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Pininfarina rüstet sich personell für erstes Modell

Autor: Andreas Grimm

Der boomende Markt für luxuriöse Kleinserien lockt immer neue Anbieter an wie jetzt Automobili Pininfarina. Der Ableger der traditionsreichen Designschmiede hat seinen Vorstand vorgestellt – und sich personell bei klassischen Herstellern bedient.

(Bild: Automobili Pininfarina)

Pininfarina geht unter dem Dach des Mahindra-Konzerns weitere Schritte in Richtung Kleinserienhersteller. Der entsprechenden Ankündigung, künftig unter dem Label „Automobili Pininfarina“ Fahrzeuge nicht nur zu designen, sondern komplett zu verantworten, folgte nun die Berufung eines Vorstands. Und auch erste Entwürfe des kommenden Luxus-Elektroautos unter dem Codenamen „PF0“ liegen vor.

Der in München ansässige Automobilableger der Designschmiede wird geführt von Michael Perschke als Vorstandsvorsitzendem, der seit 20 Jahren in der Automobilbranche tätig ist. Nach ersten Stationen bei Mercedes in China und Indien, für Mitsubishi Motors Europe in Amsterdam und Volkswagen in Hannover war Perschke seit 2008 für Audi in Deutschland und Indien aktiv. Zuletzt beschäftigte sich Perschke mit der weltweiten strategischen Verkaufssteuerung und dem „Business Model 4.0“.

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Das operative Tagesgeschäft übernimmt Per Svantesson als leitender Geschäftsführer. Der Schwede verfüge über „Fachwissen im Management internationaler Fusionen und Übernahmen sowie im Bereich Lean Manufacturing“, heißt es in einer Pressemitteilung. Unter anderem hatte er als Leiter des Nordamerika-Geschäfts des Zulieferers Valeo sowie für Volvo gearbeitet.

Die Vertriebsleitung übernimmt Marcus Korbach. Er kommt von Bugatti und vertrat die Edelmarke des Volkswagenkonzerns als regionaler Geschäftsführer für Nahost und Asien. Zudem wirkte er bei der Einführungsstrategie des Bugatti Chiron mit. Vor seiner Tätigkeit für Bugatti arbeitete Korbach während der Gründungsphase für McLaren Automotive als Vertriebsleiter für McLaren Special Operations und den McLaren P1.

Die Markenleitung übernimmt Dan Cornell, der von Jaguar Land Rover zu Automobili Pininfarina stößt. Für die Briten arbeitete er sechs Jahre, zuletzt als Leiter PR und Kommunikation weltweit des Geschäftsbereichs Special Vehicle Operations. Umgang mit Special-Interest-Marken hatte Cornell zuvor als Leiter der Produkt-Kommunikation von McLaren.

Auch für weitere Leitungspositionen hat Automobili Pininfarina erfahrene Kräfte aus der Automobilbranche gewonnen. Designdirektor wird Luca Borgogno, der bereits seit 14 Jahren zu den führenden Designern von Pininfarina gehört. Paolo Dellachà übernimmt die Leitung Produkt und Plattform. Er war zuletzt für die Fahrzeugkonzeption und -architektur bei Alfa Romeo und Maserati verantwortlich. Und Personalchefin Anika Rose kommt aus dem Personalwesen des Automobilzulieferers Kongsberg Automotive.

Ein weiterer Mitarbeiter ist der ehemalige Formel 1-Rennfahrer Nick Heidfeld. Er soll ab Anfang 2019 als Entwicklungsfahrer im Fahrzeugdynamikprogramm für den PF0 mitarbeiten.

Designchef Borgogno stellte inzwischen erste Designskizzen des PF0 vor, der „puristisches Design, Schönheit und Innovation“ miteinander verbinden soll. Den Verkaufsstart des voll elektrischen Sportwagens gibt das Unternehmen derzeit mit Ende 2020 an. Die angepeilten Eckdaten sind eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter zwei Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h und eine Reichweite von fast 500 Kilometern.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«