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Pininfarina wird Mahindras Elektromarke

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Jakob Schreiner

Wer an Pininfarina denkt, sieht automobile Designschönheiten verschiedenster Hersteller vor dem geistigen Auge. Nun kommt eine Facette hinzu: Als Elektromarke des indischen Mahindra-Konzerns wollen die Italiener in den nächsten Jahren Tesla und Co. angreifen.

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Auf dem Genfer Salon 2018 hat Pininfarina mit dem HK GT bereits eine vollelektrische Studie gezeigt.
Auf dem Genfer Salon 2018 hat Pininfarina mit dem HK GT bereits eine vollelektrische Studie gezeigt.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Seit der Firmengründung im Jahre 1930 steht Pininfarina für sehenswerte Designs verschiedenster Automobilhersteller. Die Norditaliener kreierten in neun Jahrzehnten unter anderem so spektakuläre Ferrari-Sportwagen wie Testarossa, 308 GTB, California, den Ford Streetka oder einen Maserati Quattroporte. Dazu kamen nicht wenige elegante Coupés wie Peugeot 406, der ungewöhnliche Lancia Kappa oder die elegante Studie des BMW Gran Lusso.

Nicht jedes Design war dabei ein Volltreffer, denn Kreationen wie der Mitsubishi Colt CZC, ein Hyundai Matrix oder der Lancia Gamma werden wohl kaum erfolgreich in die Annalen der Automobilgeschichte eingehen. Und auch wenn das Design der meisten Modelle saß, waren die Norditaliener über Jahre dauerklamm und hangelten sich nicht selten von Projekt zu Projekt.

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Mittlerweile gehört Pininfarina zum Mahindra-Konzern. Die Inder hatten sich vor Jahren unter anderem beim Bieterwettstreit um Aston Martin und Jaguar Land Rover mächtig ins Zeug gelegt, letztlich aber den Kürzeren gezogen. Mit Pininfarina klappte es schließlich besser. Nachdem das Kerngeschäft durch die Mahindra-Übernahme ab 2016 in die rechten Bahnen geleitet werden konnte, soll es nunmehr in die Vollen gehen.

Pininfarina wird unter dem Label Automobili Pininfarina erstmals zum eigenständigen Autohersteller mutieren. „Wir freuen uns, das neue Unternehmen Automobili Pininfarina begrüßen zu dürfen, das einen weiteren Kunden für Pininfarina SpA darstellt und in die Liste der vielen namhaften Automobilhersteller, für die wir in Zukunft Fahrzeuge entwickeln werden, aufgenommen wird“, sagt Paolo Pininfarina, Chairman von Pininfarina SpA. „Dieses Projekt hilft mir und meiner Familie, den Traum meines Großvaters zu verwirklichen, außergewöhnliche innovative Autos ausschließlich von Pininfarina auf den Straßen zu sehen.“

Pinifarina als Image-Speerspitze

Mahindra will die Marke mit Sitz in München und Cambiano zur knallroten Kirsche auf der Mahindra-Torte werden lassen. Firmenchef Anand Mahindra sind Nutzfahrzeuge, Alltagsautos und Traktoren zu wenig. Automobili Pininfarina soll die neue, imageträchtige Speerspitze des Konzerns werden – und was bietet sich in heutigen Zeiten besser an, als spektakuläre Elektromodelle. Mit einem herausragenden Erstlingswerk will der neue Sportwagenhersteller weltweit auf sich aufmerksam machen. „Wir planen einen elektrisch angetriebenen Supersportwagen, der sich mit den Besten messen kann“, erklärt Michael Perschke, der von Audi als CEO zu Pininfarina wechselte. „Heißt: 0 auf 100 in zwei Sekunden, 0 auf Tempo 300 in zwölf Sekunden und über 400 km/h Spitze.“

Bei diesen Werten wird den meisten Sportwagenfans der Mund trocken. Eine erste Studie soll ausgewählten Interessenten in diesem Sommer beim Luxusevent von Pebble Beach gezeigt werden; das Modell in einer Auflage von gerade einmal 100 Stück soll 2020 zum 90. Firmengeburtstag auf den Markt kommen – zu einem Preis von rund zwei Millionen Euro. Am Design des teilautomatisiert fahrenden Wagens wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Doch der elektrische Supersportler soll nur ein erster Appetithappen sein, denn Automobili Pininfarina hat deutlich mehr im Aufgabenheft.

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Über den Autor

 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist