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Pitstop schluckt Globus-Werkstattkette

| Autor: Jakob Schreiner

Die Werkstattkette will wieder wachsen. Dazu wird sie die 19 Reifencenter des Lebensmitteleinzelhändlers Globus übernehmen. Die neuen Standorte sollen künftig als Full-Service-Betriebe am Markt agieren.

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Aktuell betreibt Pitstop deutschlandweit 317 Filialen.
Aktuell betreibt Pitstop deutschlandweit 317 Filialen.
(Bild: Pitstop)

Die Werkstattkette Pitstop ist auf Expansionskurs. Insgesamt 19 Globus-Reifencenter werde Pitstop übernehmen, teilte das Unternehmen zu Monatsbeginn mit. Der Erwerb steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Liegt diese vor, will Pitstop die Standorte, die auf den Grundstücken von Globus-Supermärkten liegen, inklusive der insgesamt 130 Mitarbeiter ab März bis September sukzessive übernehmen.

Oberstes Ziel sei dann die „Integration der Mitarbeiter und Standorte“, sagte Pitstop-Geschäftsführer Stefan Kulas. Dazu soll an den Standorten die Signalisation angepasst werden und „eine Schulung in Pitstop-Prozessen“ erfolgen, hieß es auf Nachfrage von »kfz-betrieb«. Ferner werde geprüft, ob es fachlicher Schulungen des übernommenen Personals bedarf.

Alle neuen Standorte sollen – wie der Rest der Pitstop-Filialen – voll ausgestattete Betriebe sein, die sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten am Fahrzeug erledigen können. Im Bereich Karosserie, Lack und Glas arbeitet Pitstop gleichwohl mit regionalen Partnern zusammen.

Aktuell betreibt Pitstop deutschlandweit 317 eigene Filialen. Weitere Übernahmen und Eröffnungen verneinte das Unternehmen nicht, es gebe noch „weiße Flecken im Süden und Südwesten“. Der jetzt angestrebte Netzausbau ist nach der Sanierung 2011/2012 der erste Versuch von Pitstop, wieder zu wachsen. Laut eigener Aussage hatte das Hauptaugenmerk von Pitstop damals zunächst auf einer Netzbereinigung gelegen, um sich von nicht profitablen Standorten zu trennen. 2016 hatte Pitstop dann erstmals nach acht Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Zweifel am wirtschaftlichen Erfolg

Der Profit war wohl auch letzten Endes der Grund, warum sich Globus von seinen Reifencentern trennt. Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« antwortete ein Globus-Unternehmenssprecher, dass Pitstop in der Lage sei, durch seine Größe und Organisation das Angebot in die Zukunft zu führen. Der Lebensmitteleinzelhändler geht wohl davon aus, die Reifencenter langfristig nicht profitabel betreiben zu können.

Laut der ursprünglichen Mitteilung erwirtschafteten die 19 Globus-Standorte rund 13 Millionen Euro Umsatz. Nach der Übernahme wird Pitstop nach eigenen Aussagen auf rund 120 Millionen Euro Umsatz kommen.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik