Sportwagen-typische niedrige Sitzposition ermöglicht und ein präzises Handling mit unmittelbarer Rückmeldung an den Fahrer bieten wird“, erklärt Technikchef Klaus Schmidt, wie der Mark Zero Sportwagen-Feeling auslösen soll. Schmidt kam von BMW und war dort unter anderem für die M-Serie verantwortlich. Dazu wird ein Teil der Batterien im Mitteltunnel verbaut, der Rest an der Hinterachse. „Dadurch erwarten wir ein ähnliches Fahrverhalten wie beim klassischen Porsche 911.“

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«